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Ich habe letztens, nachdem mir die gute Wolves In The Throne Room-Kopie Ash Borer empfohlen wurde, beim Durchwuseln der amerikanischen Black Metal-Szene einige ganz hinreißende Neuentdeckungen gemacht, die ich der mittelinteressierten Leserschaft des Schwarzblech-Frettchens natürlich nicht vorenthalten möchte:
Petrychor spielen ganz hübschen Atmo-BM, dessen hell erstrahlende Melodien und dicht-weiche Soundtexturen Trveness- und Krach-Hardliner auf die Palme, -BM-Apologeten den Freudentränen nahe bringen werden.
Wheels Within Wheels verbindet bei genauerer Betrachtung nur der höchstens halbtypische Wespenschwarm-Gitarrensound mit dem Black Metal, unter dieser rissigen Fassade verbirgt sich hervorragender Mädchendrone. Das Soundbild gleicht einer rostzerfressenen Kreissäge, die sich zentimetertief ins Fleisch schneidet, die Melodien versprühen handausstreckenden Pathos, Fatalismus, Epik und Anmut, verkünden das Ende durch die Blume und erinnern somit entfernt auch an Nadja und Menace Ruine. Kopfhörerpflicht!
Ich tue ich irgendwie schwer damit, zu erfassen, was genau Fell Voices nun von üblichen Vertretern des Raw Black Metal unterscheidet, es scheinen Nuancen zu sein, sie doch aber Welten zu trennen. In dieser Musik werden in uferlosen Kompositionen Gebirgsmassive aus Schwefelwolken aufgebaut und bei ihrem Zusammenbruch und ihrer Ausbreitung beobachtet. Man stelle sich einfach eine Mischung aus der Kompromisslosigkeit von S.V.E.S.T., der songwriterischen Brillanz und dem Melodieverständnis von Weakling und eventuell noch Paysage d’Hiver in weniger nervenzersägend höhenlastig vor; dronezersetzter, dabei innerlich lodernder Black Metal mit großartig dynamischem und getriebenem Drumming und einer für diese Art von Musik perfekten Produktion. Dass ich so etwas ausgerechnet über die LoFi-Apologeten von Fell Voices sage…habe ich nun etwa den BM verstanden? Hoppla.
Habe mich dabei erwischt, seit Freitag quasi nichts anderes mehr zu hören, gehört locker zum Besten, was ich in letzter Zeit aus der Sparte gehört habe.
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