Endlich Zeit für das Camp Sonic, wieder ins Studio zu gehen – und wir werden mal wieder das Black Longe Studio (Avesta, Schweden) für unser drittes Album zu verschandeln. Der mächtige Jonas Kjällgren wird die Regler regieren.
John und Robin haben schon letzten Sonntag mit den Drums und allem angefangen, aber ich musste meinen 25. Geburtstag begehen und habe daher noch einen Tag damit gewartet, hochzufahren. Schlechte Idee, denn ein fetter Blizzard hat Schweden während der Nacht eingeschneit. Meine brilliante Idee am Montag nach Avesta zu fahren ist damit im Arsch.
Später am Nachmittag konnte ich dann doch genug Mut fassen und wagte mich auf die Straße. Nach extremer Vorsicht bin ich 2h zu spät it Avesta angekommen – nachdem die Session für den Tag dann schon zu Ende ging. Dafür ging aber alles gut, der Sound für die Drums steht und John hat sogar schon zwei Songs eingedengelt. Good Job!
Roger
Dienstag, 18.03. – Tag 2
Nach unzähligen Stunden Guitar Hero III am Vorabend, sind wir heute erst um 10h aus den Federn gekrochen. Höchste Zeit im Studio weiter an den Drums zu arbeiten.
John ist allerdings mit einer ätzenden Erkältung aufgewacht und hat sich Sorgen gemacht, ob das sein Drumming beeinflussen könnte. Aber nach ein paar Tonnen Halszeug, einer Banane und Schokolade war er wieder ok. Wir haben den Tag mit einem Song begonnen, der momentan den Arbeitstitel ‘Finnish’ trägt. Es ist der älteste Song, den ich für das Album geschrieben habe und erinnert etwas an ‘Psychic Suicide’ von ONLY INHUMAN, mit vielen Melodien und einem Killer-Riff.
Der Song lief gut, so dass die Session heute auch noch den Song ‘Break Benjamin’s Leg’ angehen konnte. Wie der Name schon suggeriert (?) ist es ein heftiger Song mit akustischen Elementen. Er wurde im Januar geschrieben, als ich meinen Urlaub in Thailand hatte und ist unser erster Song, mit dem ich gar nichts zu tun hatte. Ein potenzieller Single-Kandidat.
Außerdem konnten wir die Drums für unseren Redneck-Song mit dem Projekt-Namen ‘Export’ fertig machen. Er entstand während der Eastpak Tour im Herbst und erinnert im Riff an Steppenwolfs Klassiker ‘Born To Be Wild’. Steppenwolf haben also anscheinend den selben guten Riff-Geschmack wie wir.
Der Rest des Abends ging wieder für Guitar Hero drauf. Außerdem haben wir versucht, in unserem Appartement eine Glühbirne zu installieren. Das ging aber schwer in die Hose, weil wir für dieses Großereignis nicht das geeignete Werkzeug hatten und außerdem das Dach aussah, als würde es jeden Moment einstürzen. Und wir wollten schließlich nicht die Leute über uns jeden Tag im Studio sitzen haben…
Der dritte Tag im Studio nahm einen schlechten Start: John hat seine Snare zerstört. Aber da Jonas ein gut vorbereiteter Mann ist, hatte er noch eine eingestaubte Snare für den armen Jonas über. Nach einigen Einstellereien klang sie dann auch endlich wie die alte.
Der Song, an dem wir saßen, ist Johns Favorit mit wahnsinnigen Gitarren und Blastbeats. Ein Killer, der sich auf gute Art von den anderen Songs absetzt.
Nach diesem „schlimmen“ Zwischenfall wurde es dringend Zeit für etwas zu essen. Zum Glück ist das Black Lounge Studio im gleichen Gebäude, wie das Restaurant Berits Kitchen. Wir müssen unsere faulen Ärsche also nicht viel bewegen, um Futter zu bekommen.
Nach dem Essen muss dringend das Videomaterial zu Richard nach Falkenburg gemailt werden, damit er den ersten Teil von „Sonic TV – The Studio Report“ schneiden kann. Ihr werdet es schon bald auf Myspace sehen. Macht euch auf was bereit! Außerdem haben wir zwei weitere Songs fertig, so dass jetzt die Drums für acht von 14 Songs fertig sind. Yeah!
Der erste Job des Tages bestand darin, das Auto neu zu betanken, was gar nicht so einfach war, da es in Avesta keine Statoil Stationen gibt. Wir mussten also bis nach Hedemora fahren, was 30km von Avesta entfernt ist. Es kam also zu einigen Verzögerungen im Zeitplan.
Der nächste Song war dann ein Sucker namens ‘Hoden’, den wir während der Tour mit Amon Amarth geschrieben haben – was man auch hört. Wir möchten, dass ihr euch fühlt, als ob eine Horde unrasierter Wikinger in euer Haus einfällt und euch überrennt!
Von einem Wikinger-Song ging es dann in eine ganz andere Ära: zur Ritter-Zeit. Der Song läuft momentan unter ‘Hammerfall Disco’ und hat ziemlich Heavy Metal beeinflusste Riffs mit fröhlichen Keys. Den Song haben wir letzten Herbst geprobt, aber irgendwie war er lahm, so dass wir ihn erstmal zur Seite gelegt haben. Wir haben ihn dann aber doch aufgenommen und er ist mittlerweile einer meiner Lieblings-Songs auf dem Album!
Außerdem haben wir das Schlagzeug für Rolands und Robins ‘High School’ Song aufgenommen. Sie haben den Song erst wenige Tage vor dem Studio-Termin geschrieben. Da ich nicht wirklich weiß, wie der Song geht, wird es ziemlich interessant sein, ihn komplett zu hören!
Ich bin etwas verwirrt: Was ist Jesus eigentlich passiert an Ostern? Ist er gestorben, oder auferstanden? Oder hat er nur Eier gegessen? Ehrlich: Ich habe keine Ahnung. Aber es ist mir auch egal. Es ist halt schön, ein paar Tage mehr frei zu haben.
Unser Produzent und der Studio-Techniker Jonas werden später nach Norden fahren, um Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Wir müssen uns also mit den letzten drei Songs beeilen. Ich selber werde zurück nach Falkenberg fahren, aber John und Robin wollen auch nach Norden. Ski-Fahren in Romme.
Um in die richtige Oster-Stimmung zu kommen, hat Jonas kiloweise Süßigkeiten angeschleppt. Das hatte einen ziemlichen Einfluss auf Jonas, denn sonst müsste er auf Crack gewesen, oder total geil aus Skifahren gewesen sein, so schnell hat er seine Parts eingetrümmert. Vor dem Mittagessen war dann alles fertig und ich konnte sicher in meine Karre steigen und an die Westküste fahren. Nächsten Dienstag geht es dann an die Gitarren!
Frohe Ostern, Fuckers!
Dienstag, 25. März – Tag 6
Back in Black im härtesten Studio in Avesta, um die Gitarren einzuschrammeln. Ostern ist vorbei, die Hexen sind verbrannt, alle Süßigkeiten verputzt. Und Robin hat 10 Liter Oster-Soda in weniger als drei Tagen gesoffen. Ich selber habe das Wochenende mit meiner Freundin in einem Luxushotel in Malmö, Südschweden, verbracht. Ostern hatten wir sogar noch Zeit, bei IKEA vorbeizuschauen, so dass ich ne Couch und diversen anderen Kram kaufen konnte.
Aber genug von Ostern und Couches. Heute legen wir mit den Gitarren los. Als erstes gibt es einen einfachen Song im Midtempo, der aber sehr nach Hit klingt. Melodien, die Lordi Monster-Tränen heulen lassen wird und uns in die MTV Dancefloor-Charts katapultieren wird. Nehmt mich da aber vielleicht nicht zu wörtlich… Die Gitarren waren jedenfalls schnell eingedengelt, jetzt fehlen nur noch der Gesang, ein cooler Bass und 36 Kanäle mit bombastischen Keys!
John hat heute sein Drumkit nach Hause gebracht, dafür ist unser Manager Mike von Stockholm gekommen, um unsere Studio-Doku zu überwachen. Wir sollen ja nicht nur besoffen rumhängen. Sein erster Kommentar zu unserem Apartment: „Das sieht aus wie der Ort, an dem man nur zum sterben hinkommt, hehe.“
Heute bin ich verdammt früh aufgewacht und habe gemerkt, dass jemand in unserem Appartment rumschlich. Robin konnte es nicht sein, er steht nie vor 10h auf. Dann merkte ich, dass es Mike und seine Video-Kamera war, der uns in einer perversen Big Brother Art filmte. Wahrscheinlich schon die ganze Nacht, um den perfekten Shot zu kriegen, in dem wir aufs Kissen sabbern und später eine Morgenlatte haben.
Heute haben wir unsere Gitarristen gefordert und es klingt fantastisch. Das Album wird so fett, dass es Butter aus euren Boxen ziehen wird. Zwei Songs haben wir geschafft, die beide geiler klingen, als erwartet, was immer cool ist. Doof ist andererseits, wenn man einen Hit zu haben glaubt, der dann aber scheiße ist und vom Label nur noch als Japan-Bonus oder so verwendet wird, hehe.
Nach dem Studio ist Mike mit dem Zug wieder zurück nach Stockholm gefahren. Die Landluft und der nordschwedische Akzent waren wohl zu viel. Oder er findet die neuen Songs so schlecht, dass er nicht mehr Sonic Syndicate Manager sein will...
Donnerstag, 27. März – Tag 8
Als Robin und ich vom Apartment ins Studio gingen, rief Jonas an und lud und zum Tee zu sich ein. Und ich muss sagen, er hat seine Wohnung echt hergerichtet, seit wir vor anderthalb Jahren das lettze Mal da waren. Fast schon klinisch sauber, kein Staub, nichts. Dann kam raus, dass Jonas Freundin eingezogen ist. Und das erklärt mal einiges! Nach ein paar Tassen Kaffe, Keksen und natürlich einem Besuch bei seiner Gitarrensammlung, ging es wieder ins Studio.
Heute ging es an zwei harte Songs. Einer ist der schnellste unserer Karriere und beinhaltet das zweite Solo ever von uns. Yngwie Malmsteen und Steve Vai: passt auf! Der zweite Song wurde von mir nur Tage vorm Studiotermin geschrieben und meine Finger haben ihn noch nicht so ganz. Er heißt deswegen bisher “Panic”, haha. Trotzdem ging alles glatt und einer der Songs war vorm Essen schon fast fertig.
Mittagessen gab es dann im "Dalahästen"-Restaurant mit Jonas Kumpel Kenneth von Scar Symmetry. Danach nochmal sechs Stunden am schnellen Song gesessen und ihn hinbekommen!
Neben der hässlichen Erkältung, die ich schon seit Tagen mit mir rumschleppe, bin ich jetzt auch noch mit einem brutalen Husten gesegnet. Meine Stimme klingt wie ein ungestimmtes Gitarren-Solo und es fühlt sich an, als ob meine Lunge aus meinem Körper raus will.
Die Gitarrenaufnahmen waren easy heute. Das Projekt heißt „Punk Song“ und ist ein altes Teil das ich letzten Frühling geschrieben habe. Robin hat es aber etwas aufpoliert und unter anderem die „shugg shugg“ Riffs gegen Punk-Gitarren ausgetauscht. Daher auch der Name. Klingt cool jetzt.
Der nächste Song ist ein Tribut an Amon Amarth und heißt bisher ‘Hoden’ (Oden nach Amon Amarth und das H von Eddie Meduzas “Hodet”. Macht Sinn, oder?)
Im Studio haben wir außerdem noch eine Video-Präsentation für den METAL HAMMER gedreht.
Samstag, 19. März – Tag 10
Mal wieder ein Wochenende und Jonas wollte etwas freie Zeit haben. Wir beschlossen also, nur halbe Tage im Studio zu sein. Tat gut, da ich immer noch erkältet bin. Außerdem haben wir einen von Robins Songs begonnen, was gut für mich war. Ich lag also auf dem Sofa rum und habe Däumchen gedreht. Nach dem Song ging es dann in die Stadt, Pizza essen.
Naja, wieder im Apartment habe ich die meiste Zeit im Bett verbracht, wachte aber auf, als Robin ein neues Spiel auf seiner Xbox testete. Er ist einfach schon komplett durch bei Guitar Hero 3 und brauchte wohl eine neue Herausforderung. Dabei ist das Spiel echt scheiße. Ich weiß den Titel nichtmal mehr. Nur das Cover war cool.
Der Rest des Abends ging vor dem Fernseher mit einer Tüte Chips drauf.
Es läuft gut und wenn wir gut durcharbeiten, alle Gitarren und Bässe vor dem Wochenende fertig haben, können wir nächste Woche schon mit dem Gesang anfangen. Yeah! Wir wollen natürlich nichts überstürzen, aber was sollen wir machen, wenn alles so gut passt?
Nach zwei Wochen Studio sammelt sich natürlich ne Menge Scheiß an. Das Studio sieht also mehr nach Avestas Müllhalde aus, verziert mit leere Cola-Dosen, halbvollen Kaffe-Tassen, alten Gitarren-Saiten und Krümeln. Heute stand daher ein großes Aufräumen an, bevor es an die Aufnahmen ging. Der Song des Tages war ‘Raggarlåten’, mit dem wir gestern schon mal angefangen haben. Hat gut geklappt. Der Song fühlt sich nach unserem ersten Album an, mit etwas mehr Düsternis, aber immer noch melodisch. Der zweite Song für heute war ‘Hellgate’, ein schneller Reißer, den erstmal schwach fand, der dann aber ziemlicht gut wurde.
Abends hat Robin wieder bei Guitar Hero geposed und es geschafft, die Gitarre in die Wand zu werfen und über den Frühstückstisch zu fallen, während er ‘Take This Life’ von In Flames gespielt hat. Ihr solltet unser nächstes Video in diesem Sinne nicht verpassen…
Montag, 31. März – Tag 12
Verdammte scheiße, war ich heute müde. Ich bin wohl immer noch gejetlagged von der Uhrzeitumstellung. Im Studio hing ich also erstmal auf der Couch rum, während Robin die Rhythmus-Gitarren einspielte.
Zum Essen gab es Macaronis und Würstchen aus Birgits Küche. Danach gingen wir bowlen. Vor einem Jahr habe ich haushoch verloren und mir sogar die Kugel auf den Fuß fallen lassen. Ich konnte also nur besser warden. Robin lag dann auch acht Runden lang vorne, bis ich mit 1 Punkt Vorsprung gewann! Haha! Ich hatte es natürlich die ganze Zeit voll im Griff und wollte es nur spannend machen. Jonas hat verloren – oder ist dritter geworden, wie er sagt.
Im Studio war es dann an mir, wieder ein paar Lead-Gitarren einzuspielen. Lief gut und es fehlen nur noch zwei Songs, mit denen wir bis morgen warten.
Apart from the hours travelling from Queretaro to Veracruz in an exhausting heat we have been in mini holiday: sun, sea, drinks and lovely women for three days: VIVA MEXICO!
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