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Thema: Der allgemeine Politikthread

  1. #2161
    Forumslegende Avatar von Leukon
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    Zitat Zitat von Bahl Beitrag anzeigen
    Was ist an einem Schulddiskurs so schlimm? Was ist daran verkehrt, dass europäische Gesellschaften sich eine - m. E. nicht abstreitbare - Schuld eingestehen? Willst Du etwa Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Grossbritannien eine historische Verantwortung bezüglich Kolonialismus absprechen? Und was hat das mit Selbsthass zu tun? Und Du nennst die Formulierung hier zugespitzt, bei etwa vergleichbaren Formulierungen, die in eine Kerbe schlagen, sprichst Du dann schnell von Sticheleien usw. Aber gut, das kann mir letztlich egal sein.

    Was die "ungerufene" Zuwanderung angeht: Warum wird in dem Zusammenhang nicht gefragt, unter welchen Umständen diese "ungerufenen" Zuwanderer vorher gelebt haben? Ob sie vielleicht andauernd Hunger hatten oder verfolgt wurden? Ich muss auch gestehen, dass ich einfach nicht mehr mitkomme, wenn dann hier von Überflutung gesprochen wird oder davon, dass solch eine Zuwanderung u. a. finanziell nicht tragbar sei. In "unseren" Ländern hier gibt es doch einen sehr hohen Lebensstandard, den es in den Heimatländern dieser Zuwanderer nicht gibt.

    Na ja, und ethnisches Eigeninteresse verstehe ich dann gar nicht. Was soll das?! Was macht es für einen Unterschied, ob jemand aus Land X oder Y kommt, der Ethnie Z oder T angehört?! Warum sollte man wünschen, dass sich die eigene Ethnie nicht mit anderen mischt (das ist doch das, worauf Du hinaus willst?)? Und was der letzte Satz in Deinem Post damit zu tun hat, ist mir auch völlig schleierhaft.
    1. Das Konzept der historischen Verantwortung interessiert mich nicht sonderlich. Ich kann mir darunter wenig vorstellen. Wenn damit gemeint sein soll, dass bspw. die heute lebenden weißen US-Amerikaner oder Niederländer in irgendeinem vernünftigen Sinne des Wortes Schuld tragen an Sklaverei bzw. Kolonialismus, und von daher ihre eigenen Interessen in jeder Abwägung mit den Interessen der historischen ''Opfergruppen'' hintanzustellen haben, dann ist das schlicht und einfach Quatsch und nicht weiter diskussionswürdig.

    2. Die Lebensverhältnisse in vielen Staaten dieser Welt sind - gemessen am Standard der Industrienationen – schlecht. Ich hoffe allerdings, dass dir klar ist, dass man sich als Hungerleider den Schlepper nach Europa nicht leisten kann; das bleibt der Mittelschicht vorbehalten. Jedenfalls: Die Leute kommen, weil sie nach Lebenschancen suchen, die ihnen zuhause fehlen. Wer sollte es ihnen verdenken?
    Nur sollte man eben nicht so tun, und das ist leider sehr üblich, dass damit die Diskussion schon zu Ende wäre. Man hat also auf der einen Seite ein legitimes Interesse der Einwanderer herausgearbeitet, an Wohlstand und Sicherheit der europäischen Staaten zu partizipieren.

    Aber eigentlich tauchen schon an dieser Stelle die ersten drängenden Fragen auf. Ist das denn überhaupt eine realistische Aussicht? Der Bedarf an unqualifizierten Arbeitskräften mit allenfalls bescheidenen Sprachkenntnissen ist in modernen High-Tech-Nationen äußerst gering. Wie Roland Tichy hervorhebt, landet deshalb ein ''großer Teil der arbeitslosen Immigranten in der Illegalität, Schwarzarbeit oder in Mindestformen der Sozialhilfe. Es ist ein Programm der Kriminalisierung einer ethnischen Gruppe ohne Zukunft''.

    Ich halte außerdem Gunnar Heinsohns Konzept des youth bulge in diesem Zusammenhang für sehr wichtig: Weltweit werden bis zum Jahr 2020 700 Millionen junge Männer aus youth bulge-Nationen das kampffähige Alter erreichen: Für diese überzähligen Söhne stehen gesellschaftliche Positionen nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung; ''niemand kann sie mit Posten versorgen, die ihrem Ehrgeiz, im Leben etwas zu erreichen, Genüge tun könnten. So bildet sich ein gefährlicher Sprengsatz aus zornigen jungen Männern''. Diese überzähligen Söhne rütteln jetzt an den Toren Europas und mit ihnen die Opfer und Verfolgten der aus der demographischen Dynamik resultierenden Bürgerkriege, Genozide und Terrorakte. Es wäre naiv, anzunehmen, dass man all diesen Leuten hier die Perspektiven bieten könnte, die ihnen zuhause fehlen.

    Das nur in Parenthese. In einem zweiten Überlegungsschritt muss man sich jedenfalls noch fragen, welche Interessen aufseiten der europäischen Völker in dieser Angelegenheit betroffen sind. Die Analyse eines Interessenkonflikts bedarf einer fairen Abwägung der kollidierenden Belange. An dieser Stelle wird’s dann wirklich komplex, daher skizziere ich nur ein paar Leitlinien der Argumentation.

    - Wir leben in Zeiten, in denen die europäisch geprägten Sozialstaaten längst am Rande ihrer Leistungsfähigkeit operieren und immer größere Anteile des Einkommens der schrumpfenden Gruppe der gesellschaftlichen Leistungsträger, also der jungen und intelligenten Leute, beschlagnahmen müssen, um den Betrieb weitergehen zu lassen. Das zunächst mal. Natürlich sind ''wir'' vergleichsweise reich, die Frage ist aber: wie lange noch? Einfach mal Herwig Birg lesen. Und ist es nicht seltsam, dass in einem angeblich so reichen Land wie Deutschland jede Polizeistation unterbesetzt ist, es zu wenige Richter und Lehrer gibt, Straßen und Schienen marode werden?

    - Wie Vertreter des linksliberalen Mainstreams so gerne betonen, ist es nur zu verständlich, wenn ein ''Flüchtling'' lieber in Deutschland oder Schweden als in Somalia oder Eritrea leben möchte. Eigentlich klar. Die modernen Industrienationen haben produktive Volkswirtschaften, funktionierende Institutionen, eine auf einem soliden Alltagsvertrauen basierende, entspannte und offene Geschäfts- und Alltagskultur. Sie bieten ein soziales Netz, das den Einzelnen in Notzeiten nicht im Stich lässt, einen Bürgersinn, der sich in nicht selten aufopferungsvollem ehrenamtlichem Engagement äußert. Kurz: Ein Staat wie Deutschland oder Schweden hat besonders großes Sozialkapital.

    Das Dilemma ist nun, dass dieses Sozialkapital in einem engen Zusammenhang steht mit der ethnischen Homogenität dieser Staaten. Das ist ein böser Begriff, ich weiß. Aber es stimmt. Dazu Frank Salter:
    ''Rising diversity within human societies tends to drive people apart, causing them to take sanctuary in individual pursuits and ethnic communities. The practical consequences are reduced public altruism or social capital, evident in falling volunteerism, government welfare for the aged and sick, public health care[v]and a general loss of trust.[vi] Ethnic diversity is second only to lack of democracy in predicting civil war.[vii]Globally it correlates negatively with governmental efficiency and prosperity.[viii].''

    Die römischen Zahlen verweisen auf das Literaturverzeichnis, das hier abgerufen werden kann: https://quadrant.org.au/magazine/201...-open-borders/

    - Als vorläufig letzten Gesichtspunkt möchte ich noch einmal den schon angeführten Zusammenhang zwischen youth bulges und gewalttätigen Konflikten anführen. Solche Gefahren unbedacht zu importieren, wäre eine historisch beispiellose Dummheit.

    - Weitere Aspekte wie etwa genetische Interessen und ökologische Fragen lasse ich jetzt einmal außen vor. Auch darauf können wir gerne noch zurückkommen.
    Geändert von Leukon (12.08.2015 um 22:38 Uhr)
    Wenn ein Staat zusammenbricht, verlieren Männer ihren Wert - auch diesen Zustand kann man Freiheit nennen. - Arnold Gehlen

  2. #2162
    Metalhead Avatar von KorPhaeron
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    Am wichtigsten finde ich eigentlich den Punkt das wir, selbst wenn wir es wollen, nicht die Perspektivlosigkeit all dieser Menschen hier bei uns beheben können und inwiefern es "gut" oder "fair" oder "sinnvoll" ist Menschen hier auf zu nehmen, denen hier ein Leben am Rande des Sozialwesens und der Gesellschaft führen. Im Zweifelsfall werden sich solche Menschen freiwillig oder unfreiwillig dann Gethoisieren und wohin das führen " kann" sieht man ganz gut an Amerika.

  3. #2163
    Forumslegende Avatar von Bahl
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    Gut, ohne letztlich mit dem einverstanden zu sein, was Du schreibst, ist das etwas, über das man diskutieren kann. Nur hat das mit dem, was der Clown in dem Video sagt, nicht mehr viel zu tun. Letzteres halte ich eher, da zitiere ich Dich mal, "schlicht und einfach [für] Quatsch und nicht weiter diskussionswürdig".

    1. Ich verstehe unter historischer Verantwortung nicht, dass die Bürger eines Landes eine Schuld tragen, sondern dass es hier um Staaten geht. Es war nun mal der französische Staat, der u. a. in Algerien über 100 Jahre herrschte, die einheimische Bevölkerung unterdrückte und sich schliesslich zurückzog, nachdem er noch mal acht Jahre einen brutalen Krieg geführt hat. Ich erwarte dadurch nicht, dass ganz Frankreich sich jeden Tag geisselt, finde es jedoch angemessen, wenn es etwas zur Wiedergutmachung leistet. Wahrscheinlich wirst Du das anders sehen, aber ich bin eben davon überzeugt, dass die Misere in Teilen Afrikas daherrührt, dass es über lange Zeit kolonisiert wurde. Doch einfach zu sagen, dass man damals nicht dabei war, dafür nichts kann und deswegen jegliche Verantwortung ablehnt, davon halte ich nichts.

    2. Und wenn es die Mittelschicht ist, die aus einem Land nach Europa kommt: Ich glaube kaum, dass sie es tut, weil sie spontan gerade mal Lust darauf hatte, das Land zu wechseln. Ja, Deutschland und Europa werden nicht alle Flüchtlinge dieser Welt schultern können, aber soll das trotzdem in der Konsequenz heissen, dass alle Grenzen dichtgemacht werden und man den Rest der Welt mit seinen Problem allein lässt?

    Ich denke, dass wir Dinge wie ethnische Homogenität aussen vor lassen können. Das interessiert mich dann nicht und ist wiederum schlicht und einfach Quatsch und nicht weiter diskussionswürdig. Und wenn irgendwelche Salters und Konsorten sich darüber seitenlang auslassen. Irgendeinen Aufsatz zu zitieren, macht eine Sache nicht wahrer.

    Warum es in Deutschland marode Schienen gibt, Polizeistationen unterbesetzt sind usw.? Weil die Bahn privatisiert und Personal gekürzt wurden, Reallöhne gesunken sind, der Sozialstaat beschnitten wurde. Zum Beispiel. Es scheint in Deutschland halt wichtiger zu sein, dass Herr Schäuble seine schwarze Null erreicht. Dass Kredite für Deutschland gerade äusserst niedrig bezinst wären, durch deren Aufnahme man sicher ein paar Schienen austauschen könnte, nimmt wohl niemand zur Kenntnis. Und wenn die Reallöhnen mal steigen würden, wäre die Kaufkraft auch höher.
    Geändert von Bahl (13.08.2015 um 09:04 Uhr)
    Wurstberge sind auch juristisch schwer einzuordnen.

  4. #2164
    Forumslegende Avatar von Leukon
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    Ich denke, dass wir Dinge wie ethnische Homogenität aussen vor lassen können. Das interessiert mich dann nicht und ist wiederum schlicht und einfach Quatsch und nicht weiter diskussionswürdig. Und wenn irgendwelche Salters und Konsorten sich darüber seitenlang auslassen. Irgendeinen Aufsatz zu zitieren, macht eine Sache nicht wahrer.
    Es geht doch hier nicht um irgendwelche Behauptungen, die ungeprüft geglaubt werden sollen, sondern um vielfach replizierte empirische Befunde, die grundlegende Hypothesen der Soziobiologie und Evolutionsforschung bestätigen. Wer ganze Wissenschaftszweige für irreal erklären will, sollte schon ein paar vernünftige Gründe dafür anbieten können.

    Und wenn es die Mittelschicht ist, die aus einem Land nach Europa kommt: Ich glaube kaum, dass sie es tut, weil sie spontan gerade mal Lust darauf hatte, das Land zu wechseln.
    Das ist doch selbstverständlich. Es führt aber nun einmal nicht weiter und ist keine Antwort auf meine Argumente.

    Ja, Deutschland und Europa werden nicht alle Flüchtlinge dieser Welt schultern können, aber soll das trotzdem in der Konsequenz heissen, dass alle Grenzen dichtgemacht werden und man den Rest der Welt mit seinen Problem allein lässt?
    Was ich dem einen gewähre, kann ich dem anderen nicht verweigern. Das ist doch das Dilemma des der humanitär-egalitären Ethik: Sie erlegt uns unbegrenzbare Verpflichtungen auf; sie ignoriert widerstreitende Interessen; sie versucht uns andauernd ein schlechtes Gewissen einzureden dafür, kein Leben ohne Bedingungen führen zu können; sie tendiert dazu, das verfasste Gemeinwesen unter einen unkontrollierbaren Sozialdruck zu setzen. Man kann das wunderbar in Beziehung setzen zu gewissen religiösen Bewegungen, auch mit dem Vegetarismus. Ich halte es jedenfalls mit Gehlen, den man nicht oft genug zitieren kann.

    ''Um unter den Risiken der Sicherheit auf Dauer zu bestehen, bedarf die Nation gewisser Tugenden, die alle auf Distanzierung gehen: Der Disziplin und der Nüchternheit, Wachsamkeit und Ausdauer, der Fähigkeit zur Konzentration und des rationalen Gefahrensinns – also, mit einem Wort, der politischen Tugenden.''

    Um die Antwort auf deine Frage klar zu formulieren: Natürlich muss ein Staat, muss ein Volk, das eine Zukunft haben will, die Grenzen seines Territoriums sichern, Punkt. Das heißt jedoch keineswegs, dass man den Rest der Welt ignoriert und jede Fehlentwicklung gleichgültig ablaufen lässt. Ich habe ja gestern auch ausführlich dargelegt, warum ich zwischen diesen beiden Anliegen keinen echten Widerspruch sehe.

    Wahrscheinlich wirst Du das anders sehen, aber ich bin eben davon überzeugt, dass die Misere in Teilen Afrikas daherrührt, dass es über lange Zeit kolonisiert wurde. Doch einfach zu sagen, dass man damals nicht dabei war, dafür nichts kann und deswegen jegliche Verantwortung ablehnt, davon halte ich nichts.‘‘
    Diese These bedürfte schon noch einer Erläuterung. Wie genau führt denn der historische Kolonialismus dazu, dass die heute lebenden Afrikaner es – in einigen Fällen - nicht schaffen, lebenswerte Gesellschaften zu formen?

    Außerdem: Wenn ich ein Unrecht nicht begangen habe, kann auch ich nicht moralisch dafür verantwortlich sein. Das ist moralisch genauso zwingend wie die Annahme von Verantwortlichkeit für Unrecht, das ich getan habe.
    Wenn ein Staat zusammenbricht, verlieren Männer ihren Wert - auch diesen Zustand kann man Freiheit nennen. - Arnold Gehlen

  5. #2165
    Forumslegende Avatar von abrakadabra
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    Kann mir mal jemand diesen Zirkus um Netzpolitik.org erklären?

    Wenn es den Verdacht auf Begehung einer Straftat gibt (und den gibt es, obwohl ich die Seite und die Leute dahinter mag), dann hat dagegen ermittelt zu werden - ganz einfach. Dann ist nicht das Problem die Ermittlung, sondern maximal, dass die Gesetze zu restriktiv sind, und geändert gehören. Dass die Medien das nirgendwo so hingeschriben haben, ist schon mal die erste Frechheit.

    Weiters verlangt der Justizminister, weil ihm offenbar gerade danach der Sinn steht, dass die Ermittlungen sofort eingestellt werden sollen, weil, äh, naja, passt halt gerade nicht. Dass er das auch für seine hyptothetischen Freunde aus der Mafia machen könnte, und dass dieses Vorgehen eigentlich ein Skandal und möglicherweise eine Straftat ist, darum geht es auch nirgendwo. Hauptsache die Ermittlungen gegen Journalisten sind eingestellt worden. Warum, und ob rechtmäßig oder nicht, ist scheißegal.

    Dann hat der Generalbundesanwalt nicht das Rückgrat, das offen anzusprechen, sondern redet irgendwas von einem "Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz", was eine höchst merkwürdige Beschwerde ist, zumal es keine Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft gibt. Warum sagt er nicht offen: "Der Herr Justizminister und seine Schergen verlangen von mir aus meiner Sicht die Begehung einer Straftat"?

    Nicht dass ich glaube, dass das in Österreich viel besser wäre, aber das ist echt eine schwache Leistung...
    Geändert von abrakadabra (14.08.2015 um 11:46 Uhr)

  6. #2166
    Forumslegende Avatar von Roy Black Metal
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    Zitat Zitat von abrakadabra Beitrag anzeigen
    Kann mir mal jemand diesen Zirkus um Netzpolitik.org erklären?

    Wenn es den Verdacht auf Begehung einer Straftat gibt (und den gibt es, obwohl ich die Seite und die Leute dahinter mag), dann hat dagegen ermittelt zu werden - ganz einfach. Dann ist nicht das Problem die Ermittlung, sondern maximal, dass die Gesetze zu restriktiv sind, und geändert gehören. Dass die Medien das nirgendwo so hingeschriben haben, ist schon mal die erste Frechheit.

    Weiters verlangt der Justizminister, weil ihm offenbar gerade danach der Sinn steht, dass die Ermittlungen sofort eingestellt werden sollen, weil, äh, naja, passt halt gerade nicht. Dass er das auch für seine hyptothetischen Freunde aus der Mafia machen könnte, und dass dieses Vorgehen eigentlich ein Skandal und möglicherweise eine Straftat ist, darum geht es auch nirgendwo. Hauptsache die Ermittlungen gegen Journalisten sind eingestellt worden. Warum, und ob rechtmäßig oder nicht, ist scheißegal.

    Dann hat der Generalstaatsanwalt nicht das Rückgrat, das offen anzusprechen, sondern redet irgendwas von einem "Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz", was eine höchst merkwürdige Beschwerde ist, zumal es keine Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft gibt. Warum sagt er nicht offen: "Der Herr Justizminister und seine Schergen verlangen von mir aus meiner Sicht die Begehung einer Straftat"?

    Nicht dass ich glaube, dass das in Österreich viel besser wäre, aber das ist echt eine schwache Leistung...
    Du hast es doch ganz gut erfasst. Das heldenhafte Internet hat glorreich die Pressefreiheit verteidigt, die unglaublich bekannten und systemrelevanten Journalistengötter von Netzpolitik.org sind auf den Thron der Schreiberzunft erhoben worden und das politische Berlin hat keinerlei Befürchtungen, irgendwie einen Gegenwind aus der sakrosakten netzgemeinde zu erhalten. alle sind glücklich, und böse, ale Männer, die das Neuland nicht verstanden haben, wurden in die Pension geschickt. Hurra!

    Edith: Die FAZ hat im übrigen in den letzten Tagen den sehr passenden und äußerst unterhaltsamen Begriff des "Blogwartes" geprägt
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    Kaiser von Europa und Imperator des Forums. Unterwerft euch, hopp hopp!

    Zitat Zitat von Ulver Beitrag anzeigen
    Roy hat recht, alle Anderen keine Ahnung.

  7. #2167
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    3. Hilfspaket für Griechenland beschlossen: In der Unionsfraktion ist die Zahl der Abweichler im Vergleich zur letzten Abstimmung gestiegen: 63 Abgeordnete von CDU und CSU stimmten mit Nein, 3 enthielten sich, 228 waren dafür, sagt Zeit online.

    Hier ein Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1048836.html

    Hier die Bundestagsrede von Klaus-Peter Willsch der CDU-Euro Rebell der ersten Stunde. Schade, dass nicht alle Abgeordneten in der Union so vernünftig sind, mit ihrer verfehlten Griechenlandpolitik könnte man die "sozialdemokratische" Merkel zu Fall bringen. Traurig, aber irgendwann fällt Merkel der ganze Laden um die Ohren. Nächtes Jahr folgt dann das 4. Hilfspaket, dann geht es bestimmt um 100 Millarden. Link zum Video:

    https://www.facebook.com/klauspeter....type=2&theater

  8. #2168
    Forumslegende Avatar von Roy Black Metal
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    Zitat Zitat von Unrein Beitrag anzeigen
    3. Hilfspaket für Griechenland beschlossen: In der Unionsfraktion ist die Zahl der Abweichler im Vergleich zur letzten Abstimmung gestiegen: 63 Abgeordnete von CDU und CSU stimmten mit Nein, 3 enthielten sich, 228 waren dafür, sagt Zeit online.

    Hier ein Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1048836.html

    Hier die Bundestagsrede von Klaus-Peter Willsch der CDU-Euro Rebell der ersten Stunde. Schade, dass nicht alle Abgeordneten in der Union so vernünftig sind, mit ihrer verfehlten Griechenlandpolitik könnte man die "sozialdemokratische" Merkel zu Fall bringen. Traurig, aber irgendwann fällt Merkel der ganze Laden um die Ohren. Nächtes Jahr folgt dann das 4. Hilfspaket, dann geht es bestimmt um 100 Millarden. Link zum Video:

    https://www.facebook.com/klauspeter....type=2&theater

    Am allerbesten ist ja die Linkspartei, die geschlossen mit Nein stimmt, um die griechischen Brüder nicht zu belasten. Auch die Genossen blicken nicht mehr durch, wer jetzt eigentlich wann was gesagt hat und wann was sagen wird oder wie wann wo etwas tun wird. Freundschaft!
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    Zitat Zitat von Ulver Beitrag anzeigen
    Roy hat recht, alle Anderen keine Ahnung.

  9. #2169
    Forumslegende Avatar von helium
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    Zitat Zitat von abrakadabra Beitrag anzeigen
    Kann mir mal jemand diesen Zirkus um Netzpolitik.org erklären?

    Wenn es den Verdacht auf Begehung einer Straftat gibt (und den gibt es, obwohl ich die Seite und die Leute dahinter mag), dann hat dagegen ermittelt zu werden - ganz einfach. Dann ist nicht das Problem die Ermittlung, sondern maximal, dass die Gesetze zu restriktiv sind, und geändert gehören. Dass die Medien das nirgendwo so hingeschriben haben, ist schon mal die erste Frechheit.

    Weiters verlangt der Justizminister, weil ihm offenbar gerade danach der Sinn steht, dass die Ermittlungen sofort eingestellt werden sollen, weil, äh, naja, passt halt gerade nicht. Dass er das auch für seine hyptothetischen Freunde aus der Mafia machen könnte, und dass dieses Vorgehen eigentlich ein Skandal und möglicherweise eine Straftat ist, darum geht es auch nirgendwo. Hauptsache die Ermittlungen gegen Journalisten sind eingestellt worden. Warum, und ob rechtmäßig oder nicht, ist scheißegal.

    Dann hat der Generalbundesanwalt nicht das Rückgrat, das offen anzusprechen, sondern redet irgendwas von einem "Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz", was eine höchst merkwürdige Beschwerde ist, zumal es keine Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft gibt. Warum sagt er nicht offen: "Der Herr Justizminister und seine Schergen verlangen von mir aus meiner Sicht die Begehung einer Straftat"?

    Nicht dass ich glaube, dass das in Österreich viel besser wäre, aber das ist echt eine schwache Leistung...
    absolut auch mein Empfinden.

    Abgesehen davon nur mal am Rande: ich finde es einfach krass , für wie dumm die Politiker die Bevölkerung allgemein halten bei ihren Spielchen.


    und bzgl. Roy auch vollste Zustimmung. "Alles zu unsozial aus Sicht der Linkspartei" - ich lach mir nen Ast.
    Saro zu Wacken-Merch: Damit rumzulaufen ist in meinen Augen schon fast so etwas wie freiwillige Selbstdegradierung. Das steht auf einer Stufe mit den Leuten, die auf Konzerten ihr Gratis-EMP-Shirt von '99 tragen ...
    Zitat von: DeineMudda:
    Prinzipiell habe ich absolut kein Problem mit Core-Hörern. Nur leider fallen grade die immer wieder durch Assi-Aktionen und unangebrachtes Verhalten auf. Und daran störe ich mich.


  10. #2170
    Forumslegende Avatar von asgard1980
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    vor allem wird es definitiv so sein, dass auf Dauer andere Länder folgen werden: Denke da zuerst am Portugal und Irland. Aber auch Italien und Spanien sind keine starken Volkswirtschaften und werden irgendwann auch die Hand aufhalten. In Sachen Griechenland ist der Staatsbankrott in meinen Augen lediglich nur aufgeschoben, und wird somit nie vom Tisch sein.
    Plattensammlung

    Diskutiere nie mit Idioten. Zuerst ziehen sie dich auf ihr Niveau herunter und anschliessend schlagen sie dich mit ihrer Erfahrung.

  11. #2171
    Warrior Avatar von Souls to Deny
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    Am allerbesten ist doch die CDU/CSU und die Sammelbewegung zur Proletarier-Demütigung. Hilfspaket = europäische Solidarität mit Griechenland? Was für ein Witz. Eine echter Schuldenschnitt oder dringend notwendige Investitionen, zum Beispiel aus den enormen deutschen Zinsgewinnen (btw durch die Krise), würden wirklich helfen. In Griechenland herrscht sowas wie humanitärer Notstand und da braucht es keine weiteren Kürzungsdiktate à la Merkel.

  12. #2172
    Forumslegende Avatar von Bahl
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    Halte einen Schuldenschnitt auch für sinnvoll. Allein deswegen, weil Griechenland seine Schulden nie und nimmer wird zurückzahlen können. Dass Schäuble und Konsorten dies ablehnen, hat auch nichts mit Griechenland zu tun, sondern wird gemacht, um die Wählerklientel bei der Stange zu halten. Für die wäre so ein Schuldenschnitt nämlich nicht vermittelbar.
    Wurstberge sind auch juristisch schwer einzuordnen.

  13. #2173
    Forumslegende Avatar von Grenadier
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    Aber es heißt doch immer, ein Schuldenschnitt sei innerhalb einer Währungsunion unmöglich. Stimmt das überhaupt?
    Fight the war, fuck the norm!

  14. #2174
    Warrior Avatar von Souls to Deny
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    Das stimmt nicht.

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