Re: Eddies Plattenkiste: Die 90er Jahre

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Eddie1975

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Cannibal Corpse – Tomb of the Mutilated
VÖ: 1992

v: Chris Barnes
g: Rob Rusay
g: Jack Owen
b: Alex Webster
d: Paul Mazurkiewicz


Wir bleiben beim Death Metal, kehren allerdings auf die andere Seite des großen Teichs zurück, nach New York. Hier entstanden in den späten 80er Jahren Cannibal Corpse, 1990 erschien das Debut „Eaten Back to Life“. Musikalisch bewegten sich Cannibal Corpse damals in den stilistischen Bahnen des typischen amerikanischen Death Metal-Sounds, dem sie bis heute weitgehend treu geblieben sind: Komplexe und ausgefeilte Songs, ein hohes technisches Können, unvermittelte Tempo- und Taktwechsel, sowie mehrstimmige Gitarrenläufe prägen den Sound der Band. So auch auf dem dritten Studioalbum „Tomb of the Mutilated“, dass mit dem später auch auf der gleichnamigen EP erschienenen Song „Hammer Smashed Face“ einen echten DM-Klassiker und Moshpit-Granate enthält.

Das alles allein wäre nichts besonderes, trotzdem sollten Cannibal Corpse es schaffen nicht nur zum Aushängeschild der DM-Szene zu avancieren, sondern auch über die eigentliche Szene, hinaus Bild und Eindruck des Metals in der Öffentlichkeit zu prägen, Geschuldet ist dies dem lyrischen, vor allem aber visuellen Konzept: Von Anfang an setzte die Band auf Splatter- und Horrorthemen, was durchaus nichts ungewöhnliches war. Cannibal Corpse aber schafften es diese Elemente und auch die damit verbundene Provokation bis aufs Äußerste zu treiben und sich allein dadurch einen Kultstatus zu schaffen, der bis heute anhält. Ausnahmslos alle Texte von CC drehen sich um brutalste und perverseste Inhalte, jedes Coverartwork wird dominiert von zum Teil extrem expliziten Gewalt- und Horrordarstellungen. Cannibal Corpse gerieten daher in vielen Staaten schnell in Konflikt mit dem Gesetz, in manchen Ländern war die Band sogar komplett illegalisiert. In Deutschland wurden die ersten drei Platten indiziert, bzw. sogar beschlagnahmt, die Band kassierte ein Auftrittsverbot nach dem anderen, viele Songs durften nicht öffentlich aufgeführt werden. Besonders „hervorgetan“ im Kampf gegen die Band hat sich die deutsche Pädagogin und Grünen-Politikerin Christa Jenal, die einen wahren Kreuzzug gegen die Band im spezillen und dem Metal im allgemeinen führte. Was heute für Lacher sorgt war damals allerdings für viele Metal-Fans böser Ernst, die sich in Schule, Beruf und (nichtmetalhörendem) Freundeskreis oft den übelsten Vorurteilen ausgesetzt sahen. Mittlerweile wurden die Zensurbestimmungen ggü. der Band wieder gelockert, ihren Kultstatus haben Cannibal Corpse jedoch zu Recht behalten.

http://www.youtube.com/watch?v=ZMBNNFObSM0

http://www.youtube.com/watch?v=6GLBOQa10os

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"Heavy Metal in my ears Is all i ever want to hear. Before the sands of time run out , We'll stand our ground and all scream out! Manilla Road - Heavy Metal to The World On Tour: 11.06. Rockfels - Loreley Freilichtbühne, St. Goarshausen last.fm Musik-Sammler