17.-19.5. Deathkult OA 24.5. Malignant Tumour 29.5. Swans (Dresden) 2.6. King Diamond (Pilsen) 6.6. Mastodon (Dresden) 13.6.-16.6. Grind the Nazi Scum
No man fucks for himself. He fucks for all men. When one man fucks, all men fuck. Such is the way. Such is the brotherhood of man.
Hamburg wär ne Überlegung wert
Dürfte ja dann ein kleines Treffen bei rumkommen. Zumindest Nik werd ich ja nicht übersehen können, denk ich![]()
Der Atempausen-Soundmensch hatte einen ziemlich guten Musikgeschmack.
Other than that: Fangirlfangirlfangirl
![]()
trying to leave a mark more permanent than myself
TrippmeisternEder, kommst du nun morgen?
17.-19.5. Deathkult OA 24.5. Malignant Tumour 29.5. Swans (Dresden) 2.6. King Diamond (Pilsen) 6.6. Mastodon (Dresden) 13.6.-16.6. Grind the Nazi Scum
No man fucks for himself. He fucks for all men. When one man fucks, all men fuck. Such is the way. Such is the brotherhood of man.
Jo, wir sind am Start.
Konkret heißt das:
Das Beste, was einem nach einem Konzert passieren kann, ist es, wenn man die Halle schwankend, auf wackligen Beinen verlässt und das Gefühl hat, die Band und ihre Musik nun besser, vollständiger zu verstehen. So ging es mir, nachdem Fell Voices mit großer Wucht und ohne große Ansagen ihr aktuelles, auch der Netzgemeinde weitgehend unbekanntes Album "Regnum Saturni" durchgespielt und dann wortlos die Bühne verlassen hatten. Es gab keine längeren Verschnaufpausen, keine Zugabe, keine älteren Songs und im Grunde keinerlei Publikumskommunikation (das obligatorische Tschüsswinken war noch drin, glaube ich) - also überhaupt keine Zugeständnisse. Auf der Bühne standen drei Leute, klassische Rockbandbesetzung, wenig Potential für Klangverfremdungen und Aufblasbarkeiten, würde man denken. Und dann das: Die ersten paar Minuten konnte ich mich nicht vom Dachpfeiler wegbewegen, an den ich zuvor gelehnt stand und dann von der Musik geblasen wurde. Für die Live-Situation kann ich mir keine bessere Musik vorstellen, sie funktioniert optimal, wenn sie ohrenzerberstend laut ist und man sich nicht vor ihr retten kann. Bei dem neuen Songmaterial hat man dazu die Abwechslung noch stärker heruntergefahren; nachdem zeitzerdehnende ein-Riff-Blastbeatabfahrten ja nichts Neues mehr sind, verringert man jetzt zusätzlich noch weiter den Notenambitus. Diese Art von Reduktion und Monotonie geht weit über das hinaus, was im Black Metal üblich und erwartbar ist.
Auch im Hinblick auf Präsentation und Performance passierte auf der Bühne mitunter erstaunlich wenig. Rhythmisches Kopfnicken seitens des Gitarristen und des Bassisten, ja, wenn die Musik es zulässt (meistens tat sie es nicht), Bewegungsradius komplett zum Vergessen. Das eigentliche Ereignis saß hinter dem Schlagzeug. In den Stücken von Fell Voices sind Gitarre und Bass das Auge des Sturms, den das Drumming entfacht, und das galt umso mehr für die Live-Situation. Fand ich das Drumming auf Fell Voices-Alben auch schon immer erschlagend und großartig, wuchs es mit dem passenden Bild vor Augen zur körperlichen Menschenunmöglichkeit aus. Leute mit Ahnung von der Materie finden das wohl eher fordernd für die Ausdauer als technisch anspruchsvoll, und er hatte sich auch verspielt, ein oder zweimal - menschlicher oder nachvollziehbarer machte es das Bild vor meinen Augen nicht. Zwischendurch schrie er auch noch, ohne Mikrofon, bei weiterhin vollstem Körpereinsatz, und man hörte die Stimme nur gedämpft, dafür aber die gesamte Anstrengung. Im Zusammenhang mit seinen Bandkollegen ergaben sich teilweise herrliche, absurde, bezeichnende Momente: Da verliert der Mensch hinterm Drumkit beinahe den Verstand, schreit, wütet, spielt sich offene Wunden an die Hände, und Gitarrist und Bassist stehen einfach nur da, bis auf die Finger völlig reglos, und schauen nicht einmal auf ihre Instrumente, sondern in die Leere oder offenbar in das Innere ihres Kopfes, sodass man nur noch das Weiße vom Auge sieht.
Genau in diesem Moment hatte ich es dann vollkommen klar vor Augen, was die Band Fell Voices und ihre Musik ausmacht. Es ist die Spannung, die innere Zerrissenheit, ihre eigentliche Unmöglichkeit zu funktionieren. Tiefste Ruhe und größte Hysterie, höchste Konzentration und entfesselter Wahnsinn, äußerste Bescheidenheit und bestes Pathos, Reduktion auf (weniger als) das Nötigste und überwältigende Größe - hier wird zusammengebracht, was nicht zusammengehört, was sich magnetisch abstößt, und unter Hochdruck derart verdichtet, dass all diese unfassbare Energie letztendlich auf drei ziemlich normale Typen und ihre Instrumente komprimiert ist. Diese Musik müsste eigentlich in sich zusammenfallen und ein schwarzes Loch ins Raum-Zeit-Netz reißen, oder in Sekundenbruchteilen verbrennen am eigenen Anspruch, sie ist instabil und bei jeder weiteren durchgehaltenen schweißtreibenden Minute erstaunte es mich mehr, dass es sie überhaupt (noch) gibt. Auch wenn Fell Voices die Spuren gerade auf "Regnum Saturni" fast vollständig verwischen konnten: Seit Weakling klang keine Black Metal-Band so verdichtet, so beschleunigt und so vergänglich.
Bei Ash Borer standen mehr Leute auf der Bühne, man schrie in Mikros und es gab beherztere Versuche der Klangmanipulation (einer bediente den Synthesizer), die man dem Endergebnis nicht angehört hat - seltsamerweise klang die Musik von Ash Borer übersichtlicher, natürlicher und normaler als die ihrer asketischen Kollegen. Publikumskontakt gab es auch nicht, im Gegensatz zu Fell Voices, bei denen das mehr nach Statement aussah, wirkten Ash Borer dafür schlicht zu schüchtern. Ihr Black Metal ist im Geiste Weaklings komponiert, also emotional reichhaltig, melodisch, dynamisch und abwechslungsreich. Das macht die Songs direkter, tatsächlich noch als solche erkennbar, und löste mich schnell wieder aus der Trance heraus. Die Performance war prima, stimmig und sparsam, die Band war gut bei der Sache und wirkte irgendwie angenehm bescheiden (normal bescheiden, nicht wahnsinnig bescheiden wie Fell Voices). Für mich gewann die Musik durch die Live-Umsetzung aber keine neue Ebene, eine Aura bekam die Band, die auf der Bühne kleiner wirkte, als sie auf ihren Alben denkt, nicht. Vielleicht zeigen sich hier aber auch nur meine eigenen Vorbehalte, denn ich halte Ash Borer eher für gute, mitunter hervorragende Handwerker und Genrevertreter und Fell Voices für etwas wirklich Besonderes.
Auch schön: Über meinen Schatten springen und Musiker nerven hat sich gelohnt. Der Drummer von Fell Voices und der Synthesizermensch von Ash Borer waren total nett und nahbar und haben sich darüber, dass sie in Europa spielen, fast noch kindlicher gefreut als ich. ^^
Geändert von palez (12.04.2013 um 23:43 Uhr)
trying to leave a mark more permanent than myself
Beste post-ausgeh-Lektüre since ever. Toll![]()
Mr. H to the Z, HoaZibit! | bLast.fm!
ॐॐॐ
Merci.![]()
trying to leave a mark more permanent than myself
Lesezeichen