Re: IN FLAMMEN Open Air 2011 + Warm up Party auf einem Schiff!!

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REBORN666

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V. IN FLAMMEN Open Air 2010

In Flammen 2010
Baby schüttel dein Haar für mich, es gibt Metal!

Torgau. Ein größeres Dorf im Norden Sachsens mit einem Schloss, ein paar Bären und einem Altersdurchschnitt von 65. Naja, bis auf dieses eine Wochenende im Juli.

Bereits zum 5. Mal steht der Entenfang In Flammen und mausert sich zum absoluten Geheimtipp für Metalfans, denen der Kommerz der „Großen“ auf den Sack geht. „Ich versuche hier etwas aufzubauen, was schon von Grund her etwas anderes ist und die Interessen meiner Seite anders verteilt sind. Hier geht es nicht, wie eben bei den meisten Veranstaltungen dieser Art, nur um die gottverdammte Kohle…“, so Veranstalter Thomas Richter. Und diese positive Einstellung merkt man auch: ca. 500 Besucher (bis dato ein Besucherrekord), eine kleine Bühne, ein Bierwagen mit trinkerfreundlichsten Preisen, ein bisschen Merchandise und genügend Platz, um Zeltburgen zu bauen, so präsentiert sich das familiäre Open Air den mückengeplagten Anreisenden. Keine Müllgebühren, kein Getränkelimit, die eigens gegrillte Wurst kann auch vor der Bühne verspeist werden und Parken, sowie Camping ist in den 23 Tacken Eintritt schon mit drin.

Doch trotz der Überschaubarkeit kann es sich durchaus mit den Line-Ups der Großen messen. Ob nun ASPHYX aus den Niederlanden mit ihrem traditionellen Death-Metall, die Altitaliener SKANNERS, die seit 1982 touren und bereits die Bühne mit Urgesteinen wie MOTÖRHEAD, MANOWAR oder SAXON teilten oder EISREGEN, es ist definitiv für jeden das Richtige dabei. Von Doomcore (UNBOUND) und Thrash (TRAKOMA, KINGDOM OF SALVATION) über Old School-Blood-Metal (EVIL WARRIORS) und Grind (ECTINCTIONIST) bis hin zu Synphonic-Power-Metal (SYNTHPHONIA SUPREMA) war alles vertreten.

Bereits am Donnerstag wurde das Fest auf dem IFOA Schiff eingeläutet. Zusammen mit 3 Bands und 140 Auserwählten gab es 4 Stunden auf die Ohren. Die Jungs von GUMO MANIACS präsentierten neben ein paar Neuen auch die alten „Priest Of Lucifer“-Songs, die frenetisch zelebriert wurden. THE LAST HANGMEN, die kürzlich erst den Sieg beim „Sachsen rockt!“ abstaubten waren ebenfalls mit ihrem „yes, we hang“-Metal an Bord. Auch die Ex-Wutianer von TRAKOMA ließen die Planken mit „Psychoterror“ oder „Gesellschaft“ bersten. Nachdem das Schiff zerlegt, die Elbe verwüstet und die Zelte aufgebaut waren, wurde so der erste Tag mit Bier und Bratwurst schließlich noch reichlich begossen.

Freitagmorgen, kurz vor 15 Uhr. Mit Old-School-Blood-Metal von den EVIL WARRIORS geweckt zu werden ist nicht die schlechteste Art und Weise den Tag zu beginnen. Mit „Empty Space“ und einem Konterbier lässt sich der Tag doch angenehm gestalten. Weiter ging es mit den Jungleipzigern von ARRANGED CHAOS, die ihre im Mai erschienene, erwachsenere Platte „As Time Goes By..:“ zum Besten gaben. Es folgten PACE OF HEARSE, NO EMPATHY und etliche Badesessions im anliegenden Teich. Mit KRYPTOS haben sich schließlich echte Exoten auf dem IFOA eingefunden. Frisch aus Indien waren die Thrash-Metaller hier zu ihrem ersten Deutschland Gig zu bewundern.

In den frühen Abendstunden lockten dann THY FINAL PAIN mit massiv Rhythmic-Death-Metal und Appetithäppchen vom neuen Album „Desire, Freedom And Confusion“. Und als hätte das noch nicht gereicht, rückten die Jungs aus Chemnitz von EXTINCTIONIST mit ihrem Brutal-Death/Grind den Trommelfellen gehörig zu Leibe. Anschließend ließen KINGDOM OF SALVATION mit dem Thrash/Death-Metal-Mix die Haare fliegen, sehr zum Wohlwollen der bangenden Masse. Als deutsche Antwort auf AC/DC werden BIG BALL zu Recht gefeiert, allein die Stimme Thomas Gurrath´s lässt sich nur mit grandios beschreiben. Die Jungs rocken einfach die Bühne, komme was wolle. Mit „Hotter Than Hell“ können sie sich definitiv mit Meisterwerken wie „Back In Black“ oder „Shooter“ messen. Um den Tag abzurunden gab es noch schwedischen Death-Metal vom Feinsten (DEMONICAL) und brachialster, alles zerstörender Black-Metal von HARADWAITH als Nachtbonbon. Wenn Iblis (Ex-ENDSTILLE) am Mikro steht, kann es nur eins geben: Zerstörung!

LIGHTNINGZ EDGE begrüßten mit Stücken aus ihrer gleichnamigen Promo-CD die noch größtenteils schlafende Massen am Samstag. Dicht gefolgt von TORNAMENT TOOL, eine Geislinger Thrash-Metal-Combo, deren Slayer-Einflüsse einfach nicht zu überhören sind.

Ganz anders ULTRAWURSCHT. Hier trifft Brutal-Death auf Kochschürze und ziemlich schrägen Humor. Wenn Zeilen wie „I hab an Blutdurscht – I bin a Werwurscht!“ von der Bühne geschmettert werden, weiß man manchmal nicht so richtig, ob man lachen oder bangen soll. Im Zweifelsfall wohl beides, denn trotz der aberwitzigen Texte und dem Mix aus bayrisch/österreichisch/englischem Text und eindeutigen Volksmusikeinflüssen, brauchen sich die Jungs um Dr. Mett Wurscht und Co. nicht vor Konkurrenz zu scheuen. Eine Band, die zusammensteht („Wir suchen seit 4 Stunden unseren Sänger, ich hoff wir finden ihn.“ Lapidare Antwort Hans Wurscht´s „Ich hoff nicht!“), eine Band die voll hinter Ihrer Musik steht (eine Weißwurscht mit Sauerkraut und ein Maß Bier zieren das Hinterteil des Sängers – das nenn ich Körpereinsatz) und mit der es sich hervorragend Bier trinken lässt. Ein besonderes Lob wollten die Würste noch an den Bühnentechniker vor Ort loswerden: „Das war geil. Perfekter Bühnensound, das hat man selten.“ – na wenn ihr das sagt.

Doomcore und ein gelungener Mix aus CROWBAR, SIX FEET UNDER und PANTERA waren nun von UNBOUND zu vernehmen. Gefolgt von den Niederländern TOXACARA, die vollkommen zu Recht mit Größen wie CANNIBAL CORPSE in einem Atemzug zu nennen sind, was sie auch wieder mal bei ihrem Auftritt bewiesen. Eine kurze Badepause im See später schalmeite einem Synphonic-Power-Metal vom Feinsten entgegen. Verantwortlich dafür: SYNTPHONIA SUPREMA aus Italien. Wer SONATA ARCTICA und Konsorten in seiner Sammlung sein Eigen nennt, kommt um die neue Platte „The Future Ice-Age“ nicht vorbei.

Ein Wiedersehen gab es mit den nunmehr aufgestockten Tschechen von TROLLECH. Bereits 2006 konnten sie mit ihrem unverwechselbaren Black Metal direkt aus den Untiefen der tschechischen Wälder überzeugen. Heute, stärker denn je, hat sich daran nichts geändert.

Zu den nächsten beiden ist wahrlich nicht mehr viel zu sagen, was nicht schon gesagt/geschrieben/geschrien wurde. SKANNERS, sind Urgesteine des Heavy-Metal und EISREGEN eine personifizierte Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn. Spätestens mit der „Elektrohexe“ haben auch die letzten Nackenmuskeln den Dienst quittiert.

Trotzdem konnten ASPHYX als krönender Abschluss eines furiosen Wochenendes mit ihrem traditionellen, niederländischen Death-Metal die letzten Reserven mobilisieren. Mit Kampfansagen wie „Pages In Blood“ oder „Summoning The Storm“ wurde das V. IFOA würdig beendet wie es angefangen hatte: laut, hart, dreckig, geil!

„Auf dem IN FLAMMEN soll man sich wohl fühlen. Sich frei bewegen können. Einfach unkompliziert ein Festival erleben. Es geht um METAL und FREIHEIT!“, so Thomas Richter. Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht: Danke, und bis 2011! www.in-flammen.com

Quelle: http://adacta.tv/startse….-1.html

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