Re: Die unterbewertesten Alben aller Zeiten

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shifter

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jau, da geb ich doch auch mal meinen senf dazu:

X-Wild – Savageland (1996)

Tracklist:
01. Savageland (Intro)
02. Braveheart
03. Savageland
04. Born For War
05. Murder In Thy Name
06. Children Of The Underground
07. Dragonslair
08. Die Like A Man
09. Field Of Blackbirds
10. Clash Of The Titans
11. Hunting The Damned
12. Chaos Ends

Band:
Frank Knight – vocals
Axel Morgan – guitars
Jens Becker – bass
Frank Ullrich – drums

Die History von X-Wild ist geprägt von Pech und negativer Berichterstattung in der Presse. Die Band entstand 1993, nachdem Rolf Kasparek seine gesamte Mannschaft bei Running Wild über Bord geworfen hat. Gitarrist Axel Morgan, Drummer Stefan Schwarzmann und dazu noch der ebenfalls ex-Running Wild-Basser Jens Becker waren die Grundpfeiler dieser Band, die gekonnt ihre alten Running Wild Trademarks mit Nuancen von Accept, Manowar oder Iron Maiden verband. Das Missing Link fanden die Drei dann in dem englischen Sänger Frank Knight, der mit seiner rauhen Stimme so gar nicht nach Running Wild, sondern auf seine Art völlig eigenständig klang.

Der grösste Fehler dürfte im Nachhinein die Wahl des Namens gewesen sein. Es war völlig klar, dass man eine Band die sich (E)X-Wild nennt, automatisch mit Running Wild in Verbindung bringt, und in einer Zeit in der Metal am Boden lag, war das natürlich doppelt schlecht. Die Pressereaktionen auf alle drei Alben waren recht zwiespältig. Im Metal Hammer landeten So What? (1994), Monster Effect (1995) und Savageland (1996) jeweils auf den letzten Rängen. Ich glaub ausser Schöwe fand die keiner in der Redaktion gut. Komischerweise war dann ab 1997 und Hammerfalls ‚Glory To The Brave‘ alles anders (frage mich heute noch warum).

Naja, zur Platte: ‚Savageland‘ ist ein Konzeptalbum, das sich an die Story von Braveheart anlehnt, allerdings nicht historisch genau wie das 7 Monate später erschienene ‚Tunes Of War‘ von Grave Digger, sondern sehr frei transportiert in eine Fantasy-Story (siehe Story weiter unten). Musikalisch bietet die Platte die gesamte Palette an dem, was man heutzutage so als True Metal bezeichnet, allerdings mit einem grossen Unterschied: die Songs sind durchwegs gut! Bei vielen Alben die heute in diesem Bereich erscheinen, habe ich vielfach das Gefühl dass nicht nur Umsetzung und Spielfähigkeiten stümperhaft sind, sondern dass die Songs einfach zum kotzen schlecht sind. Das ist hier nicht der Fall, Speedbanger wie ‚Savageland‘ oder ‚Die Like A Man‘, Hymnen wie ‚Braveheart‘, ‚Chaos Ends‘ oder ‚Born For War‘ oder die hammergeile und schleimfreie Gänsehaut-Halbballade ‚Children Of The Underground‘ (mit Kinderchor! *gänsehautkrieg*), von solchen Songs kann Rolf Kasparek seit seinem letzten guten Album (‚Black Hand Inn‘, 1994) nur noch träumen! Geschweige denn, dass sich jemals auf nem RW Output auch nur eine einzige Ballade befunden hätte. Hier stimmt einfach alles, die Songs knallen, die Arrangements und die Umsetzung sind top, der Gesang ist absolut eigenständig, die Produktion knallt und das Artwork ist cool gemacht (ne Airbrushzeichnung).

Leider ist ‚Savageland‘ sowie auch die anderen beiden Alben (sind eigentlich alle drei empfehlenswert) Out Of Print, aber bei eBay findet man die immer mal wieder.

True Metal Fans oder Anhängern von Accept, Running Wild, Iron Maiden und Manowar empfehle ich eine MP3 Tauschbörse wie Kazaa um einige Songs anzuchecken. ‚Savageland‘ zum Beispiel, oder ‚Children Of The Underground‘, oder ‚Monster Effect‘, den Titelsong vom Vorgänger.

Hier noch die Story zur CD:

Savageland, another time, another world, where under a cold blue sun, the evil Duke Kron, half brother of the murdered ruler of Savageland, seeks to deny the rightful heir – Braveheart, his destiny.

Duke Kron cannot do this until he has found and extinguished the mythical dragon Moroth, who guards the Shield of Darkness (a force for good or evil to whom whoever posseses it).

The Duke must keep Braveheart from finding the shield. He therefore sets out to destroy Braveheart and all men of good heart by using his dark legions of damned souls, all what have been put under the spell of the Blue Flame, which the Duke keeps burning by the rare ore that is dug by the slave children in the underground mines. As events unfold Elenor, Braveheart’s daughter, is accidently killed by himself, while trying to summon mystic forces against the Duke.

Braveheart, swears vengeance! The Duke must be stopped! To save SAVAGELAND!

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