Anddies Mottenkiste: Die 70er Jahre

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    andysocial

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    hmmm, dann muss ich auch mal wieder. Rein deswegen weil bald das Jubiläum dieses Albums ansteht:

    Black Sabbath – Vol. 4 (25.09.1972)

    Tony Iommi – Guitar
    Ozzy Osbourne – Vocals
    Geezer Butler – Bass
    Bill Ward – Drums

    Doom or be doomed.

    Es kommt schon eine gewisse Freude auf, nur diese LP in den Händen zu halten. Leider ist mein Exemplar so durchgewetzt, dass schon ein Rerelease auf dem Einkaufszettel steht. Ein Cover das so oft verwendet und verunstaltet worden ist, dass es sicher zu den Klassikern des Albumdesigns gehört. Es gibt mittlerweile schon Converseschuhe mit dem Abbild des Covers. Nunja. Musikalisch spielt sich auf dem Album eine ganze Menge ab, das wir heute unter dem Namen Doom kennen. Vol. 4 markiert wohl den Anfang dieses Genres, vor allem die Songs „Cornucopia“ und „Under The Sun“ sind Eckpfeiler des Doom Metals geworden. Eigentlich eine interessante Entwicklung die Songs noch härter und düsterer zu machen, waren Paranoid und Master Of Reality doch sehr große Erfolge gewesen und die große Zeit des Progressive Rocks stand vor der Tür. Black Sabbath begaben sich nach dem Master Of Reality Release auf eine Welttournee und kehrten körperlich in desolatem Zustand Mitte des Jahres 1972 in das Studio in LA zurück um „Vol. 4“ aufzunehmen. Jeder Einzelne war gezeichnet von übermäßigem Cocaingenuss während, was die Aufnahmen erschwerten. Arbeitstitel des Albums war schließlich „Snowblind“, was Vertigo aber in letzter Sekunde zu „Vol. 4“ änderte. Geezer sagte über das Album: „Yes, Vol. 4 is a great album, but listening to it now, I can see it as a turning point for me, where the alcohol and drugs stopped being fun.“ Genau das, zunehmender Drogenkonsum und die Reflektion wie das Leben den Bach hinunter geht lässt sich in diesem Album wunderbar erkennen.

    Das Album startet mit einem seltsamen Riff, dem Opener Wheels Of Confusion. Ein sehr weinerlicher Riff, den man erstmal Verdauen muss bis der Hauptriff folgt und Ozzys Stimme eine perfekte Begleitung dazu gibt. Kein übermäßig starker Song, die Songs geben allerdings schon einen Hinweis auf den Zustand der Jungs: „Lost in the wheels of confusion//Running through furnace of tears//Eyes full of angered illusion//Hiding in everyday fears“. Ein mittelprächtiger, langsamer Sabbathstampfer, der vom Setup wie Hand Of Doom klingt. Aber wie immer wenn der Hauptriff nicht sonderlich stark ist hat Iommi das Gespür eine fantastische Bridge einzubauen die einige Male wiederholt und dann den Hauptriff besser dastehen lässt als er ist. Man kann Iommi eigentlich nicht genug in den Himmel loben für seine Arbeit. Der Schlussteil des Songs (The Straightener) ist ein 3min langes Instrumental das zu einem Gitarrensolo wird und den Song großartig abschließt.
    Zweiter Song ist das halbwegs optimistische Tomorrow’s Dream. Ein straighter Riff wie von aus einer Hard Rock Bibel. „When sadness fills my days//It’s time to turn away//And let tomorrow’s dreams//Become reality to me“. Trotzdem ein grundguter, sehr kurzweiliger Stampfer, der es zu einer Single gebracht hat, aber kein Klassiker wurde.
    Changes ist das dritte Stück des Albums, wohl jeder musste es als Duett von Ozzy und Kelly Osbourne ertragen. Das Original ist ein klein bisschen weniger cheesy aber hat immer noch genug Schmalz. Pianoballaden können andere besser. Auch das folgende Stück FX muss nicht weiter erwähnt werden. Eine frühe Synthesizerspielerei die einen achselzuckend zurück lässt. Ein paar Töne, einige Klopfer und die knapp 2min sind überstanden.
    Letzter Song der Plattenseite ist Supernaut, einer der Höhepunkte der Platte. Hier funktioniert der Riff zusammen mit dem raumfüllenden Drumming exzellent. Der Song ist gnadenlos uptempo, ein Genickbrecher. Ozzys lyrics sind murks aber wen interessiert das wenn der Kopf bis auf eine kurze Verschnaufpause in der Mitte des Songs durch die Luft wackelt.

    Platte drehen, und dann kommt mit die härteste Seite der 70er. Den Anfang macht Snowblind, das wohl jeder kennt. Ein Drogenklassiker. Mit dem Riff beginnt der midtempo Song, eine Reise durch den Trip von Ozzy. Durchaus optimistisch am Anfang, der Riff wird stark und verspielt wechselt dann aber in eine Bridge die das wackelige Konstrukt offenbart. „My eyes are blind, but I can see//The snowflakes glisten on the tree//The sun no longer sets me free//I feel there’s no place freezing me“. Die nächste Bridge zeigt einen weniger relaxten Riff und die Band zeigt sich trotzig: „Don’t you think I know what I’m doing//Don’t tell me that it’s doing me wrong//You’re the one who’s really a loser//This is where I feel I belong“. Einer meiner Lieblingssongs.
    Cornucopia ist der Song den die Band wohl am wenigsten mochte. Ozzy fand ihn fürchterlich, Bill Ward ebenso aber es ist wohl einer der heftigsten Songs der 70er. Ein Riff der alles niederschmettert. Wieder im midtempo gehalten und kurzweilig enthält Cornucopia doch so viel Wut dass man es mögen muss. Die Lyrics sind mittelprächtig und drehen sich im den Überfluss in der Gesellschaft und Vernachlässigung anderer Werte. „Let them have their little toys//matchbox cars and mortagage joys//exciting in their plastic place//frozen food in a concrete maze…Take a life, it’s going cheap//kill someone, no one will weep//Freedom’s yours, just pay your dues//We just want your soul to use“.
    Nach Cornucopia folgt Laguna Sunrise, ein weiteres Instrumentalstück das mit seinen Streichern ein wenig überladen wirkt. Auf 3min passiert zu wenig um die Länge zu rechtfertigen.
    Im Anschluss folgt ein Song den ich nie gemocht habe, St. Vitus Dance obwohl er einige sehr gute Ansatzpunkte hat. Der Anfang ist ein wenig übermäßig fröhlich was dann plötzlich in einen sehr räudigen Riff umschlägt der wieder einiges an Zorn entblößt. Aber sofort schlägt er wieder um in diesen fröhlichen Käse. Ich weiß nicht wirklich warum und das bleibt auch so bis der Song nach 2:30 schlagartig aufhört.
    Das letzte Stück der Platte ist für mich auch das beste, Under The Sun/Every Day Comes And Goes. Ein so unglaublich niederschmetterndes Werk hat es seitdem glaube ich noch nicht gegeben. Der Eröffnungsriff ist tonnenschwer und zementiert jeden Blumenstengel in eine 40cm Ascheschicht ein. Ein perfekter Riff um im Gitarrengeschäft die Kundschaft zum Wegrennen zu animieren. Nach 30s öffnet ein kurzer Zwischenteil und der Kopf beginnt zu wippen. Die Lyrics vereinen alles warum die Band mag: „Well I don’t want no preacher telling me about the god in the sky//No I don’t want no one to tell me where I’m gonna go when I die//I wanna live my life, I don’t want people telling me what to do//I just believe in myself, ‚cause no one else is true“. Die Band muss sehr angepisst von dem Image das ihnen von jedem aufgesetzt wurde. Die bridge zur Mitte hellt das Szenario etwas auf und es scheint aber nur bis der Hauptriff wieder einsetzt. Das Outro ist dann nochmals ganz großes Kino und schließt das Album wunderbar ab.

    Die Videos kann man bei euch wahrscheinlich eh wieder nicht sehen. Egal.

    http://www.youtube.com/watch?v=5x8LbhQlOYc
    http://www.youtube.com/watch?v=s4zlAd_eXjM

    #6328431  | PERMALINK
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    andysocial

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    Thin Lizzy – Jailbreak (26.03.1976)

    Phil Lynott – Bass, Vocals
    Scott Gorham – Guitar
    Brian Robertson – Guitar
    Brian Downey – Drums

    Tracklist:
    1. Jailbreak
    2. Angel From The Coast
    3. Running Back
    4. Romeo And Lonely Girl
    5. Warriors
    6. The Boys Are Back In Town
    7. Fight Or Fall
    8. Cowboy Song
    9. Emerald

    Ich bin kein großer Kenner von Thin Lizzy aber es muss ein Wörtchen über dieses Album verloren werden weil es wie wenig andere Alben vor Kraft und Eiersaft fast zerplatzt ohne aufgesetzt zu wirken oder besonders hart zu sein. Ein Album wie gemacht für die pre-friday-night action wenn man vor dem Spiegel steht und sich dem ausbaufähigen Ego bewusst wird. Jeder weiß, dass beim Hören von Jailbreak oder The Boys Are Back In Town grundsätzlich 12 Sackhaare extra sprießen.
    Das passiert schon beim Auflegen der Platte wenn die beiden Gitarren in der ersten Sekunde von Jailbreak diesen Akkord spielen einfach weil die Gitarren das hergeben und weil es männlich klingt. Ein Statement, wie eigentlich die ganze Platte. Ansonsten natürlich völlig fürn Arsch, aber wen interessiert das schon. Der Akkord stimmt perfekt auf die Platte ein und meint, dass Herrenhandtaschen draußen bleiben müssen.
    Thin Lizzy werden oft für ihre duellierenden Gitarren angebetet aber ich finde, dass die Band eher von Phil Lynotts Gesang lebt. Dieses Erzählerische, das die Songs durchzieht, und wirkt als ob er einfach eine Story zwischen dir und mir erzählt und erst im Refrain derSongs dem Ganzen eine Melodie gibt. Klingt nach poetischem Inhalt, trifft aber eher nicht zu. In den Songs gehts um Mädels, Liebe und Liebe machen und Eiersaft. Vielleicht also doch poetisch. Natürlich darf man die Gitarren nicht außer Acht lassen, die Melodien sind klasse, die Gitarrenarbeit hat Hand und Fuß.
    Die Highlights der Platte sind Jailbreak, Running Back, The Boys Are Back In Town und Emerald. Anhören und aufs Wochenende freuen.

    http://www.youtube.com/watch?v=BRo3u04vY1E
    http://www.youtube.com/watch?v=U05cmlY7E78
    http://www.youtube.com/watch?v=hQo1HIcSVtg
    http://www.youtube.com/watch?v=tyW5g9DtuU0

    #6328433  | PERMALINK
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    Infernal Overkiller

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    Hey cool, gleich mal wieder ausbuddeln!

    #6328435  | PERMALINK
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    Pestbote

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    So, der Thread ist klasse, also wird er ausgegraben!

    So, um dieses Album geht es: Birth Control-Hoodoo Man(1972)

    1.Buy
    2.Suicide
    3.Get down to your fate
    4.Gamma Ray
    5.Hoodoo Man
    6.Kaulstoß

    Ich bin von diesem Album durchweg begeistert und es macht mich jedes mal glücklich, wenn ich es höre. Die Musik, die einen erwartet ist progressiver Rock naja oder da die deutsche Band aus der Zeit stammt Krautrock. Die vier Musiker: Bernd Noske (voc;dr;percussion), Wolfgang Neuser (Synthesizer; Keyboards;etc.), Bruno Frenzel(gitarre;voc.) und Bernd Koschmidder(Bass) liefern , wie ich finde, ein Meisterwerk ab. Die Lieder sind meist Keyboard/Synthesizer dominiert und enthalten durchaus auch lange Soli (vorallem: Keyboard/Synthesizer). Auch den Gesang finde ich super. Das Album enthält den wohl bekanntesten Song von Birth Control: Gamma Ray.
    Der Song enthält ein, ein super Percussion Solo und ein tolles Duell von Stimme und Gitarre.
    Super genial das 9:44 min. Teil, aber das heißt nicht , dass die anderen Songs nicht genial sind.
    Im Gegenteil, das ganze Album ist göttlich. Wie ich oben schon geschrieben habe: Für mich ist es ein Meisterwerk.
    Jeder der auf Keyboard/Synthesizer/Orgel dominierten ProgRock steht: KAUFEN

    http://www.youtube.com/watch?v=tA20R2b4QD4

    --

    She´s got The Jack
    #6328437  | PERMALINK
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    banger1979

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    Rainbow – Rising (1976)

    Line-up:
    Ritchie Blackmore (Guitar)
    Ronnie James Dio (Vocals)
    Cozy Powell (Drums)
    Jimmy Bain (Bass)
    Tony Carey(Keyboards)

    Zeit wirds, das hier Rainbow – Rising erwähnt wird, ein Hardrockalbum welches für meine Begriffe
    strahlend über vielen Platten dieser Zeit steht, welches mich seit dem ersten Hören gefesselt hat, welches sich wie damals kaum ein anderes als Ganzes aufbaut, einem eine Gänsehaut nach der anderen beschert,

    Ein Album bei dem Dio, Black Sabbath mit ihm am Mikro hin, seine Solowerke her, seine gesangliches Meisterstück abliefert.

    Ein Album bei dem der egozentrisch-geniale Ritchie Blackmore mit seinem Spiel, Dio mit seinem Gesang, einem sich ungewöhnlich perfekt einfügenden Münchner Orchester, sowie ein für damalige Verhältnisse im Hardrock neuartiger Keyboardsound, ein strahlend leuchtendes Ganzes ergeben, wo man beim Hören andächtig verharrt, übers ganze Gesicht grinst, zappelt, sich regelrecht hingibt.

    Und das von einer Band, die ursprünglich als Soloprojekt von Blackmore startete, die allein von der Namensgebung her auf einen Egotrip schliessen liess.

    Die Band wurde 1975 unter dem Namen Ritchie Blackmores Rainbow gegründet und setzte sich aus dem Deep Purple Gitarristen sowie Dios Band Elf zusammen, die bis dahin einige Male im Vorprogramm von Deep Purple spielte. Kurze Zeit später hieß die Band Blackmores Rainbow, und ab 1977 nur noch Rainbow. Ein Umstand, der wohl auch daraus resultierte, dass sich selbst ein egomaner Typ wie Blackmore bewusst wurde, was er mit dieser Band hervorgebracht hatte, und Dio einen mindestens ebenso großen Anteil daran hatte.

    Bedauerlicherweise hatte auch Dio später die Nase voll von Blackmore und verliess die Band 1978 nach dem Erscheinen des kaum weniger genialen Album Long live Rock n Roll.

    Doch zurück zu Rising, die Platte startet mit Tarot Woman, ein zunächst typischer Opener, wie man meinen möchte, bei dem einem aber sofort Dios kraftvoller, dominanter Gesang auffällt.
    Auch für heutige Verhältnisse klingt die Produktion modern, im Gegensatz zur bis dato im Hardrock gängigen Hammondorgel spielt der Keyboarder Tony Carey mit neuartigem Synthesizersound, der sich trotzdem perfekt und schlüssig einfügt und einen hübschen Gegenpart zu Blackmores gekonnten, aber (noch) nicht ausufernden Solos ergibt.

    Und man bekommt eine Ahnung von der Urgewalt Dio’s Stimme….Something in the air – Tells me to beware, no, no, no – Her love is like a knife – She’ll carve away your life – So go, go, go…..man hört seiner Stimme eindeutigst den Kampf an, spürt bis in jede Faser des Körpers die Magie, die diese „Tarot Woman“ auf „ihn“ ausübt.

    Und ist fast ernüchtert ob der Einfachheit der folgenden drei Songs, Run with the wolf rockt im gemäßigten Tempo vor sich hin, man fühlt sich an Uriah Heep erinnert, Blackmore soliert sparsam.

    Mit Starstruck nehmen Rainbow wieder etwas Fahrt auf, im Stile von Deep Purple tönend, der Song könnte so auch durchaus auf „Machine Head“ stehen, wenn nicht der spitze, sehr akzentuierte Gesang von Dio wäre.

    Dieser beherrscht auch das folgende Stück Do you close your eyes, es scheint ganz und gar auf Dios Stimme zugeschnitten, fast ein Solo für ihn, die knackig trockenen Gitarrenriffs erinnern etwas an AC/DC. Es gibt keine Instrumental-Solos, keine Keyboardsounds, die flockig hardrockende Ruhe vor der Sturm.

    Die dann mit dem kurzen, aber einprägsamen Drum-Intro von Stargazer beendet wird. Auf den Punkt ist alles, was Rainbow damals revolutinär macht, da, die Synthies, prägnante Riffs, dies ist nach spätestens zwei Minuten schon der Höhepunkt des Albums….Where was your star? – Was it far, was it far – when did we leave? – We believed, we believed, we believed,…..Dio singt in schwindelerregenden Höhen mit einer sagenhaften Leichtigkeit als würde er eben mal husten, sämtliche Songs vorab haben nur auf diesen strahlenden Stern hingearbeitet. Das Orchester ist erst- und einzig wirklich dominant, bunt, kraftvoll und überirdisch energiegeladen tönt alles, Blackmores Gitarre setzt Dios Singstimme erst fort, geht dann über in ein schwindelerregendes Solo…der erste Part wird wiederholt, ausgeblendet, man möchte durchatmen…

    …Doch A light in the black, ist nur auf die ersten Sekunden Gegenentwurf zu Stargazer und Schlusspunkt des Albums, Melodien und Thematik werden fortgeführt, in rasantem Tempo, welches Dios stimmliche Souveränität mehr unterstreicht als sie verwischt. Hier gibt es diese bemerkenswerten Keyboard – SyntieSolos, die vor allem einen der klanglichen Hauptunterschiede zu Deep Purple ausmachen. Auch wenn man sich an jene Großtaten erinnert fühlt, hört man eindeutig wie diese Musik unter anderem auch Bands wie Children of Bodom zu ihren Hoch-Zeiten oder selbst Dragonforce zu inspiriert haben scheint.

    Bei mir hinterlässt dieses Album nach jedem Hören wieder einen sperrangelweit offenen Mund, besetzt einige Superlative, bestes Cover, besten jemals geschriebenen Hardrocksong. Man muss es hören, man sollte es besitzen, Ende, Aus, Apfel!

    http://www.youtube.com/watch?v=4GdbTUShbEM

    http://www.youtube.com/watch?v=j0wrARDmwio

    Leider fand ich nur Starstruck und eine recht bescheidene klingende Version von Stargazer. Wer bessere Links hat, BITTE posten!

    --

    #6328439  | PERMALINK
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    andysocial

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    schön, wenn der thread mal wieder etwas auflebt. In die Birth Control wollte ich schon öfter mal reinhören, die Rainbow ist klasse.

    #6328441  | PERMALINK
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    Clemente

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    Die Birth Control ist auf jeden Fall guter Hard Rock, hat mich teilweise ziemlich an Deep Purple erinnert (nicht im Sinne von abgekupfert, aber vom Feeling her).

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    "So fix me one more drink, momma, And give Mr. Entrance one more kiss"[/SIZE] Shiva Shiva Boom Boom [/SIZE]
    #6328443  | PERMALINK
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    Necrofiend

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    Beides gute Scheiben. Vor allem Rainbow.

    --

    Support the dying cult of underground metal! Stay black and brutal forever! If it was not for my parents I would have tried to kill myself before Instead i listend to Slayer and dreamt on A world without war is like a city without whores
    #6328445  | PERMALINK
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    Clansman

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    banger1979

    Rainbow – Rising (1976)

    Line-up:
    Ritchie Blackmore (Guitar)
    Ronnie James Dio (Vocals)
    Cozy Powell (Drums)
    Jimmy Bain (Bass)
    Tony Carey(Keyboards)

    Zeit wirds, das hier Rainbow – Rising erwähnt wird, ein Hardrockalbum welches für meine Begriffe
    strahlend über vielen Platten dieser Zeit steht, welches mich seit dem ersten Hören gefesselt hat, welches sich wie damals kaum ein anderes als Ganzes aufbaut, einem eine Gänsehaut nach der anderen beschert,

    Ein Album bei dem Dio, Black Sabbath mit ihm am Mikro hin, seine Solowerke her, seine gesangliches Meisterstück abliefert.

    Ein Album bei dem der egozentrisch-geniale Ritchie Blackmore mit seinem Spiel, Dio mit seinem Gesang, einem sich ungewöhnlich perfekt einfügenden Münchner Orchester, sowie ein für damalige Verhältnisse im Hardrock neuartiger Keyboardsound, ein strahlend leuchtendes Ganzes ergeben, wo man beim Hören andächtig verharrt, übers ganze Gesicht grinst, zappelt, sich regelrecht hingibt.

    Und das von einer Band, die ursprünglich als Soloprojekt von Blackmore startete, die allein von der Namensgebung her auf einen Egotrip schliessen liess.

    Die Band wurde 1975 unter dem Namen Ritchie Blackmores Rainbow gegründet und setzte sich aus dem Deep Purple Gitarristen sowie Dios Band Elf zusammen, die bis dahin einige Male im Vorprogramm von Deep Purple spielte. Kurze Zeit später hieß die Band Blackmores Rainbow, und ab 1977 nur noch Rainbow. Ein Umstand, der wohl auch daraus resultierte, dass sich selbst ein egomaner Typ wie Blackmore bewusst wurde, was er mit dieser Band hervorgebracht hatte, und Dio einen mindestens ebenso großen Anteil daran hatte.

    Bedauerlicherweise hatte auch Dio später die Nase voll von Blackmore und verliess die Band 1978 nach dem Erscheinen des kaum weniger genialen Album Long live Rock n Roll.

    Doch zurück zu Rising, die Platte startet mit Tarot Woman, ein zunächst typischer Opener, wie man meinen möchte, bei dem einem aber sofort Dios kraftvoller, dominanter Gesang auffällt.
    Auch für heutige Verhältnisse klingt die Produktion modern, im Gegensatz zur bis dato im Hardrock gängigen Hammondorgel spielt der Keyboarder Tony Carey mit neuartigem Synthesizersound, der sich trotzdem perfekt und schlüssig einfügt und einen hübschen Gegenpart zu Blackmores gekonnten, aber (noch) nicht ausufernden Solos ergibt.

    Und man bekommt eine Ahnung von der Urgewalt Dio’s Stimme….Something in the air – Tells me to beware, no, no, no – Her love is like a knife – She’ll carve away your life – So go, go, go…..man hört seiner Stimme eindeutigst den Kampf an, spürt bis in jede Faser des Körpers die Magie, die diese „Tarot Woman“ auf „ihn“ ausübt.

    Und ist fast ernüchtert ob der Einfachheit der folgenden drei Songs, Run with the wolf rockt im gemäßigten Tempo vor sich hin, man fühlt sich an Uriah Heep erinnert, Blackmore soliert sparsam.

    Mit Starstruck nehmen Rainbow wieder etwas Fahrt auf, im Stile von Deep Purple tönend, der Song könnte so auch durchaus auf „Machine Head“ stehen, wenn nicht der spitze, sehr akzentuierte Gesang von Dio wäre.

    Dieser beherrscht auch das folgende Stück Do you close your eyes, es scheint ganz und gar auf Dios Stimme zugeschnitten, fast ein Solo für ihn, die knackig trockenen Gitarrenriffs erinnern etwas an AC/DC. Es gibt keine Instrumental-Solos, keine Keyboardsounds, die flockig hardrockende Ruhe vor der Sturm.

    Die dann mit dem kurzen, aber einprägsamen Drum-Intro von Stargazer beendet wird. Auf den Punkt ist alles, was Rainbow damals revolutinär macht, da, die Synthies, prägnante Riffs, dies ist nach spätestens zwei Minuten schon der Höhepunkt des Albums….Where was your star? – Was it far, was it far – when did we leave? – We believed, we believed, we believed,…..Dio singt in schwindelerregenden Höhen mit einer sagenhaften Leichtigkeit als würde er eben mal husten, sämtliche Songs vorab haben nur auf diesen strahlenden Stern hingearbeitet. Das Orchester ist erst- und einzig wirklich dominant, bunt, kraftvoll und überirdisch energiegeladen tönt alles, Blackmores Gitarre setzt Dios Singstimme erst fort, geht dann über in ein schwindelerregendes Solo…der erste Part wird wiederholt, ausgeblendet, man möchte durchatmen…

    …Doch A light in the black, ist nur auf die ersten Sekunden Gegenentwurf zu Stargazer und Schlusspunkt des Albums, Melodien und Thematik werden fortgeführt, in rasantem Tempo, welches Dios stimmliche Souveränität mehr unterstreicht als sie verwischt. Hier gibt es diese bemerkenswerten Keyboard – SyntieSolos, die vor allem einen der klanglichen Hauptunterschiede zu Deep Purple ausmachen. Auch wenn man sich an jene Großtaten erinnert fühlt, hört man eindeutig wie diese Musik unter anderem auch Bands wie Children of Bodom zu ihren Hoch-Zeiten oder selbst Dragonforce zu inspiriert haben scheint.

    Bei mir hinterlässt dieses Album nach jedem Hören wieder einen sperrangelweit offenen Mund, besetzt einige Superlative, bestes Cover, besten jemals geschriebenen Hardrocksong. Man muss es hören, man sollte es besitzen, Ende, Aus, Apfel!

    http://www.youtube.com/watch?v=4GdbTUShbEM

    http://www.youtube.com/watch?v=j0wrARDmwio

    Leider fand ich nur Starstruck und eine recht bescheidene klingende Version von Stargazer. Wer bessere Links hat, BITTE posten!

    Götteralbum und sehr ordentliches Review!

    A Light in the black ist mein Lieblingssong. Ich muss mir das Album dringend holen.

    --

    Ich will da gar nicht drüber reden, von mir aus können die alle sofort andere Jobs anfangen oder sterben. Das interessiert mich Null, das macht mich aggressiv und ich will's auch nicht hören. Michael Weikath über Nu Metal
    #6328447  | PERMALINK
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    Headhunter

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    Toller Thread,klasse Rezi´s,

    vor allem Grand Funk Railroad,Atomic Rooster-Do you know who´s looking for you…Hammer Song,auch Pink Floyd und Rainbow sowieso!!!

    Wollte mal noch anregen vielleicht Rory Gallagher,Ten Years After,Peter Frampton (kommt ja Ende des Jahres mit Deep Purple)-Frampton comes Alive-Hammer Album sowie Black Oak Arkansas mal in Betracht zu ziehen…

    und da gabs eine Super interessante Deutsche Combo,die leider nur ein Album veröffentlicht hat
    nämlich MOURNIN-NIGHT SUN mit irre langen Synthie-und Gitarren Battles,so ein Hauch Deep Purple,eine Muß-Scheibe!!!

    Muß mich hier mal als nicht so Internet-fit outen,um Entsprechendes herunterzuladen,kenne und besitze sehr sehr viel Stuff auch abseits vom Metal LP;Single und noch videotechnisch(ja Video)über 500 Rockpalast-Mitschnitte,da gibts ´ne Menge guter Sachen von Alan Bangs…“ALSO ICH HABE EINE PLATTE“…und Co…
    …also,nicht zerreißen!!!Wäre einiges erwähnenswert!
    Würde mich freuen,das ein oder andere hier mal zu verfolgen!

    --

    Rock´n´Roll needs Feedback...so shut up,and learn how to play your guitar. Commander of the Order of the Britsh Empire of NWoBH...Donington,Knebworth,Reading. Rettet dem Dativ...Fick mir...wem,ich?
    #6328449  | PERMALINK
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    Mal reinhören! Mournin-Blind

    --

    Rock´n´Roll needs Feedback...so shut up,and learn how to play your guitar. Commander of the Order of the Britsh Empire of NWoBH...Donington,Knebworth,Reading. Rettet dem Dativ...Fick mir...wem,ich?
    #6328451  | PERMALINK
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    So, nun will ich hier auch mal was beitragen. Es soll um einen der größten Klassiker und eines der besten Livealben der Rockmusik gehen: At Fillmore East von The Allman Brothers Band.

    Die Band hat sich 1969 gegründet, das Herzstück bildeten dabei – bei dem Bandnamen überraschend – die Gebrüder Allman (Duane, der 1971, kurz nach dem hier mitgeschnittenen Konzert bei einem Motorradunfall ums Leben kam, und Gregg) und ist auch heute noch aktiv (zwischendurch gab es aber mindestens eine Auflösung und längere Durststrecken – Gregg Allman und der Schlagzeuger Butch Trucks sind die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder). Die Band spielt ziemlich ausufernden (einige Songs/Jams dauern über eine halbe Stunde) Rock, dabei sind viele Stücke in Jam Sessions entstanden – auch live wird viel gejammt und die Songs werden oft anders als auf den Studioalben wiedergegeben. Neben diesen verspielten Songs gibt es auch kurze, direktere Stücke, die oft klassischer strukturiert sind.

    Nachdem die Band zwei Studioalben herausgebracht hatte (und sich dank der zweiten Platte auch ein gewisser kommerzieller Erfolg eingestellt hatte), erschien nun also dieses Monumentalwerk. Wenn ich mich nicht irre, ist dies die bis heute erfolgreichste Platte, die die Allman Brothers veröffentlicht haben. Und dies ist auch mehr als gerechtfertigt: Die Band präsentiert sich in einer bestechenden Form, jede Note, jeder Ton sitzt. Teilweise hat man den Eindruck, ein Studioalbum zu hören, derart makellos werden die Songs gespielt. Mir ist beispielsweise nicht aufgefallen, dass der Sänger auch nur einen einzigen Ton nicht trifft. Selbiges trifft auf alle seine Band kollegen zu.

    Livealben sind aber eine heikle Sache, perfekt vorgetragene Songs reichen für ein gutes Livealbum nicht: Es muss eine Präsenz erzeugt werden, eine gewisse Energie muss da sein, auch Spontaneität darf nicht fehlen – kurz gesagt, es braucht eine gewisse Dynamik, die dazu beiträgt, dass die Musik nicht wirklich wie auf einem Studioalbum klingt. Das alles schafft die Band hier mit Bravour, ab dem ersten Ton ist die Band voll da und zieht das Publikum in ihren Bann. Dabei stimmt auch die Mischung zwischen kürzeren Nummern und besagten längeren Songs und Jams, in denen die Band sich richtig austobt und in denen der Hörer sich verlieren kann. So vergeht die gute Stunde – bzw. zweieinhalb Stunden, je nach Version – wie im Flug und man möchte immer und immer wieder von vorn beginnen. Diese Platte macht definitiv süchtig und ist für mich das beste Livealbum, das je erschienen ist.

    Wie schon angedeutet, sind mehrere Versionen des Albums erschienen: Die Platte wurde mehrfach re-releast mit einer unterschiedlichen Anzahl an Bonustracks. Ich rate hier dringend zu der 2-CD-Version mit insgesamt 13 Songs (die Original-VÖ enthält nur sieben). Leider gibt es diese Version nicht als LP, dafür kriegt man hier die absolute Vollbedienung. Die zusätzlichen Songs sind allesamt von anderen Konzerten – man merkt die Übergänge aber überhaupt nicht und alles klingt wie ein vollständiges Konzert, insofern ist das kein Problem.

    --

    Wurstberge sind auch juristisch schwer einzuordnen.
    #6328453  | PERMALINK
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    Headhunter

    Registriert seit: 23.01.2012

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    Aphrodite´s Child-666…Demis Roussos….ein tolles Album.

    mit einem echten Übersong.

    …und so ganz nebenbei ist es schon toll jemanden im Bekanntenkreis zu haben,der noch 15 Jahre älter ist als ich und der tatsächlich in Bethel beim Woodstock war…wenn der erzählt…affengeil!!!

    --

    Rock´n´Roll needs Feedback...so shut up,and learn how to play your guitar. Commander of the Order of the Britsh Empire of NWoBH...Donington,Knebworth,Reading. Rettet dem Dativ...Fick mir...wem,ich?
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    Metalin

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    Headhunter

    und da gabs eine Super interessante Deutsche Combo,die leider nur ein Album veröffentlicht hat
    nämlich MOURNIN-NIGHT SUN mit irre langen Synthie-und Gitarren Battles,so ein Hauch Deep Purple,eine Muß-Scheibe!!!

    Die Platte habe ich vor einigen Tagen bei You Tube entdeckt; wirklich der absolute Hammer! „Muß-Scheibe“ trifft es perfekt. Die werde ich in der nächsten Zeit auf alle Fälle oft hören. Aber, es ist auch kein Wunder, dass die mir gefällt. Den Deep Purple-Bezug stelle ich auch her und die sind immerhin meine Lieblingsband.

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    Headhunter

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    MetalinDie Platte habe ich vor einigen Tagen bei You Tube entdeckt; wirklich der absolute Hammer! „Muß-Scheibe“ trifft es perfekt. Die werde ich in der nächsten Zeit auf alle Fälle oft hören. Aber, es ist auch kein Wunder, dass die mir gefällt. Den Deep Purple-Bezug stelle ich auch her und die sind immerhin meine Lieblingsband.

    Sind ja sowas wie die Deutsche Antwort auf Deep Purple.Ich schreibe die Tage,wenn ich Zeit habe,eine Rezi im vergessene Perlen Thread…hatte ich mir eh schon ne Weile vorgenommen.Vorab,die Langrillen sind sehr schwer zu ergattern.Die 72´er Original Polydor/Zebra hat allerhöchsten Seltenheitswert und ist mit 500 Schleifen nahezu unerschwinglich.Selbst die 76´er Repress,die ich habe wird mit c.a. 150 Tacken gehandelt,wenn man sie überhaupt findet.
    Und auch für die CD Re-Releases von 97 und 01 legt man locker nen Fuffi hin. 😉

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