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  1. #81
    Metal Messiah Avatar von Nik
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    Grad erst gelesen, danke Kosmoschen
    Ich mach jetzt auch mal weiter, aber eher ungewöhnlich, mit einer Animeempfehlung
    現実(リアル)にようこそ。Da steht sie nun, unsere Ecosphäre, alles was blieb in der undurchdringbaren und durchsichtigen Leere, die trockenen Hände, die blutunterlaufenen Augen, die klopfenden Herzen...

  2. #82
    Metal Messiah Avatar von Nik
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    N・H・Kにようこそ!


    Der Raum ist dunkel, kaltes, fahles Licht strahlt von einer einzigen, verstaubten Glühbirne, welche am nackten Drath herabhängt. Ich starre im Raum umher. Der Boden ist beladen mit Abfällen - leere Dosen, Essensverpackungen, Staub, Taschentücher, Flaschen und allen möglichen Sachen, welche man am liebsten gar nicht erwähnen möchte. Der Müll quillt sogar unter dem kleinen Tischchen und dem Pc hervor, ja sogar vom Bett, welches ich eh seit Wochen nicht mehr benutzt habe. Lediglich die kleine Stelle dort, wo ich sitze, ist frei, Und selbst das stimmt nicht, denn dort sitze ich. Und ich bin wohl der größte Abfall in dieser kleinen Wohnung. Mein Name ist Tatsuhiro Sat
    ō. Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt. Von diesen zweiundzwanzig Jahren war ich seit vier nicht mehr in der Öffentlichkeit. Ich bin ein Hikokomori. Und ich habe keine Aussicht darauf, jemals etwas anderes zu sein... warum auch.... wenn ich rausgehe, werden sie mich eh nur anstarren, auslachen, auf mich zeigen, diese abartige gesichtslose Flut an Menschen...


    Satō (Satou) ist ein eigentümlicher Protagonist für einen Anime. Aber das ist etwas, an das man sich bei N・H・K ni yōkoso! gewöhnen muss.- nichts ist wirklich gewöhnlich.
    Satous Leben ist ehrlich gesagt ziemlich beschissen. Er schläft 16 Stunden am Tag, nimmt Drogen, er verlässt seine Wohnung nur ganz selten -wenn, dann nur mitten in der Nacht, und auch dann nur, um das nötigste einzukaufen, wovon er irgendwie von seinem mageren Unterhalt leben kann.
    Satou ist der Inbegriff des Hikokomoris - eines japanischen Sozialphänomens von Leuten, welche panische Angst davor haben, dass Haus zu verlassen: aus Angst, verlacht zu werden, vor Angst, dem Druck der strengen japanischen Gesellschaft nicht standhalten zu können, vor Angst an der ganzen Lebenssituation ausserhalb der eigenen Wohnung zu zerbrechen.
    So viel zur Ausgangssituation. Wie soll man aus so einer verkorksten Persönlichkeit, und solch fatalen Umständen einen Anime mit knapp über 20 Folgen kreieren?


    Das Leben von Satou geht total den Bach runter. Als es nicht mehr möglich zu sein scheint, tiefer zu sinken, zieht nebenan ein alter Bekannter ein. Gleichzeitig lernt er ein mysteriöses Mädchen kennen, welches scheinbar alles über ihn weiß, und ihm ohne (bekannte) Motivation helfen möchte - ihn dafür aber an einen seltsamen Vertrag bindet.
    Während Satou versucht, sie zu beeindrucken, und sich nicht anmerken zu lassen, was er tatsächlich ist, beginnt er bei seinem Bekannten zu arbeiten und bildet die Fantasie aus, dass hinter all seinem Elend nur eine Verschwörung stecken kann - eine Verschwörung der N・H・K. Einer großen japanischen Mediengesellschaft, welche nach Satou die Welt zu Hikokomorisklaven machen will.
    Und so macht sich Satou auf eine lange Reise, sein Leben zu ordnen, das Mädchen zu erobern und die furchtbare N・H・K zu vernichten. Und so nimmt der Wahnsinn seinen Lauf....



    Das, was ich da geschrieben habe, mag schon wie ein riesiger Spoiler erscheinen - tatsächlich umreisst es aber nicht einmal die erste Folge. Denn Welcome to the N.H.K stellt die Schicksale vieler verschiedener Personen da, welche in der Gegenwart und in der Vergangenheit irgendwo mit Satou verknüpft sind. Verschiedene Personen mit verschiedenen Sozialstati, Lebensstilen und Eigenarten. Und doch haben sie alle eins gemeinsam - im Grunde sind sie alle allein. Allein mit ihren Ängsten, ihrer Vergangenheit und ihren tiefen Depressionen und tragischen Schicksalen.
    Die Geschichten sind alle ineinander verwoben, und zeichnen ein gescheitertes und trostloses Bild der japanischen Gesellschaft, welches sämtliche Tabus der japanischen Gesellschaft anspricht und bricht (Realitätsfluct, Drogen, Hikokomoris, NEETS, Otakus, der zu hohe Leistungsdruck, Aussichtslosigkeit für die Zukunft etc.). Und so stolpert Satou von einem traumatischen Erlebnis zum anderen, bis er schließlich bei seinem Suizid angelangt ist, und den Anime ausklingen lässt.



    Welcome to the N.H.K. ist wahrscheinlich der mit Abstand beste Anime, den ich je gesehen habe. Ein wahres Juwel. Die Charaktere und Handlungsstränge sind wundervoll realistisch, und doch so grotesk überzogen, dass blanke Komik überbleibt.
    Aber diese Komik ist keine gute Komik. Es ist kein überzeugtes, fröhliches Lachen, dass einem heraushüpft. Es ist ein zähes Lachen, welches durch den mit Gewalt zugedrückten Mund entschlüpft, und ein Gefühl von Selbstekel und Schock zurücklässt. Denn alles, worüber man unwillkürlich lassen muss, ist eigentlich viel zu tragisch. Jeder Lacher basiert auf der Zerstörung und Erniedrigung einer der Charaktere, welche einem im Laufe der Handlung so ans Herz wachsen. Ganz langsam offenbaren sich die schon Anfangs kaputten Lebensgeschichten zu deprimierenden, menschenverachtenden Verkettungen traumatischer und grausamer Schicksale, ohne die Menschlichkeit der Personen dabei verblassen zu lassen. Und so ist jede Folge eine Mischung aus Freude, Glück, Hass und Ekel.


    Die Geschichte um Satou und seine Freunde (?) ist mitreißend, spannend und zu keiner Sekunde langweilig. Es gibt keine Stelle, zu welcher ich sagen würde: Gut, das hätte jetzt nicht reingemusst. Im Gegenteil - nach dem Ende der letzten Folge blieb eine große Leere zurück, die Frage nach den weiteren Schicksalen, eine verzerrende Ungewissheit.
    Ich kann sämtliche Versionen hier nur empfehlen. Der Anime ist großartig umgesetzt, wenn auch an manchen Stellen etwas harmloser gestaltet, als die anderen Versionen - was wiederum nicht heißt, dass er harmlos ist.
    Der Manga und das Buch hingegen sind noch drastischer, zeigen die Schicksale der Charaktere noch brutaler und gnadenloser, was vor allem den Manga durch den düsteren, wirren Zeichenstil noch wahnsinniger und deprimierender zeigt.
    Empfehlen würde ich vor allem beim Anime die Version mit englischem Subtitle, denn die japanischen Synchronstimmen sind mMn um einiges großartiger als die englischen oder gar deutschen.
    現実(リアル)にようこそ。Da steht sie nun, unsere Ecosphäre, alles was blieb in der undurchdringbaren und durchsichtigen Leere, die trockenen Hände, die blutunterlaufenen Augen, die klopfenden Herzen...

  3. #83
    Metal God Avatar von palez
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    "Will he stand up to counter the evil organization or will he submit to his weakness and just download porn?"

  4. #84
    Metal Messiah Avatar von Nik
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  5. #85
    Metal God Avatar von palez
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    Zitat Zitat von Nik Beitrag anzeigen
    Mein bisher einziger Berührungspunkt mit "Welcome To The N.H.K." war ein mit cheesy englischem Voiceover unterlegter Trailer, wie sie wohl für Animes typisch sind und aus dem auch der Satz stammt. Solange ich es nicht hinbekommen habe, ein paar Folgen davon zu sehen, will ich mich ungefähr auf diesem Wissensstand bezüglich der Serie halten.

  6. #86
    Metal Messiah Avatar von Nik
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    Naja, der Satz fasst schon seehr viel zusammen. Kann dir aber nur empfehlen, dir dieses wundervolle Machwerk mal anzutun
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  7. #87
    Metal Messiah Avatar von Nik
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    Lebe Thema, lebe!


    Terra Tenebrosa - The Purging


    Terra Tenebrosa ist ein Name, welchen man erfreulicherweise in letzter Zeit immer öfter zu lesen bekommt. Verdient. Denn die Gruppe um ehemalige Mitglieder der schwedischen Posthardcoretruppe Breach weiß, wie man ein Konzept gelungen umsetzt.
    Im Grunde kann ich gar nicht sagen, was für ein Konzept das genau ist. Sie sind eben Terra Tenebrosa, eine finstere Erde. Schon auf The Tunnels haben sie bewiesen, dass sie in der Lage sind durch die Verbindung eigentlich nicht zusammenpassender Stile eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen.


    Nun haben sie mit The Purging erneut bewiesen was sie können. Das Album wirkt reifer, durchdachter. Es verfeinert die Elemente des Vorgängers. Und so entsteht eine herrlich kaputte Mischung aus Blackmetal, Noise, Drone, Dark Ambient, Sludge, Posthardcore, Hass, Verzweiflung und gehörig Wahnsinn.


    Das Album ist sicherlich nicht leicht verdaulich, was aber auch kaum der Anspruch gewesen sein dürfte. Wenn man sich jedoch erst einmal darauf einlässt, reißt es den Hörer in ein zersplittertes Mosaik dissonanter Klänge und verzerrter Schreie. Die Intensität wächst von Lied zu Lied, und so verlieren die Lieder auch immer mehr die Zwänge konventioneller Strukturen.
    The Purging schafft sich selbst, das Album wirkt rund und dynamisch, ohne seine verstörende Wirkung zu verlieren. Die Lieder entwickeln ein Eigenleben, erzählen Geschichten.
    Eine Interpretation möchte ich hier weglassen, denn ich denke, gerade diese dunkle, mysteriöse Atmosphäre ermöglicht es, dass es für jeden Hörer etwas anderes berichtet.


    Terra Tenebrosa schaffen auf ihrer zweiten Veröffentlichung eine eigene, kleine Welt, welche bei näherer Betrachtung unglaublich viele Facetten offenbart. Man merkt dem Album die Arbeit an, welche in es investiert wurde, und gerade diese Detailverliebtheit macht es möglich, eine so gespannte, dichte Intensität zu erschaffen.
    http://www.youtube.com/watch?v=QpGS2K0huxQ
    http://www.youtube.com/watch?v=XLMNVHITI6Q
    Geändert von Nik (10.03.2013 um 20:49 Uhr)
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  8. #88
    Metal God Avatar von xTOOLx
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    hab mir beide alben mal wieder auf den mp3 player gezogen. nachher mal eins zum einschlafen hören :D
    fand das damals schon "gut" aber hatte mich wohl auf dem falschen fuss erwischt.

  9. #89
    Metal Messiah Avatar von Nik
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    Celeste - Morte(s) Nee(s)

    Mit Celeste schreibe ich nun über eine Band, die wohl viele schon kennen, aber auch zu viele immer noch nicht.
    Die Band, welche der Lyoner Hardcoreszene entstammt ist dafür bekannt, eine konstante Mischung aus Hardcore, Sludge und Black Metaleinflüssen zu spielen. Zu erkennen hierbei ist, dass die Alben immer brachialer werden.
    Und so möchte ich mich hier Morte(s) Nee(s) widmen - meinem Lieblingsalbum von ihnen.

    Morte(s) Nee(s) erschien im Jahr 2010 bei Denovali Records. Es stellt das zur Zeit letzte Album der Band da, und wohl ihr brutalstes und abwechslungsreichstes, mit der größten Entwicklung zum Vorgänger.
    Es ist böse. Vermutlich eines der bösesten Alben, welche ich kenne. Hartes, schnelles Crustriffing treffen auf knochenbrecherische Sludgewalzen und niederschmetterndes Black Metal-Pathos.
    Das Drumming ist komplex, treibend und verspielt, die Melodien zwischen Harmonie und Dystopie gefangen, stark verzerrt und surrend wie ein Bienenschwarm. Man erlaubt sich ungewöhnliche Mittel - Instrumentalstücke, Sampling, klassische Instrumente. Dabei kreischt der Sänger sich hasserfüllt die Seele aus dem Leib - und das ziemlich furchterregend, wenn man bedenkt das französisch wohl eine der unpassendsten Sprachen ist, um diese Atmosphäre zu transportieren. Und gerade das zeichnet das Morte(s) Nee(s) - eine erdrückende, zerreissende und gespannte Atmosphäre welche mitzureissen weiß.

    Anspieltipp:


    Freier Download
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  10. #90
    Forumslegende Avatar von bornbibsch
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    Die hab ich ja auch schon länger auf meinem Zettel. Wenn's Geld wieder lockerer sitzt, wird mal ein Album eingetütet.


    Neue Songs gibt's ja auch schon...
    "Der Tod muss so schön sein... Kein gestern mehr, kein morgen.
    Zeit...vergessen. Leben...vergessen.
    In Frieden sein..."
    http://www.musik-sammler.de/sammlung/bornbibsch

  11. #91
    Metal God Avatar von Nezyrael
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    Celeste sind super. Die Purging von Terra Tenebrosa leider nicht
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  12. #92
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Keine Ahnung wieso du was mit TT am Hut haben solltest?^^

  13. #93
    Metal God Avatar von Nezyrael
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    Wurde doch oben rewüht
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  14. #94
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Ja, aber hätte jetzt auch nie erwartet, dass dir solche Musik gefallen könnte? Mich überrascht dein Mäkeln an The Purging zumindest nicht.

  15. #95
    Metal God Avatar von Nezyrael
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    Keine Ahnung, ich hör mir eigentlich alles erstmal an. Gibt wenige Genres wo ich gar nix mag

    Was anderes, wo ist eigentlich der Kosmonaut?
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  16. #96
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Nik hat wohl die Logindaten verschlampt.

  17. #97
    Metal God Avatar von xTOOLx
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    celeste sind super! ohne frage.

  18. #98
    Forumslegende Avatar von Skarrg
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    Zitat Zitat von Hati Beitrag anzeigen
    Nik hat wohl die Logindaten verschlampt.
    Ach geh zur Seite!

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