Live-Bericht vom Ruisrock Festival!!!

Home Foren Live Tour-Tagebuch Metal Hammer live vor Ort Live-Bericht vom Ruisrock Festival!!!

Ansicht von 9 Beiträgen - 1 bis 9 (von insgesamt 9)
  • Autor
    Beiträge
  • #33171  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    Liebe Headbanger,

    aus dem hohen Norden steht das nächste Festival an, von dem wir euch berichten wollen: Das Ruisrock Festival.

    Band-technisch bedeutet das:

    + In Flames
    + Billy Talent
    + Finntroll
    + Children Of Bodom
    + Turisas
    + Timo Rautiainen
    + D´Espairsray
    + Mastodon
    + Deathstars
    + Pain
    + Sonic Syndicate
    + The Answer
    + Poisonblack
    u.v.m.

    Christian Hector wird für euch den weiten Weg dorthin machen und für die Online-User einen Bericht zusammen dengeln.

    Es wird allerdings aus technischen Gründen keinen mehrmals täglich aktualisierten „live-Mitschnitt“ geben, sondern erst nach dem Festival die Rückschau.

    Trotzdem: Unmittelbar nach dem Festival werdet ihr hier erfahren, was beim Ruisrock in Finnland alles passiert ist!

    MAXIMUM GRÜSSE
    Tobias

    --

    #3106133  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    So, liebe Headbanger,

    es ist endlich soweit. Unser viel reisender Herr Hector hat den ersten Teil seines Ruisrock-Online-Specials zusammen gedengelt.

    In kürzester Kürze wird es hier, inkl. Bildern, online stehen und euch einen ersten Eindruck von der fremden Welt finnischer Festivals vermitteln.

    Stay tuned,

    es wird sicher spannend!

    --

    #3106135  | PERMALINK

    Rieslingman

    Registriert seit: 15.02.2006

    Beiträge: 12,251

    Boah, da spielt ja NUR Schrott 😆

    --

    #3106137  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    Moi (finnisch: Hallo),

    obwohl noch im Urlaub, hacke ich euch schon mal das erste Update vom Ruisrock Festival in Finnland ein. In diesem Bericht wird allerdings weniger über die Bands berichtet, als über das Flair und die Besonderheiten eines finnischen Festivals an sich. Denn da gibt es einiges zu erzählen…


    Die Hauptbühne

    Zum Beispiel über Gefängnis-Hotels, eingezäunte „Alkohol-Arbeitslager“, finnische Alkohol-U-Boote und einen Außenminister, der Pommesgabeln nicht nur beim Frittenessen zeigt.

    Initiator der Reise zum Ruisrock ist die finnische Botschaft in Berlin – genauer gesagt die „Assistentin Kultur und Presse“ Anne Ruokamo, deren Idee es war, diverse deutsche Journalisten nach Suomi zu bringen, um die für nächstes Frühjahr geplante „Finnische Musikwoche“ in Berlin zu promoten.

    IM GEFÄNGNIS

    In Helsinki angekommen und nach einer Fahrt im großen schwarzen Van – stilecht mit getönten Scheiben – geht es ins Hotel Katajanokka, unweit des Hafens im Zentrum. Bereits die hohen Mauern erinnern an einen Hochsicherheitstrakt. Doch sobald man das Hotel betritt fällt es einem wie Schuppen von den Augen: das war wirklich mal ein Gefängnis. Wie im US-Film sind die Treppen mitten auf dem Gang und man kann von den oberen Stockwerken alle Zellen-/Zimmer-Türen überschauen.


    Wohnen im (umgebauten) Gefängnis: das Best Western Premier Katajanokka in Helsinki.

    DAS FESTIVAL

    Das Ruisrock ist das größte finnische Festival für Rock, Alternative, Pop und Metal und das älteste Festival Europas – also dem Rock am Ring-Festival gar nicht mal unähnlich (METAL HAMMER berichtete:
    http://www.metal-hammer.de/ha_forum/viewforum.php?f=50

    Das Areal ist im circa zwei Stunden von Helsinki gelegenen Turku beheimatet und am leichtesten durch Fähren zu erreichen, die rund alle 20 Minuten ablegen. Auf einer der vielen kleinen Inseln und Halbinseln liegt es – direkt am Strand.


    Festival- und Badeurlaub zugleich – und Strand mit Blick auf die Hauptbühne.

    Eine Besonderheit des Events sind die riesigen Fähren, die direkt an der Bühne vorbei schippern. Einer Legende zufolge war Nirvana-Sänger Kurt Cobain während ihrer Show so sehr von einer dieser haushohen Fähre erschrocken, dass er jedes Mal das Ruisrock nannte, wenn er nach dem Live-Erlebnis schlechthin gefragt wurde.


    Blick von der Bühne: eine riesige Fähre der Viking Line auf dem Weg ins offene Meer.

    Soweit erst einmal: Am komenden Montag gibt es mehr aus Suomi (Finnland, Perkele).
    Gehabt euch wohl!

    Moi, moi (finnisch: Tschüß),
    Christian Hector

    --

    #3106139  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    RieslingmanBoah, da spielt ja NUR Schrott 😆

    Hast du ein Glück, das es mehr um das Drumherum, als die Bands geht 😉

    --

    #3106141  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    Moi taa!

    Weiter im Text – dieses Mal direkt aus dem METAL HAMMER-Büro:

    TEURES BIER UND WODKA-U-BOOT

    Dass der Alkohol in Finnland teuer als in Deutschland verkauft wird, ist nichts Neues. Allerdings ist ein Bier für den Preis von 5 Euro wirklich heftig, wenn man nicht die Möglichkeit hat, zur Palette im Zelt zu greifen. Doch Not macht erfinderisch: METAL HAMMER-Kollege Frank Thießies ist zwar kläglich daran gescheitert, Schnaps in einer Plastiktüte – fein säuberlich verstaut im Stiefel – zu schmuggeln, konnte aber wenigstens die Mini-Wodka-Flasche an den Kontrollen vorbei bringen.


    Der alte Stiefeltrick


    Wodka Schmuggler Frank Thießies

    Ganz nach dem finnischen Brauch, aus Wodka und Bier ein sogenanntes U-Boot zu „bauen“, kippen wir den Schnaps einfach in unser teuer gekauftes Bier. Nein, das schmeckt gar nicht so schlecht und ist zumindest eine männlichere Variante von Desperados.


    Das berühmt-berüchtigte finnische U-Boot: Schnaps im Bier

    Eine weitere Besonderheit auf finnischen Festivals – und oft auch bei Konzerten – sind umzäunte Alkohol-Zonen mit Passkontrollen: wer nicht über 18 ist, schaut in die Röhre. Unangenehm ist das allerdings auch für die älteren Semester, die sich zu Stoßzeiten in lange Schlangen einreihen müssen um an ein kühles Bier oder einen Lonkero (beliebter Gin-haltiger Longdrink) zu kommen.


    Wer trinken möchte, braucht einen Ausweis und muss Geduld haben.

    Wer nun glaubt, das hält die Metal-Freaks davon ab, schon betrunken auf dem Festival anzukommen, der hat sich getäuscht. Nicht wenige sind schon mittags sturzbetrunken und mancher freut sich (deswegen?) ganz besonders über Deutsche auf dem Festival – wie der Nachwuchsmusiker Lauri Itälä von der Band Gladenfold aus Turku.


    Voll wie eine Haubitze und begeistert von Deutschen: Lauri Itälä von der Nachwuchsband Gladenfold in METAL HAMMER-Begleitung.

    Morgen geht es weiter mit Anekdötchen zu PAIN und FINNTROLL.

    Cheerio,
    Christian Hector

    --

    #3106143  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    Auf zur vorletzten Runde beim Ruisrock:

    PAIN UND DIE BÜHNENBAR

    Als erste Metal-Band am ersten Tag konnten wir uns – im Schlepptau den betrunkenen Finnen – Pain zu Gemüte führen. Peter Tägtgren feierte Gerüchten zufolge nicht nur musikalisch auf der Bühne mit seinen Fans, sondern in den Pausen auch mit Nightwish-Manager Ewo Pohjola an der „Bühnenbar“ hinter den Backdrops. Obwohl der wirklich tighte und mitreißende Gig anderes vermuten lässt, ist Peter wohl nach dem Auftritt nicht ganz heil die Treppe herunter gekommen. Alles nur Gerüchte? Na sicher!


    Feiern mit Pain!

    Zwischenzeitlich haben sich auch die Finntrolle unters Volk gemischt und sich an der zentral gelegenen „Alkoholzone“ eingefunden. Dieses Mal war auch der wichtigste Mann dabei: Trollhorn aka Henri Sorvali, der im Ausland so gut wie nicht mehr live zu sehen ist. Ausgerüstet mit zwei Keyboardern soll der Auftritt eine ganz besondere Gelegenheit gewesen sein, wie Skrymer (Samuli Ponsimaa) berichtet. Doch nun widmet man sich Wichtigerem: Koff-Bier und White Russian en masse!


    Was will ich mit Streichhölzern? Die Finntrolle und der White Russian.

    Nun ja, ganz so auf Alkohol getrimmt sind sie dann doch nicht: Musikliebhaber Samuli hatte Mastodon bereits auf dem Graspop in Belgien verpasst und lässt es sich nun nicht nehmen die Prog-Extremisten aus den USA live anzutesten. Und die Jungs lassen sich auch vor ihrem finnischen Publikum nicht lumpen. Besonders gut kommen wieder einmal – welch Überraschung – ‘Crystal Skull’ und ‘Blood And Thunder’ an.


    Mastodon haben finnische Prominenz im Publikum.

    Den krönenden Abschluss bilden für diesen Abend – zumindest für mich – die Vorreiter der Folk-Metal-Welle Amorphis. Esa Holopainen und Sänger Tomi Joutsen haben aber nicht nur die alten Hits, sondern auch einen brandneuen Song im Gepäck. Die Single ‘Silent Waters’ hat inzwischen berechtigt den zweiten Platz der finnischen Charts erreicht und wird auch auf dem Ruisrock vom Publikum abgefeiert. Nach einer Energie-geladenen Show und vielen mitgegröhlten Refrains wird es wieder Zeit, die Stimme zu ölen… Da in Finnland noch die Nachwirkungen der Mitternachtssonne zu sehen sind, ist es auch um 1 Uhr noch nicht dunkel – es wird also eine lange Nacht!


    Sonnenuntergang erst um 1 Uhr

    Bis morgen!
    Cheers,
    Christian Hector

    --

    #3106145  | PERMALINK

    MUnkvayne

    Registriert seit: 29.04.2004

    Beiträge: 15,104

    #3106147  | PERMALINK

    _Tobias_

    Registriert seit: 30.05.2007

    Beiträge: 842

    Moi,

    hier die letzte Runde des Ruisrock-Berichts…

    DER AUSSENMINISTER UND DIE POMMESGABEL

    Rock und Metal haben in Finnland einen ganz anderen Stellenwert und ein besseres Ansehen als in Deutschland. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sich der finnische Außenminister die Zeit nimmt, kurz mit den angereisten deutschen Journalisten zu plaudern – fast unvorstellbar in Deutschland. Zudem gab es wohl keinen anderen Außenminister als Ilka Kanerva, der ungescholten die Pommesgabel beim Grand Prix-Sieg der finnischen Lordi zückte. So lief er auch vorm Ruisrock als Normalsterblicher und ohne jegliche Bodyguards mit langhaarigen Metallern zur Anlegestelle, um zum Festivalgelände zu schippern und sich die ein oder andere Band anzuschauen.


    METAL HAMMER trifft den Außenminister Finnlands

    Ein Muss – wahrscheinlich auch für den Minister – ist die finnische Nachwuchs-Band mit dem deutschen Namen Sturm Und Drang. Und in diesem Fall trifft „Nachwuchsband“ tatsächlich zu, denn die Musiker sind nicht älter als 16. An ihrem Können merkt man aber nicht, dass die vier Jungs gerade erst am Ende ihrer Pubertät sind. Sie spielen wie die Großen und stecken sicher so manch andere Band in die Tasche – und das trotz technischer Probleme. Sie zocken dabei nicht nur eigene Songs, sondern versuchen sich auch an diversen Klassikern wie ‘Breaking The Law’ oder ‘Fear Of The Dark’ – und meistern sie mit Bravour!


    Gerade mal 16 und schon posen wie die Großen: Sturm Und Drang.

    Lustigerweise spielen die Jungspunte auf der einzigen Bühne vor der man Alkohol trinken darf. Die Anwesenden machen rege Gebrauch davon und so wird es des Öfteren nötig das Zelt in Richtung Urinal-Stonehenge zu verlassen. Man kennt die Teile zwar ebenfalls von deutschen Festivals, aber vor Ort steht eine Art Sparversion aus einer Tonne mit Loch und montierter Trennwand. Ihren Zweck erfüllen sie dennoch…


    Keine finnische Skulpturen-Reihe sondern Pissoirs – lecker.


    Ohne Worte

    Zu guter Letzt – und für viele der Anwesenden der Höhepunkt des heutigen Tages – gehen die Alt-Glamrocker von Hanoi Rocks auf die Bühne und feiern ihre Re-Union mit alterwürdigen Hits, die in Finnland fast jeder kennt. Alle, die für die Songs der Band noch etwas zu jung sind, oder denen die Band nicht gefällt, begeben sich schon einmal vorsichtshalber zum Anlegesteg, um die erste Fähre zu ergattern. Als nette Abwechslung gibt es gar ein kleines Feuerwerk, als die Schlange zum Boot schon sehr lang und Hanoi Rocks eben die letzten Töne gespielt haben.

    Damit ist das Festival für die deutsche Reisegruppe dann auch schon vorbei – obwohl es sogar noch einen weiteren Tag gegeben hätte. Wir müssen aber leider schon „Adieu Finnland“ sagen und auf ein baldiges Wiedersehen trinken.


    Ein letzter Blick zum Gelände – vorbei an der finnischen Flagge.

    Ich möchte mich an dieser Stelle bei folgenden Personen bedanken, die uns die Reise so angenehm wie möglich gemacht haben: Anne Ruokamo (www.finnland.de), Ville Kilpeläinen (www.musex.fi), Paulina Ahokas (www.musex.fi), Jutta Jaakkola (www.fimic.fi).

    --

Ansicht von 9 Beiträgen - 1 bis 9 (von insgesamt 9)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.