Re: Vics Plattenteller! (Reviews & Tipps)

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Vic Rattlehead

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Beiträge: 11,498

aus aktuellem Anlass:

Megadeth – Endgame

VÖ: 2009 – Roadrunner

Tracklist:

—  Dialectic Chaos
—  This Day We Fight
—  44 Minutes
—  1.320
—  Bite The Hand
—  Bodies
—  Endgame
—  The Hardest Part Of Letting Go…Sealed With A Kiss
—  Headcrusher
—  How The Story Ends
—  The Right To Go Insane

Ca. 2 Jahre ist es gerade mal her, als Mastermind Mustaine mit seinen Jungs das letzte Album „United Abominations“ auf die Meute losgelassen hat. Wenn man sich überlegt, wie lange sich so manch andere Band für den Entstehungsprozess ihres neuen Silberlings Zeit lassen, ist dies eine beachtliche Leistung von Dave.
Denn nun versorgt er uns schon mit dem neuesten Output „Endgame“ und dieser hat es wahrlich in sich.
Erneut produziert vom Herren Sneap, bei dem ich anfangs noch Zweifel hatte, und bearbeitet in Vics Garage (benannt nach dem Maskottchen Vic Rattlehead, welcher so einige Albencover ziert) , dem neuen Studio von Megadeth, haben wir hier nun einen Longplayer der ohne Zweifel nahtlos an die letzten großen Glanztaten von „Rust in Peace“ & „Countdown to Extinction“ anschließen kann.

Ja, ihr lest da schon richtig: Ich setze „Endgame“ auf eine Stufe mit diesen 2 Alben und meiner Meinung nach ist das vollkommen legitim.
Angefangen bei „Dialectic Chaos“, einem Instrumental dass nur so vor Soli strotzt und es gar nicht nötig hat, sich zu einem 10-minütigem Epos aufzublasen. Die knapp 2:30 Minuten bringen das Stück einfach auf den Punkt und man erwartet bereits hier Großes. Wobei ich sagen muss, dass mir “ Into the Lungs of Hell“ dennoch weiterhin etwas besser gefällt.
Direkt nahtlos geht es dann in „This Day We Fight“ über und hier merkt man schon, dass Dave einfach wieder nur Ärsche treten will. Geht gut nach vorwärts, die Riffs fliegen einem nur so ums Ohr und meine Fresse, Chris Broderick (Jag Panzer, Nevermore) ist einfach der beste Lead-Gitarrist für Megadeth seit einem gewissen Marty Friedman.
Danach wird das Tempo erstmal runtergeschraubt mit dem Midtempo-Stampfer “ 44 Minutes „, welcher mich ein bißchen an den Titeltrack von „Countdown to Extinction“ erinnert (IMO), nur dass die Riffs etwas härter daher kommen und der Chorus einen hohen Mitsingfaktor besitzt.
Was aber danach folgt… „1.320“ , meine Fresse: Dieser Track könnte nicht nur auf der „Rust in Peace“ sondern auch genauso auf der „So Far, So Good, So What?“ vertreten sein und das ist mein voller Ernst. Eingeleitet von einem Motorengeräusch-Sample, brettert einem hier ein wahres Riff- & Drumgewitter um die Ohren dass mir beim jetzigen Hören immer noch die Kinnlade runterknallt. Dazu dann dieser unheimlich geile Groove wenn die Strophe beginnt und dazu noch ein, von einem geilen Drumsolo eingeleitetes, Soli-Duell zwischen Mustaine und Broderick dass ein Mörderständer einfach nur vorprogrammiert ist.
„Bite the Hand“ setzt das starke Album zwar generell konsequent fort aber stellt für mich bisher immer noch den „unzugänglichsten“ Song dar. Ist aber dennoch kein Rohrkrepierer! Weiter geht es dann mit „Bodies“, für mich mittlerweile auch zu einem meiner Favoriten herangewachsen und besonders am Ende wird dieser Midtempo-Stampfer dann um einiges schneller und fährt nochmal ein ordentliches Soligewitter auf. Nun folgt auch schon der Titeltrack „Endgame“, der für Megadeth-Verhältnisse etwas ungewohnt aber sehr stark daherkommt. Eingeleitet von einem weiteren Sample eines Sprechers, kommt hier ein wahrhaftiges Midtempo-Monster auf einen zugerollt, welches, wird erstmal an Fahrt aufgenommen, nicht mehr zu stoppen ist. Mustaine liefert hier meiner Meinung nach sogar eine wirklich solide Gesangsleistung ab und was mich an „Endgame“ begeistert ist einerseits der ohrwurmverdächtige Chorus als auch diese „Mini-Soli“ die immer wieder miteingeflochten werden zwischen den Strophen. Verdammt starker Titeltrack mit einigen sehr schönen Doublebass-Passagen.
Tja und Dave kann es mit den Balladen einfach nicht sein lassen….finde ich aber auch nicht schlimm. „The Hardest Part…“ ist für mich die beste, weil schnellste und „härteste“, Ballade seit „In My Darkest Hour“ , da im Mittelteil das Tempo ordentlich erhöht wird. Doch sowohl das In- als auch das Outro des Songs können überzeugen. Schön mit Streichern untermalt, baut der Song seine ganz eigene Stimmung auf und auch hier überzeugt Herr Mustaine wieder einmal mit seiner stimmlichen Leistung.
Wenn man bei diesem Song die Anlage auf recht hoher Lautstärke gedreht hat, dürfte man bei „Headcrusher“ erstmal ziemlich perplex vom Stuhl fallen. Denn dieser schließt sich naht- & kompromisslos an und ballert einem ordentlich um die Lauscher. Mit „1.320“ der rasanteste Song und auch verdiente 1. Single-Auskopplung. Der Chorus ballert und der Riffwechsel zum Ende hin liegt bei 10/10 auf der Headbang-Skala. AWESOME!
„How The Story Ends“ zieht die Handbremse wieder ETWAS an aber immer noch mit genügend Groove und hohem Bangfaktor, zudem hat der Song wieder einen sehr sehr hohen Ohrwurmcharakter was die Hookline betrifft. Außerdem ist hier eines meiner Lieblingssoli drauf. Gehört mittlerweile auch zu meinen absoluten Lieblingssongs auf diesem Album.
Abgeschlossen wird der Longplayer mit „The Right To Go Insane“ , eingeleitet von einem klasse Bassintro und einer coolen Hook. Die Stärke des Songs liegt aber definitiv beim Ende, wenn der Taktwechsel einsetzt und ein unglaublich geiles Riff herabgebrettert wird, dass nochmal zum finalen Headbanging einlädt.

FAZIT: Ich bin echt stark überrascht und hätte im Leben nicht gedacht, dass Megadave uns hier nochmal so ein Brett serviert. Habe ja eher mit einem ähnlich „coolem“ bzw. „nettem“ Album alá „United Abominations“ gerechnet. Doch so kann man sich irren, denn „Endgame“ stellt sämtliche Scheiben die nach der „Countdown..“ veröffentlicht wurden problemlos in den Schatten.
Es hat für mich all den Groove + die Melodie, Speed & nötige Härte was ein geiles Thrash-Album einfach benötigt. Der Sound ist auch einsame Spitze und stellt eine positive Ausnahme im Schaffenswerk von Andy Sneap dar. Während die Bay Area-Kollegen von Metallica, Exodus und auch Testament vor sich hingurken mit ihren neuen Scheiben, holt Mustaine zum gnadenlosen Vernichtungsschlag aus. Einzig Death Angel können noch einigermaßen mithalten was eine starke Veröffentlichung angeht, wobei selbst die „Killing Season“ nicht ganz mithalten kann. „Endgame“ besitzt einfach den Charmé der alten Tage und klingt trotzdem ANGEMESSEN modern.
(9,5/10)

Anspieltipps: Dialectic Chaos, 44 Minutes, 1.320, Bodies, Endgame, The Hardest Part… , Headcrusher, How The Story Ends & The Right To Go Insane;

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