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The Adversary

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palez

06. Katatonia – Brave Murder Day

Als Fan von neueren Alben fiel es mir zunächst schwer, mich mit der Frühphase der Band anzufreunden. Mit durchdacht arrangierten, manchmal recht kopflastigen Metal/Rock-Kompositionen hat dieser Sound nicht viel zu tun. „Brave Murder Day“ ist karg, monoton und eigentlich weit entfernt von Perfektion (man höre nur den, na ja, niedlichen Drum-Sound und die noch etwas unbeholfenen Gesangs-Versuche in „Day“). Seinen Reiz bezieht „Brave Murder Day“ aus der Atmosphäre und der simplen Effektivität. Die Songs sind in ihrer Monotonie geradezu hypnotisch. Ziemlich untypisch für Doom Metal ist, dass überwiegend stampfendes Mid- und nicht Downtempo das Fundament für tieftraurige Gitarrenmelodien und MikaelÅkerfeldts Growls bildet, wodurch der Vergleich mit typischen Insel-Doom wie Anathema und My Dying Bride prima umgangen wird. Die Atmosphäre hat auch viele Black Metal-Bands inspiriert, doch konnte keine von ihnen die Melancholie und Düsternis auch nur ansatzweise reproduzieren. „Day“ sticht aus dem betont gleichförmigen Werk wohl noch am ehesten heraus: wie zerbrechlich kann ein Song sein? Die Melodie in „Endtime“ lässt fast so etwas wie Hoffnung aufkeimen, bevor sie von einer allesverschlingenden Finsternis begraben wird. Sie wurde in „No Devotion“, einem Bonustrack auf dem „Tonight’s Decision“, wiederverwendet. „Brave Murder Day“ stellt die Konventionen von Doom- und Black Metal auf den Kopf, hat eine eigene, unnachahmliche Atmosphäre und spielt in einer eigenen Niesche. Zwar kann man Katatonia-Alben aufgrund von großen stilistischen Differenzen schlecht miteinander vergleichen, jedoch wird „Brave Murder Day“ für mich unübertroffen bleiben.

sehr schön gesagt palezchen, hast du gut gemacht *Keks geb*