Das ist ja schön und gut. Ich bin auch dafür, dass kein Volk unter Fremdherrschaft leben muss. Aber es stellt sich nun einmal die Frage, wozu es frei wird, wenn es über sich selbst bestimmen kann. Es ist sinnfällig, dass das Recht auf Souveränität im Zweifel dort endet, wo die Bedingungen einer souveränen Existenz anderer Völker beginnen. Einen Palästinenserstaat ohne Sicherheitsgarantien für Israel kann die politische Staatsleitung Israels nicht akzeptieren, denn ein solcher Staat würde bedeuten, dass feindliches Militär wenige Kilometer von den Bevölkerungszentren Israels in Stellung gehen könnte. Nach den Erfahrungen mit Gaza ist diese Haltung nur verständlich. Und ganz ehrlich: ich fühle mich nicht befähigt, die israelische Regierung darüber zu belehren, wie sie mit diesen Widrigkeiten umzugehen hat. Um meinen Hausgott Carl Schmitt anzuführen: ,,Den extremen Konfliktfall können nur die Beteiligten selbst unter sich ausmachen; namentlich kann jeder von ihnen nur selbst entscheiden, ob das Andersein des Fremden im konkret vorliegenden Konfliktsfalle die Negation der eigenen Existenz bedeutet und deshalb abgewehrt oder bekämpft wird (...)'' und ,,Ein politisch existierendes Volk kann nicht darauf verzichten gegebenenfalls Freund und Feind durch eigene Bestimmung und auf eigene Gefahr zu unterscheiden (...) Dadurch, dass ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk.''
Das Gerede von der deutschen Staatsräson, die angeblich etwas mit Israel zu tun hätte, ist ganz schlimmer Blödsinn. Was die Waffenlieferungen in den arabischen Raum betrifft, empfehle ich diesen Text von Fleischhauer: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-871379.html



Zitieren
Lesezeichen