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Lazarus_132Man muss sich darüber halt nich dauernt den Mund fusselig reden.
Man muss auch nicht, aber es liegt völlig in der Natur der Sache, dass es passiert. Menschen haben nunmal ein Kommunikationsbedürfnis, besonders Menschen mit stark ausgeprägten Interessen. Will man als „Außenstehender“ wissen, was in einer Interessengruppe/“Szene“ als „Klassiker“ gilt, achtet man darauf, was, wie oft, von wem und aus welchen Gründen als solcher bezeichnet wird.
Dein „unabhängig voneinander über Dekaden hinweg“ ist auch schlichtweg nicht das, was ich persönlich hinsichtlich Konsensbildung und Entdeckung von Klassikern beobachten konnte. Was ich beobachten konnte, war Mundpropaganda in lokalen Szenen, Forumsdiskussionen, Austausch – im kleinsten wie im größten Rahmen. Und auch wenn man einfach mal die Eingebung hat, was aus den 80ern zu hören, ist man da nicht frei/wahllos. Man schaut sich an, was als zuverlässig erachtete Quellen zu dem Thema zu sagen haben. Unabhängig von anderen kann man zwar auch Musik entdecken, aber dann ist dieser Prozess so sehr dem Zufall überlassen, dass die Entwicklung einer musikbezogenen Szene mit kommunikativer Infrastruktur, falls sie je zustandekommen würde, sehr viel länger dauern würde, als es in den letzten Jahrzehnten Popkultur der Fall war.
Lazarus_132Es geht mir einfach darum, dass es halt auch bessere Alben gibt die trotzdem nicht so bekannt sind und eben keinen Klassiker Status haben. Da frag ich mich warum man dann ausgerechnet diese ganzen alten Schinken kennen muss.
Ganz einfach: Diese Alben mögen „besser“ sein und rein auf die Musik bezogen mag es gute Gründe geben, wieso ihr Status höher sein müsste, aber wenn sie nicht bekannt sind, dann gab und gibt es nicht genug Leute, die das Bedürfnis hatten, über sie zu sprechen, und sie sind keine Klassiker. „Klassiker“ ist für mich auch nicht unbedingt nur ein Qualitätsurteil, sondern auch und vor allem eine Popularitätsfeststellung.
Lazarus_132Diese ganz Zwanghafte Scheiße halt.
Ich kann nicht in fremde Köpfe schauen, und es gibt bestimmt Leute, die unbewusst einfach den gängigen Konsens nachplappern. Aber zwanghaft ist so etwas nicht. Man spricht über ein Klassikeralbum, weil man es toll oder sonstwie erwähnenswert findet.
Lazarus_132Im Übrigen finde ich es immernoch blöödsinig etwas über Alben zu schreiben die eh jeder kennt. Ich meine wem erzählt man damit was neues? Oh jetz denken wir nochmal alle an Kill em all das sowieso überall hochgejubelt wird. Ganz dolle wichtig sowas.
Im Optimalfall kann ein Autor einen ansatzweise neuen Zugang finden, und weil das bei Klassikern schwierig ist, schreibe ich persönlich auch nicht gerne darüber. Ist halt immer die Frage, als wie überflüssig für die Öffentlichkeit man seine eigene Meinung einstuft, aber andererseits sind allgemein wenige Meinungen, die auf öffentlichen Plattformen wie Internetforen geäußert werden, auch nur annähernd bereichernd und originell. Da denken auch die wenigsten überhaupt drüber nach. Mitteilungsbedürfnis halt.
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