Heaven Shall Burn Tour-Tagebuch aus den USA!!!

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    Heaven Shall Burn

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    Tour-Tagebuch zur Heaven Shall Burn USA-Tour

    Von: Tobi (Neaera – Tour-Ersatz für Maik Weichert)

    Viele werden sich bestimmt wundern, warum ich das HEAVEN SHALL BURN Tour-Tagebuch schreibe. Maik kann leider aus familiären Gründen die USA Tour nicht mitspielen und ich will an dieser Stelle sagen, dass ich mich geehrt fühle, mit den anderen HSB Jungs die Bühne zu teilen.

    Heaven_Shall_Burn_USA_road.jpg

    10.04.2008 Orangevale, CA

    Nach dem zwölfstündigen Flug landeten wir um gegen 17 Uhr Ortszeit in San Fransisco. Wir wurden von unserem Tourmanager und Fahrer Beaver abgeholt. Als Erstes fuhren wir zu einem Supermarkt, um Nahrung aufzunehmen. Keiner von uns hätte gedacht, dass die USA das Paradies für Veganer ist. So viel Wurst und Käse…. Danach ging es dann zu einem noch größeren Markt um Schlafsäcke, Kissen und Isomatten zu kaufen. Denn die meisten Nächte werden wir wohl auf dem Boden schlafen. Das taten wir dann auch erstmal bei einem Freund von Beaver…

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    11.04.2008 Orangevale, CA

    Nach einer kurzen Nacht ging es erst mal in ein bekanntes Kaffeehaus. Danach wurde in einer großen Mall eingekauft. Schuhe und was man sonst so braucht. Dann zum Club, wo wir die Jungs von THE GHOST INSIDE und EMBRACE THE END kennen lernten. Nach dem Soundcheck warteten wir gespannt, bis wir die Bühne entern konnten. Ich war sehr aufgeregt, da es die erste Probe und das erste Konzert mit den Jungs in einem war. Ich war sehr erleichtert, dass die Show ohne große Patzer von meiner Seite verlief. Den Ami-Fans scheint es auch gefallen zu haben. Wie viele Jahre warten die schon, dass HSB mal über den großen Teich kommen. Nach der Show gab es noch vegane Muffins von einem Fan, die unglaublich lecker waren. Dann wieder zu unserem Schlafplatz.

    Heaven_Shall_Burn_USA_road2.jpg

    12.04.2008 Portland, OR

    Die Nacht war wieder kurz und wir machten uns auf den Weg ins schöne Portland, wo wir Support von Behemoth und Dimmu Borgir waren. Aufgrund einer Reifenpanne kamen wir erst 45 Min vor Stagetime in Portland an. Schnell aufbauen – und los ging’s. Ich habe noch nie mit 4 Schlagzeugen auf einer Bühne gestanden. Das war so scheiße, dass ich schon wieder lachen muss. Wer lässt sich nur so einen Mist einfallen? Doch die Show war sehr gut. Es gab einen Circlepit und viel Bewegung. Nach der Show verkauften wir unsere Shirts vom Trailer aus, da in der Halle unmenschliche Preise verlangt wurden. Dann ging es ins Bett. Ich weiß nicht mehr wo…

    13.04.2008 Seattle, WA

    Wir sind etwas früher aufgestanden, weil wir noch in einem veganen Cafe frühstücken wollten. 10$ all you can eat. Mit vollem Magen ging es dann nach Seattle. Der Hauptstadt des Grunge. Worüber sich Alexander besonders freute. Im Club angekommen wurde aufgebaut .

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    Heaven Shall Burn

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    HSB USA-Tourtagebuch Teil 2

    Von: Alexander Dietz

    Hallo Leute…hier ist Alex von HSB und ich möchte heute einmal unser Tourtagebuch updaten. Wir befinden uns gerade auf der Rückfahrt von Toronto/Canada nach Detroit, wo es sehr kriminell zugehen soll… Wir werden daher heute wohl im Club bleiben – und da es dort eine Bowlingbahn gibt, wird es heiße Gefechte zwischen allen 3 Bands geben.

    Alles in allem sind wir von den Vereinigten Staaten sehr überrascht. Es ist schwer das Land in der heutigen Zeit von außen zu mögen, aber wir sind auf unglaublich nette Menschen gestoßen die hier mehr oder weniger versuchen, ihrer Regierung die Hölle heiß zu machen, es aber nicht schaffen können, da diese unendliche Freiheit die hier gepredigt wird, nur ein Mythos ist. Das geht soweit, dass bei manchen Konzerten nicht getanzt werden darf! Viele Amerikaner, besonders die jüngeren, sind frustriert und schämen sich für ihre Regierung. Was ja auch berechtigt ist.

    17.04.08, The Pearl Room, Mokena Illinois

    Oh Man, schon wieder zu spät gekommen. Aber trotzdem zu faul zum beeilen. Auf Soundcheck verzichten wir daher. Für mich ist diese Station unserer Tour nach Seattle wieder eine ganz besondere Location,da meine All Time Favourite Band „The Smashing Pumpkins“ von hier stammt. Und wenn ich mir die Betonsiedlungen hier so anschaue, weiß ich jetzt auch, warum sie sich auf ihren Platten in eine verwirrende und schillernde Soundwelt geflüchtet haben.

    Der Club bietet Platz für 1700 Leute, also werden wir an diesem Abend jede Menge Platz haben hahaha…. Er ist gleich neben einer Beautyschule, wo hübsch aufgedackelte Ladys lernen, wie man Beine entwachst. Der Emrace The End Sänger lässt sich gleich ganzkoerperentwachsen… Das macht Spaß und brennt schön.

    An diesem Abend sind es ca. 120 Kids die schon sehr früh da sind und die lokalen Bands auch gut abfeiern. Unser Backstage ist sehr geräumig und hier gibt es alles frisch von einer Bar. Wirklich sehr nobel für amerikanische Verhältnisse. Die Show macht einen Riesenspaß, denn die Kids geben echt alles, obwohl hier wieder streng kontrolliert wird, um Tanzattacken zu vermeiden. Die Security ist aber entspannt, nachdem wir zur Vorsicht aufrufen. Und so gibts auch ein paar Circlepits! Irgendwie feiern die Amis so laut, als ob die immer doppelt so viele wären, wie sie eigentlich sind – super.

    Die Show ist relativ früh vorbei und so haben wir Zeit, in Ruhe das Equipment einzuladen und noch einen veganen Burger essen zu gehen. Hier bekommt man echt an jeder Ecke was Veganes, sehr schön. Und unsere Hüften fangen auch schon an, sich zu freuen.

    Fazit: Einen Tourmanager ausgeknockt, Hans (Tobi von Neaera) im Glück weil viel Bier, ne super Show und gratis nackte Brüste von den Beautyladys, die sie zum Abschied an die Scheibe gedrückt haben. Alles in allem ein schöner Tag!

    18.04.08, Peabodys Down Under, Cleveland Ohio

    Haha, auch hier wieder eine gepflegte Verspätung, denn wir haben uns in einer ca. Erfurtgrossen Shopping Mall verlaufen! Aber als wir den Club betreten wird eins klar: es wird fett! Wenn From Dusk Till Dawn nochmal gedreht werden würde, dann hier. Der Besitzer und das Personal sind supernett! Schöner Backstage und auch das Catering stimmt.

    Wir fahren nochmal schnell zu Walmart und lassen einen Ölwechsel machen. Bei den Distanzen hier sollte man das ein Mal im Monat tun. Als wir zurückkommen, ist der Club schon gut gefüllt und ein paar Local Bands spielen. Ich hänge dann ein bisschen herum und schaue mir andere Bands an, die auf einer anderen Bühne noch zusätzlich spielen. Auf einmal ist dann der Club zum zerplatzen voll und ich sehe jede Menge Kids, die sich schon auf HSB freuen. Wahnsinn! Mit solchen Reaktionen auf unserer ersten Tour hier hätten wir nicht gerechnet. Stacy hält sich tapfer am Merchstand aber ich meine, da ein paar große Schweißperlen auf seiner Stirn erkennen zu können.

    Showtime. Was jetzt passiert, ist einfach nur unglaublich! Auf Anhieb geiler Sound, die Leute am Bangen, Moshen, Kreiseln, und jedes Wort mitsingend. Hier und da Platzwunden in trotzdem lachenden Gesichtern – was ist hier los? Diese Show ist definitiv bis jetzt eine der intensivsten auf der Tour. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen, weil ich selbst auch komplett in einer anderen Welt war. Einfach ein schöner Abend.

    Nach der Show treffen wir noch viele Leute und erzählen einen vom Pferd. Danach checken wir in einem Motel ein, denn am nächsten Tag geht´s ja nach Kanada – und an der Grenze sind die immer streng. Deswegen müssen wir morgen gut aussehen… gute Nacht!

    19.04.08, Wreck Room, Toronto Ontario

    Zum Gück geduscht und frisch gemacht, denn in Kanada ist alles ein bisschen schöner als woanders. So werden wir freundlich aber bestimmt von einer Hand voll wirklich hübscher Ladys in Uniformen an der Grenze auseinander genommen, aber als die in unsere Taschen schauen und da die Auftrittsklamotten von 3 Wochen finden, bringen sie die Suche schnell zu Ende haha. So fahren wir weiter Richtung Toronto und dann taucht es am Straßenrand auf: ein Schild auf dem steht „Niagara Falls“. Der ganze Bus hat sofort geschrieen: „Raus hier!“ Und es hat sich gelohnt, das muss man wirklich gesehen haben. Die Natur ist so schön und gewaltig.

    Wir parken natürlich im Parkverbot und springen raus um das zu sehen. Die Wasserfälle sind so majestätisch und jagen mir echt kalte Schauer über den Rücken. Ich denke, es sollte Pflichtprogramm werden, Leuten sowas schon in der Schule zu zeigen, denn dann überlegt man sich danach 2 Mal, ob man seinen Müll einfach auf die Strasse wirft oder doch 5 Minuten bis zum nächsten Mülleimer wartet.

    Als wir zum Bus zurückkommen, steht natürlich ein Officer am Bus und will ihn abschleppen lassen. Dann geht alles ganz schnell. Wir haben ihm irgendetwas von Band erzählt, da hat er die verspiegelte Sonnenbrille abgenommen und gesagt: „Heaven Shall Burn?? Hey, my son plays in Liferuiner!“ Hahahah, wir haben den coolsten Officer in Kanada erwischt, der sogar noch ne Anmoderation auf Video macht und uns die Hörner zeigt! Das Knöllchen wird zerrissen, er bekommt ein Shirt für seinen Sohn und gibt uns seine Karte mit den Worten „…If you have trouble in Canada…just call me!“. Wie in einem Hollywood Movie, hahaha…

    Mit dementsprechend guter Laune gehts weiter zum Club. Dieser befindet sich in einer Discomeile und sieht auch so aus – aber der Besitzer ist sehr nett und der Backstage richtig gemütlich. Als local Band ist heute mal ne Band mit Frau am Gesang am Start. Aber die hat ne Stimme – wow! Arch Enemy lässt grüssen. Später stimmt sie bei uns noch „Voice of the Voiceless an“. Dankeschön!

    Die Show ist entspannt und die ca. 300 Kids geben alles. Auch Kanada hat uns absolut überzeugt und wir im Gegenzug hoffentlich auch Kanada. Einziger Zwischenfall ist ein gebrochenes Schlüsselbein, aber der sich krümmende junge Mann sagt nur „das wars wert“. Verrückt.

    Da dieser Club nach den Konzerten immer noch Disco macht, ist alles relativ schnell vorbei. Wir machen noch ´nen kleinen Smalltalk mit den Leuten und dann geht´s zu einer veganen Sushibar und was uns da erwartet ist Wahnsinn. Alle Beteiligten sind sich einig, dass dies das beste Sushi war, was sie je gegessen haben. Oh Gott, ich will mehr!

    Heute geht´s gleich ins Hotel, denn morgen ist Shopping angesagt. Wir brauchen neue Hosen! Also macht´s gut und bis später!

    Eure HSB Jungs

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    HSB Tourtagebuch Part 3

    Hallo Jungs & Mädels, hier ist der Alex mit einem Update von unserer ersten USA Tour. Wir sind auf der Zielgeraden angekommen und langsam freuen wir uns auch wieder auf zu Hause. Jeden Tag ca. Deutschlandgrosse Distanzen zurücklegen, schlaucht schon auf die Dauer und man wird außerdem fett & faul (und unserer Meinung nach auch hässlich hahaha). Kein Wunder bei dem Angebot an veganen Leckereien hier… Nichts desto trotz habe ich mal die Ereignisse und Eindrücke der letzten Tage für euch zusammengefasst und wünsche Euch viel Spaß beim Lesen.

    20.04.08, Magic Stick, Detroit Michigan

    Endlich angekommen in einer der kriminellsten Städten der Welt. Detroit ist, glaube ich, sogar die Stadt mit der weltweit höchsten Mordrate.

    Der Club ist sehr nett und wir steigen vorsichtig und unsere Taschen fest im Arm aus dem Van. Zu unserer Begeisterung ist der Club sehr friedlich und viele Leute sitzen im Cafe und lernen oder machen sonst irgendwas. Da ist natürlich erstmal Internet für alle angesagt, um Emails zu checken oder noch das letzte myspace und /oder studivz Date klarzumachen, haha. Der Backstagebereich ist ziemlich klein, so dass wir nur unsere Taschen rein bekommen. Aber der Saal ist dafür umso größer.

    Habe ich schon erwähnt, dass wir heute pünktlich waren?

    Als die anderen Jungs von Embrace The End und The Ghost Inside auftauchen, bauen wir fix die Backline auf und danach heißt es Bowlen & Essen.

    An diesem Abend kommen ca. 100 Leute und wir erfahren, dass 4 Strassen weiter My Chemical Romance spielen – die später noch zum Bowlen kommen wollen. Ich wittere also meine Chance, mich für deren Musik zu revanchieren. Aber sie sind dann wohl doch zu müde. Haben noch mal Glück gehabt… Naja, nächstes Mal dann!

    Die Show wird aber dann richtig gut. Die Leute feiern und tanzen und lassen den Abend richtig gemütlich werden. Ein bisschen fühlen wir uns wie eine Band, die zu einem privaten Anlass spielt, hahaha super! Es sind auch Fans aus Kanada und Chicago gekommen.

    Nach der Show haben wir ausreichend Zeit, uns mit den Leuten zu unterhalten und können einige Fragen, die über die Jahre aufgekommen sind, beantworten. Da das Personal sehr nett ist, wird dies ein längerer Abend, denn es gibt noch gratis Bowling und Ostdeutschland besiegt Amerika klar nach Punkten. Danke an Marcus, unser Bowling Ass. Inzwischen ist die Atmosphäre unter den Bands mehr als herzlich und es gibt reichlich nackte Haut und Gelächter.

    Dann ab ins Hotel, raus aus den nassen Klamotten und rein zu Tobias ins Kuschelbettchen. Oh Mann, wie haben das die Seefahrer früher gemacht?

    Gute Nacht!

    21.04.08, Uncle Pleasants, Louisville Kentucky

    Oh Man, hier ist es total dörflich und alle sind etwas langsamer unterwegs. Als wir ankommen, ist noch keiner da, außer einem völlig verplanten Typ mit Knast-Tattoos vom Feinsten. Von Anfang an liegt ein komisches Gefühl in der Luft. Aber alles läuft soweit glatt.

    Uncle Pleasants ist sehr klein und gemütlich und auf Spielereien wie Backstage oder Klotüren verzichtet man hier. Ist schön, wenn man vorm Mädchenklo steht, aber nicht schön, wenn man selber mal muss. Zum Glück gibt es ein sehr schönes Kaffeehaus, das von einem Surfer betrieben wird, der ne Mischung aus dem jungen Heath Ledger und Bob Marley ist. Sehr nett jedenfalls. Der hat uns dann noch Getränke spendiert und uns seine Toilette zur Verfügung gestellt. Ihr seht also, mit was für elementaren Problemen man sich auf so einer Tour herumschlägt, besonders im Niemandsland, wo Stroh wie im Western über die Strasse weht.

    Veganes Essen ist hier auch weitestgehend ein Fremdwort. Aber wir finden dann noch ein chinesisches Restaurant, in dem es sich satt werden lässt, obwohl uns ein Diättag nicht schlecht getan hätte, haha.

    Als wir wiederkommen, steht auf einmal die Polizei vorm Club. Erst dachen wir an sowas wie Schlägerei, doch dann wurde tragischerweise ein 8 Jahre alter Junge genau vorm Club von einem Auto überfahren. Die Stimmung war mehr als beklemmend und wir hoffen alle, dass er durchgekommen ist. Auf jeden Fall haben wir einen Song für den kleinen Kerl gespielt.

    Die Show war gemütlich. Wieder sehr viele Leute, die schon seit Jahren gewartet haben, uns zu sehen. Ein paar Circlepits gab´s und ´ne Wall of Death, bei der sich niemand verletzt hat. Schön so. Danach haben wir dann noch einen von der Band Risen getroffen, der hier lebt und dessen Job es ist, betrunkene Heim zu fahren, hehe.

    Die Leute in dieser Gegend sind echt gewöhungsbedürftig, aber unglaublich nett. Hier herrscht auch ein Slang, den wir sehr schwer verstehen können und so waren wir auf Hand- und Fußsprache angewiesen.

    Im Hotel haben wir dann noch etwas zusammen gesessen und diesen Tag ruhig ausklingen lassen…

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    #4574117  | PERMALINK
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    DonRon

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    klingt alles echt cool und ihr schreibt mit neaera die besten tourtagebücher!!!!

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    #4574119  | PERMALINK
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    22.04.08, The Muse, Nashville Tennessee

    Da die Fahrt heute nicht so lang wa,r gab´s wieder Einkaufsterror in einer riesigen Mall. Inzwischen haben wir alle das, was wir wollten und sind auch dementsprechend zufrieden und glücklich, hahaha.

    Nashville. Eine Stadt in der für viele Musiker alles angefangen hat und in der garantiert jeden Abend alle 7 Todsünden auf einmal zuschlagen.

    Als wir den Club betreten, sitzen da zwei Typen mit ca. 150 Zigaretten im Mund, die versuchen einen Windowsrechner zum Laufen zu bringen. Ich brauch nicht sagen, dass das vergebens war, oder? Der eine Typ ist sehr nett und spricht außerdem sehr gut deutsch. Er sagt, dass wir zu früh dran sind. Hmmm, wir bessern uns tatsächlich. Da es über 25 Grad sind, chillen wir noch ein bisschen in der Sonne, während wir auf die anderen Bands warten. Das Aufbauen geht dann ziemlich schnell. Auch heute spielen wieder lokale Bands, die mir aber ein bisschen zu Bollo sind. Deshalb geht´s mal in die Stadt. Auf dem Weg kommen wir an einer ca. 400 m langen Menschenschlange vorbei. Was ist da los? Puddle Of Mudd spielen ca. 1 km von uns weg… Ich wusste gar nicht, dass es die noch gibt und dass die so viele Leute ziehen!

    Und dann biegen wir in die Strasse, die uns zum Sündenpfuhl führt, ein. In wirklich jeder Kneipe spielt ne Liveband, alles lebt und bewegt sich, schöne Frauen und Cowboys in Klamotten, die einem Winnetou Film entnommen sein könnten, … Wirklich wie im Fernsehen. Fehlt nur noch, dass einer an uns vorbei geritten kommt. Aber ich denke, in der heutigen Zeit wird hier anders geritten ;). Alle paar Meter parken irgendwelche Stretch Limousinen, die so endlos lang scheinen, wie das Durchhören einer CD von Fler oder Cool Savage.

    Wir kehren in eine Mischung aus rustikalem und undefinierbarem, mit rosa Flamingos an der Wand besetzten, Kneipchen ein, denn selbst hier gibt es einen veganen Burger – juhu! Und als wir uns das Fett auf die Hüften muffeln, spielt die Countryband zu unserer Linken auch noch ne Hammer Coverversion von „Highway to Hell“ Das muss einfach Schicksal sein.
    Auf jeden Fall ist die Musiklandschaft und die Szene hier sehr beeindruckend und es ist toll, dass wir diese Atmosphäre mal schnuppern können…

    Zurück im Club haben sich ca. 100 Kids eingefunden, die bei allen Bands tanzen und gut an der Bierbar zulangen. Deshalb kommt es bei unserer Show zu mehreren Zwischenfällen von irgendwelchen betrunkenen Vollidioten, die sich immer wieder im Pit angreifen und sogar mit Bierflaschen aufeinander losgehen.Wir brechen die Show ab, denn das hat bei uns auf Konzerten nix verloren. Hoffentlich wird das mit der Egotripkacke nicht noch mehr auf deutschen Konzerten, denn dann haben alle, die nur Spaß haben wollen, unter solchen minderwertigkeitskomplexbehafteten Kids zu leiden.

    Nach der abgebrochenen Show setzen wir uns natürlich noch mit den Fans hin, die extra für uns gekommen waren und sagen sorry. Alle scheinen es zu verstehen.

    Alles in allem ein durchwachsener Tag mit viel Schönem aber auch Mist, den man sich hätte sparen können, wenn da nicht wieder Selbstüberschätzung und Egoismus im Spiel gewesen wären…

    Im Hotel ist es noch etwas gemütlich und dann, als ich aus der Dusche komme, wartet ja auch schon wieder der Tobias von Neaera bei mir im Ehebett. Langsam gewöhn ich mich da auch dran, denn in der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen und Tobias hat eine auf seinem Arm tätowiert…

    In diesem Sinne…
    Gute Nacht & bis bald

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