Eddies Plattenkiste: Millenium

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    Hellcommander

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    Nocte Obducta – Sequenzen einer Wanderung (2008)

    Torsten, der Unhold – Vocals
    Marcel Va. Traumschänder – Guitar, Vocals, Keys
    Flange – Keyboard, Vocals
    Patrick Baumann – Bass
    Stefan – Guitars
    Matthias Rodig – Drums

    01. Ende 23:06
    02. Nebel II 20:54

    Im Jahre 2008 hatte ich bereits die Ehre, ein Review zu diesem Album zu schreiben. Heute, ca. 13 Monate später, stehe ich nach wie vor zu diesem Review und halte „Sequenzen einer Wanderung“ für das künstlerisch wertvollste Album einer bemerkenswerten Band. Sicher, „Nektar II“, „Galgendämmerung“ und wie sie alle heißen mögen, sind ähnlich stark. Aber nie zeigten sich Nocte Obducta wandlungsfähiger als auf „Sequenzen einer Wanderung“. Nie habe ich die Musik gefühlsvoller als hier empfunden; die Band setzt sich mit diesem Album ihr eigenes Denkmal.

    Es existieren einige Bands, deren Verlust eine massive Lücke in der Musiklandschaft hinterlassen. Eine Lücke, die in ihrem Ausmaß nicht mehr zu füllen ist. Fußstapfen, die potenziellen Nachfolgern nicht passen, weil sie zu groß sind. Im Jahre 2006 beschlossen Nocte Obducta, sich nach Veröffentlichung ihres Albums „Sequenzen einer Wanderung“ aufzulösen. Nocte Obducta, die zumindest in meinem Falle während ihres Werdegangs für so viele Gänsehautmomente gesorgt haben, würde sich also auflösen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Nach „Nektar II“, dem meiner Meinung nach bis dato bestem extremen Metalalbum, welches jemals eine deutsche Band zustande gebracht hat, war dies ein schwerer Schlag.

    Die Veröffentlichung von „Sequenzen einer Wanderung“ hat sich aufgrund einiger Streitereien bis in das Jahr 2008 hinausgeschoben. Als ich die Promoversion des Albums erhalten habe, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Nach „Nektar II“ war ich ein wenig skeptisch, wie die Band diesen Meilenstein toppen möchte. Nach mehreren Hördurchläufen war mir klar, dass sie jenen Meilenstein getoppt haben. „Sequenzen einer Wanderung“ ist der krönende und zugleich traurige Abschluss einer einzigartigen Band. Ein neuer Fels in der Brandung, der alle relevanten Entwicklungsphasen der Band Revue passieren lässt und in einem stilistisch offenen Gesamtwerk endet, wie wir es von den ohnehin entwicklungsfreudigen Nocte Obducta noch nie gehört haben.

    „Sequenzen einer Wanderung“ hat eine Spielzeit von knapp 44 Minuten. Diese 44 Minuten verteilen sich auf 2 Lieder. Die Grundstimmung ist düster, traurig, energisch kraftvoll und erhaben. Zeitweise lodert schwarzmetallisches Feuer, welches Hand in Hand mit sehr ruhigen Elementen einher geht. Jene ruhigen Elemente weisen massive Parallelen zur „Stille“-EP auf, sind jedoch in ihrer Wirkung konzentrierter und gefühlsvoller, weil das Songwriting deutlich verfeinert wurde und effektiver auf den Punkt kommt. Ich glaube, einer hoch entwickelten musikalischen Umsetzung der Geschichte Nocte Obductas zu folgen; zahlreiche integrierte Textpassagen aus dem Leben der Band, aus Telefonanrufen und dergleichen festigen diesen Eindruck. Überhaupt taucht auf „Sequenzen einer Wanderung“ insgesamt nur sehr wenig Lyrik auf. Dies ist in so fern nicht weiter tragisch, als dass die Musik die Botschaft und Atmosphäre hervorragend zu transportieren vermag. Aber wenn Texte auftauchen, dann mit Gänsehautgarantie. Die stilistische Bandbreite der Vocals erstreckt sich von harmonisch finsteren cleanen Vocals bis zum typischen Geschrei, wobei letzteres exakt einmal auftaucht – nämlich dann, wenn sich der letzte Song mit einem genialen Riffing zu einem schwarzmetallischen Monster aufbläht und mit jenem Riffing unglaublich viel Energie transportiert – damit steht dieser Part im krassen Gegensatz zum Rest des Albums und stellt für mich das letzte Aufbäumen einer der besten Bands Deutschlands dar. Nocte Obducta sind Geschichte, Dinner auf Uranos die Nachfolger. Ich bin gespannt, was folgt.

    „Sequenzen einer Wanderung“ ist für mich zweifellos das Album des Jahres 2008 sowie das beste und entwickelungsfreudigste Album in der Geschichte Nocte Obductas. Genial, aber auch schade.

    http://www.youtube.com/watch?v=HmZpRBoSSyw

    http://www.youtube.com/watch?v=rynf1lUVjF4&feature=related

    http://www.youtube.com/watch?v=BYl_qa22f5M&feature=related

    #5868117  | PERMALINK
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    MetalEschi

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    Nevermore – This Godless Endeavor
    VÖ: 2005

    Warrel Dane (v.)
    Jeff Loomis (g.)
    Steve Smyth (g.)
    Jim Shepphard (b.)
    Van Williams (dr.)

    Unter Fans ist die Frage nach Nevermore’s Meisterstück umstritten. Das 2000er Werk „Dead Heart, In A Dead World“ ist wohl auch das, was diejenigen, die etwa mit Warrel’s Gesang ein Problem haben, oder denen die Songstrukturen der Band allgemein ein wenig zu abgefahren sind, noch am ehesten als Klassiker bezeichnen würden. „Enemies Of Reality“, 2003 erschienen, stieß erst dann wirklich auf Zufriedenheit, als man wenig später eine soundtechnisch überarbeitete Version des ursprünglich arg unfertig klingenden Albums veröffentlichte. „This Godless Endeavor“ schließlich ist aus meiner Sicht irgendwie die endgültige Demonstration der Größe dieser Band. Die Tatsache, dass manchen der Sound zu klinisch ist, oder sich allgemein Ablehnung gegenüber der emotionalen Achterbahnfahrten breit macht, gleichzeitig aber Anhänger der Band in wahre Lobeshymnen ausbrechen, sobald die Rede von diesem Mammutwerk ist, spricht für sich. Wirklich große Bands polarisieren – mit Alben verhält es sich nicht viel anders.

    Nevermore haben auf „This Godless Endeavor“ ihre ganz persönliche musikalische Note perfektioniert. Irgendwie klingt das Album nach Thrash, irgednwie auch nach amerikanischem Power Metal – und letztlich ist keine der beiden Schubladen wirklich passend. Am Ende bleibt wohl die Feststellung, dass die Band aus Seattle letztlich in ihrer eigenen Liga spielt – und dass man lediglich sicher sagen kann, dass ihr Sound irgendwie Metal ist. „Born“ eröffnet das brachiale Meisterwerk – mit philosophisch angehauchten Lyrics, einem gegen Alles und Jeden anschreienden Warrel Dane, total abgefahrenem Gitarrenspiel von Jeff Loomis, und einem monumental über dem Song thronenden Chorus. Im weiteren Verlauf gesellen sich emotionale (Halb-)balladen („Sentient 6“, „Sell My Heart For Stones“), komplexe, Death-Metal beeinflusste Krachorgien („The Psalm of Lydia“) und melodisch-derbe Metal-Hymnen („My Acid Words“, „A Future Uncertain“, „Medicated Nation“) zu dem selbst bei Band-Ignoranten angesehenen Opener. Der 9-minütige Titelsong verballert am Ende auch noch den letzte Überschuss an Energie, steigert sich zu einer jeglichen Restverstand aus dem Hörer prügelnden Prog-Metal-Orgie, und lässt plötzlich und unerwartet ausgelaugte Kreaturen zurück, die sich nach dem Orkan erstmal wieder sammeln müssen.

    „This Godless Endeavor“ stellt Fragen, liefert aber keine allgemeingültige Antworten, einfach weil diese niemand kennen kann. Nevermore klingen abwechselnd wütend, zerbrechlich, zynisch, anklagend und kraftvoll, rennen gemeinsam mit dem Hörer gegen all das an, was einem unheilvoll drohende Blicke zuwirft. Nach Einfuhr dieser Scheibe ist an, sofern man sich zu denen zählt, die Zugang dazu finden, in jedem Falle stärker als vorher. „This Godless Endeavor“ ist für mich zweifellos eines der fünf besten Alben des letzten Jahrzehnts. Ein Fels. Eine Steinmauer. Gottlos. Unüberwindbar.

    http://www.youtube.com/watch?v=impRqn44OCA

    http://www.youtube.com/watch?v=Te7FKPFqn74

    http://www.youtube.com/watch?v=7yBm0k0coL0

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    #5868119  | PERMALINK
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    Infernal Overkiller

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    Beiträge: 5,367

    Die Nevermore Scheibe ist wirklich gut. Hab die aber bestimmt schon 2 Jahre nicht mehr gehört.

    Und das Nocte Obducta Album fehlt mir noch. Ist aber auf jeden Fall ne super Band und ich finde von den Alben die ich kenne Nektar 2 am besten. Zum Glück hab ich die nochmal live gesehn …

    #5868121  | PERMALINK
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    Tiz

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    This Godless Endeavor ist wohl eines der besten Metal Scheiben des letzten Jahrzents. Geniales Album, aber Dead Heart ist nicht weit davon entfernt.

    #5868123  | PERMALINK
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    Axe To Fall

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    „This Godless Endeavor“ ist Nevermore’s Meisterwerk, keine Frage. Hab selten bei einem Metalalbum so oft Gänsehaut gehabt.

    --

    Musik-Sammler „I met God and he had nothing to say to me.“
    #5868125  | PERMALINK
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    Sentient 6 ist sooooo ein geiles Lied *gänsehaut*

    --

    #5868127  | PERMALINK
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    goetzi

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    die „this godless endeavor“ is göttlich! neben“dead heart in a dead world“die beste scheibe von nevermore

    #5868129  | PERMALINK
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    FroZenObi

    Registriert seit: 25.07.2008

    Beiträge: 2,002

    Schöne Reviews bisher. Werde mich vielleicht an Monotheist von Celtic Frost versuchen, mal schauen!

    #5868131  | PERMALINK
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    The Adversary

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    Argh! Nevermore wollte ich machen!!!!1111111111
    Top-Album aber. Mach bei Gelegenheit auch mal was.^^

    #5868133  | PERMALINK
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    MetalEschi

    Registriert seit: 25.05.2005

    Beiträge: 15,655

    The AdversaryArgh! Nevermore wollte ich machen!!!!1111111111
    Top-Album aber. Mach bei Gelegenheit auch mal was.^^

    Mach doch einfach noch eins 🙂

    --

    #5868135  | PERMALINK
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    Eddie1975

    Registriert seit: 13.05.2005

    Beiträge: 12,194

    Ich möchte höflich darum bitten, in diesem Thread von Doppelreviews abzusehen. Wenn genügend Beiträge beisammen sind, wird es im Eingangspost nämlich eine Linkliste zu den einzelnen Platten geben, mehrfache Beiträge zu einer einzigen Platte machen die Sache dann unübersichtlich.:)

    --

    "Heavy Metal in my ears Is all i ever want to hear. Before the sands of time run out , We'll stand our ground and all scream out! Manilla Road - Heavy Metal to The World On Tour: 11.06. Rockfels - Loreley Freilichtbühne, St. Goarshausen last.fm Musik-Sammler
    #5868137  | PERMALINK
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    The Adversary

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    ARGH!! Ich hasse mein Internet…geiles Review zu Hail of Bullets geschrieben, am links einfügen und dann kackts ab…gnah…

    #5868139  | PERMALINK
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    The Adversary

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    Das HAil Of Bullets nochmal schreiben mag ich jetzt nicht, darum das hier:

    Grand Magus-Iron Will

    Hier mal zu dem Album, das jedem Fan von Heavy Metal der alten Schule mindestens einen Orgasmus beschert haben dürfte und Frauen ein feuchtes Höschen kriegen liess: Glockenintro wie sichs gehört und dann die volle Ladung Heavy MEtal: Hymne um Hymne wie sie Dio, Manowar und Bathory zu Hammerheart-Zeiten nicht besser hätten schreiben können. Jeder Song ein Hit, jedes Solo ein Adrenalinstoss. Hioer wird Metal perfektioniert. Ausfälle gibt es nicht zu vermelden, vom Artwork über die Texte bis hin zu der endgeilen Musik ist hier alles drin. Riffs für die Ewigkeit, mitreissender Gesang. Die REfrains kann man nach 3 mal mithören mitgröhlen. Trotzdem kann man nicht von „plump“ sprechen, denn selbst hier wurde aus allem das beste herausgeholt. Die Produktion frisst jeglichen digitalen Mist zum Frühstück, und klingt erdig to the bone. Ich verteile im Normalfall keine Maximalpunktzahlen, aber besser als das hier gehts schlicht und einfach nicht. Hit an Hit, ob nun der fetzige Opener „Like the oar strikes the wather“, die Halbballade „Silver into steel“, der stampfende Titeltrack oder die Bathory-Huldigung „I am the North“, jeder Song hat Charakter und kann genauso gut alleine stehen. DAs Album macht dennoch überhaupt keinen zerrissenen Eindruck und läasst sich genausogut am Stück hören. Die Spielzeit ist ziemlich kurz gehalten, was auch schon wirklich das einzige Manko ist. Bei jedem Hördurchgang kann man gar nicht anders als die Faust in die Höhe zu strecken, Lederjacke zu montieren, die Luftgitarre hervorzuholen und lathals mitzugröhlen. Jeder der sich Heavy Metal-Fan nennt und das hier nicht endlos geil findet darf nun eine warme Milch trinken und Atreyu hören gehen. That’s the spirit, hier sind Fanatiker am Werk!
    http://www.youtube.com/watch?v=RMYm0DDTZyI
    http://www.youtube.com/watch?v=JvSe42_jzNU
    http://www.youtube.com/watch?v=h2aophtvOfU

    #5868141  | PERMALINK
    Profilbild von Axe To Fall
    Axe To Fall

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    Das es mir ja keiner weg nimmt: BTBAM – Colors gehört mir!;-)

    --

    Musik-Sammler „I met God and he had nothing to say to me.“
    #5868143  | PERMALINK
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    Arntor

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    Wir schreiben das Jahr 2003 Dimmu Borgir veröffentlichen ihre Scheibe Death Cult Armageddon und ein 13jähriger angehender Metaller reibt sich erstaunt die Augen.Was ein genialer Bastard aus Bombast , Agressivität und Leidenschaft.
    Dieses Album war mein Einstieg in den extremen Metal und enthält wohl einige der besten Songs der Symphonic Black Metal Geschichte.
    Ist der Eröffner „Allegiance“ noch relativ unspektakulär betätigt man spätestens bei Track Nummer 2 “ Progenesis Of The Great Apocalypse „die Repeat Taste.
    Die Kombination aus fiesen Vocals , betörenden Orchestereinlagen und dem gänsehauterzeugenden Clear Vocal Part von Vortex ist zugleich das erste Highlight des Albums.
    Weiter geht es mit dem extrem nach vorne preschenden „Leepers among us“ , welches die härtere Seite der Band raushängen lässt.
    Das beste an diesem Album ist allerdings diese perfekte Symbiose aus klassischen Elementen und Metal.Beides existiert hier gleichberechtigt nebeneinander und so wird jeder Song dieses Albums zum musikalischen Hochgenuss.

    http://www.youtube.com/watch?v=joEAb_y7ZYA

    http://www.youtube.com/watch?v=2Wj99nU5liM

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