Re: Jahressampler 2011 – Die Ergebnisse

Home Foren METAL HAMMER’s Ballroom Meetingpoint User vs User Jahressampler 2011 – Die Ergebnisse Re: Jahressampler 2011 – Die Ergebnisse

#6597097  | PERMALINK

tonitasten

Registriert seit: 13.08.2011

Beiträge: 1,998

Emigrate´s Jahrestape Teil 2

08. Jonnah – Blue White Red

Meshuggah- Riffs, derbe Shouts und cleane Vocals bauen auf einen Überwältigungseffekt, der mehr Effekthascherei ist, denn wirkliches Können. Was hilft das fetteste Grundgrüst, wenn einen die Atmosphäre kein bisschen mitreißt.

09. Machine Head – Who We Are

Bei Machine Head dachte ich, man weiß was man bekommt. Das ist zwar sowas von berechenbar und stumpf, wie ein Bulldozer, macht aber durchaus Spaß. Machine Head sind gerade in den Momenten am schwächsten, wenn sie auf Biegen und Brechen neue Wege beschreiten. Hier wird das typische Neo-Thrash-Geriffe mit Kinderchören und minuenlangen Solos, die die Welt nicht braucht, garniert. Aber die Band will ja auch zu den ganz Großen gehören. Nur fehlt es ihnen an Spannung und auch wirklich mitreißenden Momenten. Da wünscht man sich auch mal so einen primitiven Stampfer wie Davidian zurück, der in 5 Minuten alles abdeckt, was das Metalherz begehrt, inklusive Moshpart für die Nackenmuskulatur, primitiv, aber immer noch effizient. Übrigens hätte man aus den Streichern am Ende viel mehr rausholen können.

10. Noctem – Invictus

Das hier ballert in allerbester Death-Metal-Manier nach vorne, dass es eine helle Freude ist. Der Vorteil im Gegensatz zu den meisten Songs auf den Tape ist, dass es keine Gefangenen nimmt, schnell auf den Punkt kommt und somit kompakt wirkt. Auf Albumlänge ist mir das vielleicht doch zu kalkuliert, aber als kurze Abrissbirne erfüllt es seinen Zweck mit Bravour. Ja, macht Spaß.

11. Recturning We Hear The Larks- Vendetta (Instrumental)

Ja, nee. Monotones, instrumentales Gitarrengeklimper, ohne dass es einen bestimmten Reiz auf mich ausüben würde. Die Spannung tendiert hier doch stark gegen Null. Das Metalgeriffe wirkt aber auch stark wie aus den F-F einstudiert. Der Song scheitert letztendlich an seiner eigenen Monotonie. Hier passiert nicht viel weltbewegendes. Ich hätte die Nummer dann doch lieber mit Gesang gehört, aber vielleicht hätts das noch mehr runtergerissen.

12. TesseracT – Nascent

Hier kann ich an der mathematischen Gitarrenarbeit, an den verschrobenen Gesangsstil einiges an Potential erkennen, dass zu oft auf den Überwältigungseffekt setzt, aber auch sowas wie eine mitreissende Struktur und manches an überraschenden Wendungen offenbart. Könnte aber vom Aufbau weniger kalkuliert sein. Die cleanen Passagen wirken mitunter kontraproduktiv, statt förderlich. Etwas Schuss Kompromisslosigkeit könnte das Ganze gut vertragen.

13. The Ghost Inside – Fortunate Son (CCR Cover)

Eine bekannte CCR- Melodie ohne Gespür auf Melodiösität, Catchiness oder Tonlage runtergebrüllt. So macht das keinen Spaß.

14. Volumes – The Columbian Faction

Besitzt auch wieder dieses Meshuggah- Geriffe ohne großen Widererkennungswert. Sowas wie ein Fluss will bei diesen monotonen Gemalme auch nicht so richtig aufkommen. Die eingesträuten cleanen Passagen wirken hier auch eher kontraproduktiv. Furchtbar übersteuert hört sich das auch an. Mit diesen Djent- Stil werde ich auch nicht mehr so richtig warm. Ich bin für sowas wohl schon zu alt oder zu öde.

15. Warbringer – Echoes From The Void

Hab mich schon gefragt, ob da noch was passiert. Und dann kommt diese Abrissbirne in oldschooliger, thrashiger Manier daher. Es ballert und knallt hier einfach primitiv durchs Gebälk, dass es eine wahre Freude ist. Auch finden sich einige melodische Gitarrenmomente, die das Klangbild etwas auflockern, aber den alles zermalmenden Härtegrad, der alles niedermäht, was nicht bei drei auf den Baum ist, auch kein bisschen schmälert. Und da denkt man, ein Solo würde das Ganze noch reißen (was es auch tut), kommt schon der nächste Moshpart daher, noch dazu durchgängig Shouts in bester Sodom- Manier. Das hier ist wenigstens schön assi.

--