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  1. #21
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Wie schon in meinem letzten Battle mit Nezy, habe ich angefangen Punktwertungen zu vergeben, während mein Battlepartner dies vermieden hat. Inzwischen würde ich wohl auch eher zum Beschreiben als zum Kategorisieren tendieren, aber wo ich schon mal angefangen habe, zieh ich das jetzt auch noch durch. Aber mal ein paar Comments zu den Songs:

    @World's End Girlfriend
    Ich war selbst überrascht dieses (tolle) Stück auf dem Album von WEG zu entdecken, wo normalerweise eigentlich verträumter und elektronisch unterfütterter Ambient geboten wird. Ein Sonderling, der meiner Meinung nach eine wunderbare Symbiose aus japanischem Kindergedudel, Zirkus-Allerlei und psychedelischen Traumsynthies ist. Es war mehr als Intro gedacht und somit hat es auf dich ja die richtige Wirkung hinterlassen. Diesen Song auch noch zu mögen ist eigentlich so wie von einem Einhorn in den Hintern gebissen zu werden und sich dafür auch noch zu bedanken^^

    @Hrsta
    Falls die Doppeldeutigkeit des Begriffs "Vokalverächter" beabsichtigt war: Nicht schlecht! Ansonsten lässt sich hier sagen, dass ich nach dem überdrehten Intro ruhig einsteigen wollte. Da Godspeed You Black Emperor (ich kann mir nie merken, wo das Ausrufezeichen hinkommt...) bisher immer noch zu überwältigend für mich sind, habe ich es mit einem Projekt eines Ex-Musikers von denen probiert und dies war schon leichter zu verarbeiten.

    @The Electric Hellfire Club
    Mein Hin und Her bei dieser Band lag weniger darin begründet, dass die Musik vielleicht zu stumpf sein könnte. Das ist sie zwar im Endeffekt wohl auch, aber ich bin überrascht, dass du den humoristischen Unterton der Gruppe nicht erkannt hast. Denn das Konzept von EHC besteht darin das klischeehafte Bild des Satanismus in der Gesellschaft in total kitschige Industrialklänge zu packen. Im Grunde dreht es sich bei jedem einzelnen Song der Band um dieses Thema, so auch hier, wo die Vocals in der Tat schwer verständlich sind, aber von einem Vorfall erzählen, in dem pubertierende Heavy Metal Fans sich an dem Okkulten probieren und dabei eine Frau opfern wollen: "Say You Love Satan!". In dem die Band das so simplifiziert herunterbricht, wird den Hörern vor Augen geführt, was es mit den "üblichen" Mythen des Satanismus auf sich hat. Ob es am Ende Kritik am verzerrten Satanismus-Image heutzutage ist oder einfach dumpfer Hohn über die Leute, die diesem auch noch folgen, ist für mich zwar fraglich, aber amüsant finde ich es allemal.

    @Nurse With Wound
    Ich wusste, ich hatte den Namen "Chrystal Belle Scrodd" schon mal irgendwo gelesen... Was ein Zufall, dass es ihr Mann auf meinen Sampler geschafft hat. Mein erstes Album von NWW war "Homotopy To Marie", welches als Klassiker gilt. Die Soundcollagen sind in keinem der Songs so einfach gehalten wie auf meinem ausgewählten Track, der am Ende trotzdem Eindruck bei mir hinterlassen hat, und deswegen auch auf meinem Sampler gelandet ist. Da ich letztens über eine Art NWW-Starthilfe gestolpert bin, poste ich sie hier einfach mal:



    Die Alben, die ich bisher kenne, sind in der Übersicht meiner Meinung nach treffend eingeordnet, von daher würde ich am Rest nicht unbedingt zweifeln. Das Album sollte man übrigens am Stück hören, denn dort passiert in der Tat mehr als hier und im Zusammenhang klingt es auch passender.
    Geändert von Hati (25.03.2013 um 09:30 Uhr)

  2. #22
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Zitat Zitat von Hati Beitrag anzeigen
    @The Electric Hellfire Club
    [...] aber ich bin überrascht, dass du den humoristischen Unterton der Gruppe nicht erkannt hast. Denn das Konzept von EHC besteht darin das klischeehafte Bild des Satanismus in der Gesellschaft in total kitschige Industrialklänge zu packen.
    Naja, wie soll ich ohne den Text zu verstehen oder nachzulesen denn auf diese Deutung kommen? Rein musikalisch habe ich das tatsächlich nicht sonderlich ernst genommen, aber ich habe eben versucht darzustellen, weshalb nicht. Vielleicht kommt mir auch deshalb nicht unbedingt in den Sinn, dass mein Tauschpartner mir ein parodistisches Spaß-Projekt auf den Sampler packt, weil ich damit einfach grundsätzlich nichts anfangen kann (du erinnerst dich vielleicht, dass ich aus diesem Grund Pin-up Went Down abgelehnt habe).

    Danke für die NWW-Übersicht, vielleicht wage ich mich da irgendwann mal ran. Wahrscheinlich wäre die linke Seite für mich am interessantesten...was mich auch daran erinnert, dass ich mich mal mit Foetus beschäftigen wollte.
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  3. #23
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Ich wollte ja schon vor ein paar Tagen weitermachen, aber das hab ich wohl irgendwie verpennt... Also geht es jetzt munter weiter mit einer sehr starken Phase des Samplers:

    04. Neotropic - Saucer Song

    Wenn die Ghost Busters mal in einem Gnaw Their Tongues Song aufräumen würden und die bösen Monster aus dem Sound gesaugt haben, dürfte wohl in etwa das übrig bleiben, was Neotropic hier bieten. Schummriger und düsterer Ambient, mit Teilen eines französischen Chansons. Wieviel vom Song gesampled ist und wieviel mit tatsächlichen Streichern und anderen obskuren Instrumenten bestritten wird, diese Grenze bleibt verschwommen, so dass ich mich einfach dem Endergebnis hingebe. Das Hauptthema wird mit abgehackten Melodien, Pfeiftönen und anderen Bläsern aufgebaut, so dass jede Abweichung davon, die in eine etwas harmlosere Richtung abdriftet, niemals ihre Grund-Bedrohung verliert. Der Song wirkt an sich schon sehr beklemmend, als ob man in einem dunkeln Raum sitzt und allein seiner Fantasie überlassen ist. Der Titel verrät da einem auch nicht viel und so bildet der einzige lyrische Rückhalt die französische Stimme im Hintergrund, die ich aufgrund mangelndem Wissen spontan Édith Piaf zuordnen würde (was bestimmt falsch ist^^). Sehr stimmiger Song, sowas könnte ich mir stundenlang anhören, etwas kurz leider, aber ansonsten kann ich daran nichts aussetzen.
    9/10

    05. Chrystal Belle Scrodd - Dreadroads / A Gothic Western
    Vorhin habe ich noch dem Mann (aka Nurse With Wound) von Chrystal Belle Scrodd gelauscht und musikalisch dürfte das auch gar nicht so weit weg von seinem "Huffin' Rag Blues" Album sein. Wieder weiß ich nicht, wie sehr die Künstlerin mit Samples arbeitet und wieviel selbst eingespielt ist. Die erste Hälfte hört sich dem Bass zufolge jedoch schon sehr geloopt an; mit entsprechend abwechslungsreichem Gerufe wird so der relativ groovige, aber harmlosere Part bestritten. Irgendwann werden sämtliche Songlinien über Bord geworfen und man findet sich vor ähnlich-wüsten Soundflächen wie bei NWW wieder. Aus der Ferne spielt eine feierliche Trompete, die jedoch von einem tieferen Blaston überlagert wird und ansonsten den minimalistischen Soundschnippseln das leere Feld überlässt. Ein perfekter Soundtrack, um seine eigenen Gedanken auf die Musik zu projizieren und sich einfach mal gehen zu lassen. Irgendwann macht sich ein wüstenhaftes Flair breit, mit Akustikgitarre und xylophonesken Zwischentönen. Die Interpretation bleibt am Ende dem Hörer überlassen, mir würde für den Song eine Geschichte einfallen, wie zB die einer jungen Abenteuerin, die am Anfang noch frohen Mutes die Westernstadt verlässt, sich jedoch irgendwann unter der heißen Sonne der USA verläuft. Der Erzähler, der das Geschehen in Vogelperspektive begleitet, macht währenddessen deutlich, dass sie es wohl nicht schaffen wird... Die letzte Minute trifft mich dann jedoch voll ins Herz der Jugend, denn wenn das mal nicht nach der "Piratenbuch Panik"-Stage aus Super Mario 64 klingt, dann weiß ich auch nicht... Wunderschön, und wertet das Stück für mich nochmal emotional auf.
    9/10

    06. Heart In Mouth - The Geometry Of Symbols
    Ich bin so ein Nostalgie-Opfer: Gleich der Anfang hiervon erinnert mich an die Zitadelle der Zeit aus Zelda 64... Doch das hält nicht lange, bald gesellen sich neben den erhabenen Streichern elektronische Spielereien hinzu, die als Gesamtbild unheimlich stimmig wirken. Dank dem hin und wieder auftretenden Beat wird eine perfekte Mischung aus Eingängkeit und Samplermischmasch geboten. Und das Beeindruckende ist auch noch, dass es trotzdem im Laufe des Songs reichlich Variationen gibt, man auch total mitgeschwemmt wird und nicht auf der Stelle bleibt. Während man sich auf dem Track zuvor selbst seine Gedanken machen musste, um dem Song die gewisse Vollständigkeit zu verleihen, kann man sich hier gemütlich zurücklehnen und kann seinen Spaß haben. Dass die Unruhe, die in der Mitte circa, etwas Oberhand gewinnt, nicht bis zum Ende durchgezogen wird, zeigt, dass die Gruppe ein scharfsinniges Dynamikverständnis hat und es so wohl der kurzweiligste Song des Samplers für mich ist. Einfach sehr stark und sehr gut gemacht, kann ich nicht anders sagen.
    9,5/10

  4. #24
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Sodele, dann will ich mal was dazu loswerden...

    Erstmal schön, dass dieser Sampler-Abschnitt dir gefallen hat, dann hat sich das Ganze ja schonmal gelohnt.

    Von Neotropic kenne ich bislang leider immer noch nur Mr Brubaker's Strawberry Alarm Clock. Das Album ist schon relativ schräg und ich könnte mir vorstellen, dass es dir gefällt, aber "Saucer Song" ist leider nicht besonders repräsentativ für den Gesamtsound, der eher Beat-lastig ist. Prinzipiell bewegt sich die Künsterlin im Bereich Trip-Hop/Instrumental Hip-Hop mit gelegentlichen Vocal-Samples. [Insane Moon] | [Mr Brubaker's Strawberry Alarm Clock]

    An "Piratenbucht Panik" habe ich beim Ende von "Deadroads" bisher noch nicht gedacht, aber völlig aus der Luft gegriffen ist das nicht, haha. Schön, dass der Track für dich so gut funktioniert wie für mich. Ich glaube, noch bevor ich mich in Nurse With Wound einarbeite, brauche ich ihr anderes Album The Inevitable Chrystal Belle Scrodd Record. Hier noch etwas von ihrer Dark-Ambient-Seite: [Riding The Red Rag]

    The Bigger Picture von Heart In Mouth ist auf dem kleinen aber feinen Label Paradigms Recordings erschienen, über deren Namen man ja hier im Forum auch ab und zu mal stolpert. Wenn ich das Album mit irgendetwas vergleichen müsste, wären das wohl etwas spätere Ulver, aber so 100%ig haut das natürlich auch nicht hin. Leider gibt es keine Songs auf YouTube, aber im Paradigms Player kannst du dir zumindest ein weiteres Lied anhören (musst dafür allerdings etwas runter scrollen...oder du hörst alles durch, sind gute Sachen dabei )

    Bin über Ostern leider nicht dazu gekommen, neue Reviews zu schreiben...erst musste ich eine "kleine" Aufgabe für die Uni erledigen, die sich als ein Berg aus Arbeit enpuppt hat und heute habe ich meine Eltern besucht und den ganzen Tag mit meinem Neffen Bloons Tower Defense gespielt Ich versuche aber, bald Nachschub zu liefern.
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  5. #25
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Doppelpost
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  6. #26
    Forumslegende Avatar von Hati
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    So, das muss hier natürlich langsam weitergehen, diesmal also 4 Songs:

    07. Sprawl - Demonized
    Als Fan von Bands wie ...And Oceans, Tristwood und den elektronischen Projekten von Fleurety-Kopf 'Zweizz' bin ich reichlich zwiegespalten bei diesem Song. Einerseits stellt er mit seinen überbordenden Effekten die damalige Vorstellung des neuen Jahrtausends dar: Cyber, Cyber, Cyber! Aber auf der anderen Seite erscheint er dabei so plastisch und billig, als ob er aus den Boxen direkt in meinen Mülleimer springen will. Dieser Track ist SEHR leicht abzuwatschen und vielleicht deswegen, vielleicht auch durch seinen gewissen Unterhaltungswert, tue ich dies am Ende doch nicht. Die schludrigen Riffs, die Screams und die bereits erwähnten Flirr- und Synth-Effekte schaukeln sich gegenseitig hoch, bis es in ein kleines Intermezzo mündet, welches ein Solo beinhaltet, das eigentlich schon ein Augenzwinkern impliziert. All das verleiht diesem Vierminüter einen Charme, dem ich mich nicht entziehen kann. Das Album würde mich dazu sehr interessieren, aber würde ich jedem von der Band abraten, der auch nur EINES dieser ganzen Elemente EIN WENIG nicht ausstehen kann.
    7/10

    08. Gasp - Sky Flowers Through Horse Eggs
    Jetzt zum kürzesten Track des Samplers: Der Songname lässt Spaß vermuten, doch lässt man sich nicht gängeln und fängt sachte an. Es entpuppt sich jedoch schnell als mathematischer Hardcore, der sehr roh und erdig daherwüstet. Die Anfangsmelodie, nicht mehr als verhallendes Saitengekreische, taucht dann noch mal gegen Ende auf und fertig ist der Raufbold für zwischendurch. Sehr viel mehr kann ich dazu nicht sagen, außer dass es vielversprechend klingt, aber als alleinstehender Song irgendwie zu schwerfällig wirkt. Auf Albumlänge jedoch gerne mal.
    6,5/10

    09. Little Girl Terrorist - Charter Arms .38
    Wohl eine der obskursten Wundertüten des Samplers; so lässt sich irgendwie so gar nicht wirklich einordnen, was man da gerade hört. Ist es Mathcore? Nicht nur, so gibt es auch elektronische Spielereien, Sludge-Parts, und vieles mehr... Hervorzuheben ist auch der von allen guten Geistern verlassene Sänger(in?), der sich die Seele aus dem Leib kreischt. Eine viel zu oft verwendete Floskel, die hier aber eigentlich zutrifft. Dann ebbt alles ab und es gibt mal wieder ein sehr spannungsgeladenes, retardierendes Moment, wie schon so oft auf diesem Sampler^^, der von Klargesang und vereinzelten Gitarrenschlägen begleitet wird. Mit gewissen Ethereal/Dark Ambient-Anleihen mogelt sich dieser Mathcore-Bastard zum Ende ohne auf die erwartete Explosion am Ende zu verzichten. Die Riffs ordnen sich jetzt einem tragischen Crescendo unter, mit viel Gezwirbel, Gekloppe und überlagernden Schreien. Sehr wirr das ganze, aber klingen für mich letzten Endes wie eine (weitaus) bessere Version von The Hirsch Effect.
    8,5/10

    10. Plebeian Grandstand - Easy To Hate / Hard To Define
    Der Übergang klappt hervorragend und es gibt sogleich den nächsten Crust/Math/achlasstmichdochinruhe...-Core, der zwar nicht ganz so kompromisslos wie bei Little Girl Terrorist ausgeführt wird, aber sich eben auch auf andere Dinge konzentriert. Die Melodien sind abgehackt, gehen schnell in die nächste über ohne dabei den ähnlich-agierenden Vokalisten hinter sich zu lassen. Dieser passt sich mühelos dem aktuellen Geschehen an, was bei den vielen Tempiwechsel nicht unbedingt einfach ist. Viel falsch kann man mit der Rezeptur meiner Meinung nach nicht machen, von daher bleiben Plebeian Grandstand bis zum Schluss zielsicher auf der Spur und halten das Niveau durch treibendes Drumming und verschiedenste Riffs oben. Da kann man nicht meckern, aber ob ich mir das auf Dauer geben kann, weiß ich nicht. Die Position auf dem Sampler ist jedoch gut gewählt, da er von der Stimmung her gut den aufwühlenden Endpart einleitet, dem ich mich ein ander Mal widme.
    7,5/10
    Geändert von Hati (21.04.2013 um 00:37 Uhr)

  7. #27
    Metal Messiah Avatar von Nik
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    Charter Arms .38 und Easy to hate/ Hard to define sind Übertracks die mehr Punkte verdienen...
    現実(リアル)にようこそ。Da steht sie nun, unsere Ecosphäre, alles was blieb in der undurchdringbaren und durchsichtigen Leere, die trockenen Hände, die blutunterlaufenen Augen, die klopfenden Herzen...

  8. #28
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Zitat Zitat von Nik Beitrag anzeigen
    Charter Arms .38 und Easy to hate/ Hard to define sind Übertracks die mehr Punkte verdienen...

  9. #29
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Ach, ging ja schon weiter hier. Sorry, hab seit ein paar Tagen nicht mehr wirklich reingeschaut...

    Zitat Zitat von Hati Beitrag anzeigen
    07. Sprawl - Demonized
    [...]
    Das Album würde mich dazu sehr interessieren, aber würde ich jedem von der Band abraten, der auch nur EINES dieser ganzen Elemente EIN WENIG nicht ausstehen kann.
    7/10
    Das Album ist, ähnlich wie der Song vermuten lässt, ziemlich durch. Sicherlich ist der Sound ziemlich billig, passt für mich aber irgendwie zur Cyber-Gesamtästhetik. Tatsächlich kann ich persönlich sogar die meisten hier eingesetzten Elemente nicht leiden, im Zusammenspiel funktioniert's aber doch für mich ;) Auf jeden Fall ein sehr kurzweiliges und unterhaltsames Album mit vielen durchgeknallten Ideen.

    08. Gasp - Sky Flowers Through Horse Eggs
    [...]
    Sehr viel mehr kann ich dazu nicht sagen, außer dass es vielversprechend klingt, aber als alleinstehender Song irgendwie zu schwerfällig wirkt. Auf Albumlänge jedoch gerne mal.
    6,5/10
    Gasp wirken auf Albumlänge sehr viel besser als auf einem einzelnen Song. Ist quasi psychedelischer Grindcore mit vielen elektronischen Experimenten drin (meist aber eher Ambient-Flächen als Beats). Wenn du ein wenig motiviert wurdest, mal ins Album reinzuhören, hab ich mein Ziel erreicht...viel mehr ist mit einem Einzeltrack bei dieser Band wohl nicht drin.

    Was LGT und PG betrifft, gebe ich Nik natürlich Recht Gerade Plebeian Grandstand sind für mich halt die Spitze von angeschwärztem, technisch zerfahrenem und trotzdem noch unglaublich emotionalem Hardcore...der Rest vom Album ist noch etwas unzugänglicher, wenn dich "Easy To Hate..." also schon nicht so gepackt hat, weiß ich nicht, ob's was für dich ist. Ich kann mir diese Art Musik halt nicht besser vorstellen.

    Ich sollte hier auch weitermachen, aber mir ist leider letztens meine externe Soundkarte abgekratzt, deswegen kann ich im Moment über den PC keine Musik hören. Ersatz ist bestellt...
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  10. #30
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Sorry sorry sorry für meine Lahmarschigkeit, ich werde versuchen, den Rest etwas zügiger zu behandeln, bevor ich so richtig mit meiner Bachelor-Arbeit anfange(n muss).


    To Kill A Petty Bourgeoisie – Lovers & Liars

    Um es mit den Worten eines hochrangigen SS-Offiziers zu sagen: That's a Bingo!

    Die Drums am Anfang dieses Stücks erinnern mich sehr an "A Fairytale About Slavery" von Miranda Sex Garden und tatsächlich spielen auch To Kill A Petty Bourgeoisie ziemlich experimentelle Musik auf Basis von folkloristischen Klängen; jedoch arbeiten die Mörder des Bürgertums hier noch stärker mit Kontrasten, als ich das von MSG gewohnt bin.
    Anfangs wird der Song von dunstigen Drones im Hintergrund und einer monotonen Akustikgitarre beherrscht, auf der eine Frauenstimme von intimer Nähe und Sanftheit balanciert. In der ersten Minute vermittelt sich so das Bild eines jungen Mädchens, das inmitten eines nebelverhangenen viktorianischen Städtchens auf einer Mauer sitzt und vor sich hinträllert. Diese Szenerie wird aufs Verstörendste verzerrt, als plötzlich harscher Lärm über den Hörer hineinbricht. Die Noises klingen elektronisch erzeugt (ein bisschen wie der Klangterror früher Haus Arafna) und damit essentiell künstlich, also nicht wie ein weiteres Element des Bildes, sondern wie etwas, das von außen eindringt und die Realitätswahrnehmung stört; als ob ein virtuelles Szenario durch Störsignale durchrissen und damit sein illusionärer Charakter schmerzhaft deutlich gemacht wird. Im weiteren Verlauf wird der verhallte Gesang der Sängerin noch gedoppelt und in Schichten übereinander gelegt, sodass jede Orientierung verloren geht: Die Welt besteht jetzt nur noch aus Nebel und geisterhaften Stimmen, durchzuckt von den neonfarbenen Gitterlinien nackter 3D-Modelle.

    Zusammengefasst: Ich mag Noise und insbesondere Noise gemischt mit anderen Genres. To Kill A Petty Bourgeoisie fallen damit passgenau in eines meiner Beuteschemata und konnten mich mit diesem Song schwer begeistern; daher werde ich mich auf jeden Fall noch näher mit ihnen befassen.


    The Peculiar Pretzelmen - Burn Your House Down

    Wesentlich bodenständiger kommt dieser nächste Song daher. Ohne mich mit Country und seinen Subgenres sonderlich gut auszukennen, würde ich ihn in die Bluegrass-Schublade packen, hauptsächlich wegen des prägnanten Banjos und des Verzichts auf elektrische Verzerrungseffekte. Wir haben es hier mit einem eher balladesken Stück zu tun, dem vor allem der klagende Gesang eine pessimistische Grundstimmung verleiht. Außer den blechernen Banjo-Akkorden und dem unglückseligen Sänger steuert auch noch ein Blasinstrument (vielleicht eine Oboe?) eher hintergründige Melodien bei; die extreme Einfachheit des Songs wird zudem durch ein paar recht harmlose Klangexperimente aufgelockert, wie z.B. einem klingelnden Beckenwirbel im letzten Drittel.

    Obwohl ich das Dargebotene nicht schlecht finde, kann es mich nicht so richtig mitreißen; bei wiederholten Durchgängen fand ich vor allem das Jammern des Sängers doch recht anstrengend. Allerdings bin ich bei einer Suche nach der Band über dieses Video gestolpert, das mir doch einige Lust gemacht hat, mir die Gruppe noch einmal näher anzusehen.


    Bruce Gilbert – The Shivering Man

    Der Gesang ist zumindest schon mal nicht das Problem dieses Songs, es gibt nämlich keinen. Stattdessen gibt es einen Soundeffekt, der aus einem alten Cartoon stammen könnte, wenn eine Figur blitzschnell von einer Seite des Bildschirms zur anderen flitzt. Durch die stereotype Wiederholung dieses Geräuschs bekommt bereits etwas Merkwürdiges und Unheimliches, doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was noch folgen soll.
    Zum hohlen Klopfen im Hintergrund gesellen sich in schneller Abfolge auf einen der beiden Lautsprecher gemischte Streicher-Fragmente, die eine sehr desorientierende Wirkung haben; dazu knistert und scheppert es an allen Ecken und Enden und eine wabernde Halbmelodie vermittelt bei geschlossenen Augen den Eindruck, als würde sich die Welt nach innen wölben. Als wäre das noch nicht genug, ist die hungrige Bestie aus dem Nurse-With-Wound-Song gieriger denn je zurückgekehrt und ihr Magen knurrt so laut, als wolle sie die ganze Erde verschlingen. Wenn der titelgebende Herr diesen Song gehört hat, wundert es mich nicht, dass er so zittert…

    Mr. Gilbert betreibt hier psychologische Kriegsführung gegen seine Hörer und das ziemlich effektiv (v.a. mit Kopfhörern, wie mir zum Glück rechtzeitig aufgefallen ist). Hier stecken auf jeden Fall spannende und absolut kompromisslos umgesetzte Ideen drin, aber einmal mehr muss ich mich fragen, ob ich mir sowas auf Albumlänge wirklich anhören könnte. Nichtsdestotrotz ein weiterer interessanter Sampler-Beitrag.


    Shaolin Death Squad - Fall, Rise, Laugh... Fall

    Hm...Prog-Rock? Sieht am Anfang zumindest ganz danach aus. Nicht ganz meine Baustelle, aber schauen wir mal.
    Der Einstieg gerät sanft und verträumt, die unverzerrte Gitarre und der zweistimmige Gesang erinnern mich zeitweise gar an Fleetwood Mac und ich muss mich beherrschen, um nicht das böse K-Wort zu benutzen. Daneben gibt es allerdings auch noch Abschnitte mit Leadgitarre und knurrigen Vocals, die den Song gemeinsam mit der unkonventionellen Songstruktur in eine eher progressive Ecke schieben. Weil es den Shaolin-Mönchen dort aber anscheinend zu langweilig ist, machen sie nach zweieinhalb Minuten kurzerhand einen Abstecher in eine indische Disko und tanzen zu Technobässen mit orientalisch leiernden Synthies, bevor sie mit der Gewalt eines metallischen Stakkato-Riffs durch die Wand des Etablissements brechen, während der knurrige Gesang endgültig zum wütenden Growlen mutiert. Die Wandlung zum Metal ist aber nur vorübergehend, denn alsbald besinnen sich die Mönche auf ihre friedfertigen Wurzeln und ganz wie sein Titel endet auch der Song so, wie er angefangen hat, nämlich mit sanftem Pop-Rock – als wäre nichts gewesen.

    Hier wird allerlei Grundverschiedenes unter eine Haube gestopft, um eine Hati-typische Merkwürdigkeit zu erschaffen. Zwar verliert die Band die Grundprinzipien nachvollziehbaren Songwritings nicht aus den Augen und hält mich mühelos bei Stange, dennoch weckt der Song in mir nicht unbedingt das Verlangen, mich näher mit dem buddhistischen Todesschwadron zu beschäftigen. Ist einfach nicht meine Musik, wie man so sagt…
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  11. #31
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    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    Sorry sorry sorry für meine Lahmarschigkeit, ich werde versuchen, den Rest etwas zügiger zu behandeln, bevor ich so richtig mit meiner Bachelor-Arbeit anfange(n muss).
    Kann ich verstehen, aber es drängt dich ja auch keiner.
    Bin schon auf die restlichen Meinungen gespannt.

    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    To Kill A Petty Bourgeoisie – Lovers & Liars
    Mehr als "Schön, dass es dir gefällt", kann ich hier nicht sagen^^

    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    The Peculiar Pretzelmen - Burn Your House Down
    Der Sänger der Truppe wird oft mit Tom Waits verglichen, was ich nicht beurteilen kann, da ich mich mit jenem Künstler nicht genug auskenne, aber ich dachte, das könnte dazu führen, dass etwas Gefallen am Gesang gefunden werden kann. Ansonsten wollte ich die bedrückende Atmosphäre der letzten Songs mit diesem kurzweiligen Akustik-Song auflockern. Es ist eben eine experimentierfreudige Band aus Polen und wie du dem Video bereits entnehmen konntest, bietet sie auch eine größere Bandbreite, als zunächst zu erwarten ist.

    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    Bruce Gilbert – The Shivering Man
    Bruce Gilbert ist ja ein angebliches Avantgarde-"Genie" und hat mit dem dazugehörigen Album den Soundtrack zu einem Film geliefert, den man mit etwas Recherche sicher ausfindig machen kann. Dieser Song repräsentiert am Besten, was man von den restlichen Songs auf der (ca. 25 Jahre alten!) Platte erwarten kann. Sehr eigenwillige Effekte machen dies zu einem meiner Lieblinge aus dem Ambient/Abstract Sound-Bereich.

    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    Shaolin Death Squad - Fall, Rise, Laugh... Fall
    Und auch hier wollte ich dich eigentlich etwas entlasten mit einfacheren Melodien und unterhaltsamen Gimmicks, aber schade, wenn Progrock nicht so dein Fall ist. Meiner im Grunde auch nicht immer, aber Shaolin Death Squad garnieren das mit genügend Abwechslung, dass ich das nur entfernt diesem Bereich zuordnen würde.

  12. #32
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Zitat Zitat von Hati Beitrag anzeigen
    Mehr als "Schön, dass es dir gefällt", kann ich hier nicht sagen^^
    Doch: Ich wüsste gerne, inwiefern der Song repräsentativ für den Sound der Band ist und ob du das dazugehörige Album empfehlen kannst.

    Der Sänger der Truppe wird oft mit Tom Waits verglichen, was ich nicht beurteilen kann, da ich mich mit jenem Künstler nicht genug auskenne, aber ich dachte, das könnte dazu führen, dass etwas Gefallen am Gesang gefunden werden kann.
    Vom Tom habe ich mir gerade mein erstes Album gekauft und auch seinen Gesang finde ich gewöhnungsbedürftig. Auf Bone Machine singt er allerdings meistens rauer und etwas tiefer als der Bretzelherr und ist auch variabler; vielleicht lassen sich aber Parallelen ziehen, wenn man mehrere Stücke beider Künstler vergleicht.

    Bruce Gilbert scheint ja schon interessant zu sein..."Eline Cout II" mit Gesang klingt ja nochmal ganz anders als der Titeltrack. Stammt deine mp3 von der CD? Die ist ja anscheinend gegenüber der ursprünglichen LP-Version remastered...
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  13. #33
    Forumslegende Avatar von Hati
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    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    Doch: Ich wüsste gerne, inwiefern der Song repräsentativ für den Sound der Band ist und ob du das dazugehörige Album empfehlen kannst.
    Klar, da kannst du blind zugreifen. Ich habe gerade bei diesem Duo lange überlegen müssen, welchen Song ich aus dem Album nehme, da wirklich einige in Frage kamen. Habe mich dann für einen entschieden, der den Sound gut zusammenfasst.

    Zitat Zitat von Dancing Mad God Beitrag anzeigen
    Bruce Gilbert scheint ja schon interessant zu sein..."Eline Cout II" mit Gesang klingt ja nochmal ganz anders als der Titeltrack. Stammt deine mp3 von der CD? Die ist ja anscheinend gegenüber der ursprünglichen LP-Version remastered...
    *Ja, wenn ich einmal reich wär* würde ich mir selbstverständlich die LP besorgen. Das klingt so vorwurfsvoll, dass ich dir "nur" eine remasterte Version gegeben habe^^ Das ist aber nicht der Grund dafür, wieso der besagte Track anders klingt. Es wird einfach viel geboten auf dem Album, da gibt es dann halt auch so einen Durchnudel-Song, um alles einbisschen aufzulockern. Ähnliche Beats kommen im Opener vor, von daher könnte man es als "Aufgreifen bekannter Albumstrukturen" verstehen. Da ich wirklich (bisher) nur "The Shivering Man" kenne, kann ich dir zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr empfehlen, aber das erinnert mich auch wieder daran, dass ich mal Ausschau nach weiteren Releases von ihm halten sollte.

    Generell muss ich sagen, dass ich beim Bestücken von Samplern nicht wirklich darauf achte, ob der Song repräsentativ ist, von daher ist es schon richtig, da hin und wieder nachzuhaken. Hätte ich eigentlich von selbst drauf kommen sollen und mehr dazu sagen können.

    Ich werde im Laufe der nächsten Woche wieder 3 Stücke abarbeiten, sodass mir für die letzten 2 Songs solange bleibt, dass wir in etwa gleichschnell fertigwerden

  14. #34
    Todesmetaller Avatar von Dancing Mad God
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    Zitat Zitat von Hati Beitrag anzeigen
    Das klingt so vorwurfsvoll, dass ich dir "nur" eine remasterte Version gegeben habe^^
    Das ist dann komplett falsch rübergekommen, sorry. Ich wollte bloß wissen, ob ich den Song in dieser Form bekomme, falls ich die CD kaufe, oder ob ich mit (bösen) Überraschungen zu rechnen hätte.

    Ansonsten danke für deine Antworten
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    Zufällige Gedanken, die in einem sterbenden Gehirn hängenbleiben.
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