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Man kann sagen was man will, aber St. Anger war bisher der einzige Ausfall der Band. Der Rest ist Geschmackssache. Load und Reload waren gute Rock/Hardrock-Alben, Garage Inc. ein ausgezeichnetes Cover-Album (nicht nur die zweite CD mit den alten Covers sondern auch die ’98 neu aufgenommenen Stücke auf der ersten CD sind genial). Nur leider ist letzteres auch schon wieder fast 10 Jahre her, womit die Herren sich eindeutig viel zu viel Zeit gelassen haben. Das scheinen sie wohl mittlerweile selbst begriffen zu haben und machen nicht mal eben einfach irgendein Album sondern stecken sich hohe Ziele. Die Verschiebung um über ein Jahr wurde damit begründet, dass sie mehr Zeit fürs Songwriting brauchen (Rick Rubin Methode = 10 Songs schreiben, 2 sind gut, der Rest fällt durch und muss neu gemacht werden -> benötigt nunmal Zeit). Wenn das neue Album dadurch nicht zum Reinfall wird, dann hat’s sich auch gelohnt, das wird man aber erst im Februar wissen.
Kommerz kann man vielen Metal-Bands vorwerfen, das spielt nunmal ne Rolle wenns um viel Geld geht. Aber künstlerische Ausfälle bei Metallica? Den Mission Impossible 2 – Song aus dem Jahr 2000 war zwar Kacke, aber den kann man eh nicht ernst nehmen und war mehr nach dem Motto „nen schlechter Reste-Song wird für nen wertlosen Soundtrack hergegeben“. S&M war im Jahr davor zwar keine neue Idee, aber immerhin interessant für Leute die sich auch mit klassischer Musik anfreunden können. So what? St. Anger, daran scheiden sich zwar die Geister, aber auch wenns viele Leute nicht mögen, vollkommen wertlos ist auch diese Scheibe nicht. Hab schon von so manchem Noise-Rock-Fan gehört, dass er die Scheibe eigentlich ganz klasse findet. Nur Rock oder Metal-Puristen stellt das natürlich überhaupt nicht zufrieden. Die Scheibe verkaufte sich im Vergleich zu den vorherigen Alben so schlecht und es sind soviele Exemplare zurück gebracht worden, dass man der Band wohl kaum vorwerfen kann hier ein kommerzielles Mainstream-Album geschrieben zu haben.
So what? St. Anger war was vollkommen eigenes und war weder für die Mainstream Rock-Fans noch für die Old-School-Metal Fraktion gedacht. Bis St. Anger 2003 erschien bestand bei vielen Metal-Fans doch die Meinung „Die machen doch eh nur noch Pop-Musik“. NIEMAND hätte mit einem Album wie St. Anger gerechnet. Natürlich kann man es scheiße finden, ich finds extrem mäßig, aber Ausverkauf? Nee, wäre Ausverkauf das Ziel gewesen hätten sie einfach Load Nr. 3 oder ein zweites Black Album machen können. Wenn es eine Konstante in der Karriere von Metallica gibt, dann ist es die künstlerische Weiterentwicklung. Kein Album klingt wie ein vorheriges (Load/Reload seh ich eher als Doppel-Album -> alle Songs stammen aus den Load-Writing-Sessions). Ich find diese Einstellung immernoch um einiges respektvoller als so wie viele Metal-Bands auf Nummer sicher zu gehen und ein Album nach dem andern rauszubringen das gleich klingt. Sowas ist doch erbärmlich und anspruchslos ohne Ende!
Was kann man beim neuen Album also erwarten? Nach den bisherigen Aussagen: Mehr Old-School-Metallica, allerdings dynamischer, extremere schnelle Parts und melodischere ruhige Parts + einige progressive Spielereien. Also letztlich wieder was neues, aber mit alten Qualitäten. Die Erwartungshaltung weltweit geht in diese Richtung. Die Bandmitglieder sind zum Teil vielleicht Egoisten (vor allem Lars) aber dumm sind sie sicherlich nicht. Sie wissen, dass sie jetzt nen Knaller brauchen um noch für voll genommen zu werden und sie haben sich die Zeit genommen um nen Knaller abliefern zu können. Ich rechne ganz fest damit!
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