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DEATH FEAST
Open Air
10. – 12.06.2010
Tag 1
Zum mittlerweile dritten Mal hintereinander habe ich den Weg ins beschauliche Hünxe angetreten, um mir ein Festival der härteren Gangart anzutun. Arbeitsbedingt kann ich mir an allen Tag die ersten Bands schenken, den Samstag muss ich sogar ganz ausfallen lassen, dennoch gab es auch diesmal das eine oder andere Highlight für mich zu sehen.
Erste gute Neuigkeit: in diesem Jahr dauerte es ganz genau drei Minuten, bis ich mein Einlassbändchen hatte … und damit genau 127 Minuten weniger als bei der Chaos-Organisation des vergangenen Jahres! :8)
Die erste Band, die ich zu sehen bekam war AS YOU DROWN aus Schweden, die dem Publikum relativ überschaubaren Death Metal boten. Eine Show ohne großartige Höhe- oder Tiefpunkte.
Da waren die spielfreudigen ABYSMAL TORMENT mit ihrem bunten Stilmischmasch schon wesentlich abwechslungsreicher. Nicht nur, dass Malta nicht unbedingt der Staat mit der allergrößten Metal-Fluktuation ist und die Combo schon allein deswegen aus dem Rahmen fällt, die Jungs hatten auch sichtlich Spaß sich vor einem größeren Publikum zu präsentieren. Korrekter Auftritt!
Weiter ging es mit INFERIA aus Finnland, die uns einen Mix aus Grindcore und Death Metal auftischten. Unauffällig und relativ belanglos sind die meiner Meinung zutreffendsten Prädikate, die man der Band aus Suomi attestieren könnte.
Was sich im Anschluss auch bei DERANGED nicht wirklich großartig ändern sollte, auch wenn man den Jungs die Spielfreude auf keinen Fall absprechen kann. Auch die zweiten Schweden-Band konnte mich somit nicht vom Hocker hauen.
Letzteres sollte PROSTITURE DISFIGUREMENT auch nur mit dem Bandnamen gelingen. Insgesamt aber hatte ich mir von den niederländischen Death Metallern etwas mehr erhofft, aber auch sie hinterließen keinen bleibenden Eindruck.
Das sollte sich im Anschluss dann gewaltig ändern. LENG TCH’E aus Belgien haben nicht nur einen ungewöhnlichen Namen (übersetzt heißt der Bandname „in 100 Stücke schneiden“ und steht für eine spezielle Art des zu-Tode-folterns), sondern auch einen Sängern mit ungewöhnlichem Outfit: Serge Kasongo (der den 2008 ausgestiegenen Shouter Boris Cornelissen ersetzt) kommt mit einer recht unschicken Maske auf die Bühne, die ihm selbst etwas hinderlich erscheint. Erst nach weit über der Hälfte des Sets nimmt Kasongo seine Maske endlich ab und beweist gleich seinen sarkastischen Humor, indem er sich selbst mit dem Spruch „Oh God … he’s black!“ auf den Arm nimmt. Stilistisch bieten LENG TCH’E einen Misch aus bodenständigem Death Metal und verschiedenen Core-Elementen, was zur Folge hat, das man sowohl wildes Gebrüll wie auch nette Gitarrenelemente geboten bekommt. Ich scheine zumindest nicht der Einzige im Publikum zu sein, bei dem die Mucke ankommt. Die Belgier sind in der Endabrechnung für mich nicht nur die beste Band dieses Tages, sondern auch das Highlight des gesamten Festivals.
DEFEATED SANITY können dieses Level logischerweise nicht halten und rauschen mit ihrem typisch deutschen Death Metal dann auch an mir vorbei, ohne dass mir vom Auftritt irgendwas im Gedächtnis bleibt.
Das ändert sich dann natürlich bei HAIL OF BULLETS, die nicht umsonst zu meinen Lieblingsbands zählen. Die Niederländer machen da weiter, wo „Asphyx“ damals aufhörten (und mittlerweile auch wieder eingesetzt haben). Martin van Drunen und seine Jungs liefern erneut ein mächtiges Brett ab. Einziger Wermutstropfen: sie spielen mittlerweile seit 2 Jahren den gleichen Set, auch diesmal wurden uns keine neuen Stücke vom höchstwahrscheinlich im Herbst erscheinenden neuen, zweiten Album geboten. So war es zwar ein netter und schöner Auftritt, an ihren belgischen Nachbarn mit der extrem unschicken Foltermethode kamen sie jedoch nicht vorbei.
AS YOU DROWN ————————————– ABYSMAL TORMENT
INFERIA ————————————————————— DERANGED
PROSTITUTE DISFIGUREMENT ———————————— DEFEATED SANITY
LENG TCH’E
Martin van Drunen (HAIL OF BULLETS)
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