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So hier mal der erste Teil zu Molochs Sampler:
— Esben and the Witch – Marching Song
— Virus – Call of the Tuskers
— Blackwaves – 0143 IC
— Seefeel – Making
— Sun of Nothing – Hearthealer
— Master Musicians of Bukkake – Failed Future
— Sonic Youth – Thème d’Alice
— Floex – Forget-me-not
— Omega Massif – Im Karst
— Anna Ternheim – What Remains?
— Æthenor – One Number Of Destiny In Ninety Nine
— Ira – Hydrophobia
— Fennesz &Ryuichi Sakamoto – 0425
— The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble – White Eyes
— Yob – Before we Dreamed of Two
Esben And The Witch – Marching Song
So den Einstieg in Molochs Sampler machen also Esben and the Witch. Höre den Namen zum ersten Mal und muss nach mehrfachem hören auch sagen das ich nicht wirklich einordnen kann was die da Fabrizieren.
Sehr Atmosphärisch das ganze, verströmt eine gewisse Aufbruchstimmung, der Songname passt also perfekt. Angenehmer Frauengesang, gefällt mir recht gut. Instrumental ist das ganze sehr repetitiv und funktioniert so wunderbar.
Sehr angenehmer Einstieg in den Sampler, wobei mir bei diesem Song der Höhepunkt fehlt, ein Ausbruch oder so. Müsste ich mir wohl in Albenkontext mal geben.
7/10
Virus – Call Of The Tuskers
Auch Virus waren mir vorher völlig unbekannt. Das Lied startet bereits sehr technisch verspielt. Sehr interessante Rhythmik, erinnert mich etwas an die typischen „Djent“ Polyrhythmen. Mit Djent hat das aber weiter nichts zu tun, spätestens wenn der Gesang einsetzt. Dieser ist ziemlich, kauzig ist wohl das richtige Wort. Gefällt mir relativ gut. Ab der Hälfte verändert sich der Song etwas, wird fordernder, die Bassline ab der dritten Minute ist wahnsinnig geil, instrumental gefällt mir das wirklich gut. Der Gesang ist etwas gewöhnungsbedürftig und auf Albumlänge befürchte ich das mich das schnell stören könnte. Wird aber mal angetestet.
8/10
Blackwaves – 0143 IC
Nun begeben wir uns in Sludgige Gefilde. Schon von Anfang an beherrschen Dreck und Schlamm die erdrückenden Riffs. Sehr cooler Groove und schöne auflockernde Zwischenspiele. In der Mitte wird das ganze nochmal ein paar Tonnen schwerer was mir sehr gut gefällt. Erinnert mich etwas an die schwereren Omega Massif momente. Das ganze Walzt sich Schlammlawinen mässig die ersten 6 Minuten durch alles was im Weg steht und reisst alles mit. Die letzten 1,5 Minuten sind ruhig, wie nach einem Unwetter und offenbaren die ganze Zerstörung.
Ah ja habe ich erwähnt das es Instrumental ist? Auf jedenfall fette Sache, gefällt mir gut.
8/10
Seefeel – Making
Song Nummer vier und ich kenne immer noch keinen Interpreten, find ich wirklich toll, danke soweit.
Was Seefeel hier machen hört sich für mich ziemlich Trip-Hop mässig an. Zumindest das Grundgerüst und der Gesang erinnern mich schon stark an Massive Attack. Im vordergrund spielt sich aber etwas viel nervöseres ab, klingt teilweise wie das „scratchen“ einer Platte plus eine sehr seltsame elektronische Melodie. Das Grundgerüst gefällt mir zwar, aber das was da im Vordergrund passiert stört mich nach einer Zeit dann doch ziemlich. Gegen Ende wird’s zwar besser, aber im grossen und ganzen leider doch relativ Langweilig.
4/10
Sun of Nothing – Hearthealer
Auch dieser Song kristallisiert sich ziemlich schnell als was Sludgiges heraus. Diesmal jedoch mit Vocals und mit einer böseren Atmosphäre. Vorallem die Vocals sind der Wahnsinn, Anfangs heftiges Gekreische/gegrunze und ein recht Basslastiger Sound. Gefällt mir sehr gut mit dem vordergründigen Bass. Nach etwa 4 Minuten nimmt der Song etwas mehr fahrt auf und die Schreie werden extremer. Auch die Atmosphäre wird drückender, böser. Nach einem beschwörenden Mittelteil wird der Sound Post-Metal lastiger was aber relativ schnell wieder in einen wütenden Sludgeteil mündet. Ich kann nicht oft genug betonen wie geil der Basssound ist. Was ab ca. Minute 8 passiert kommt wirklich überraschend als das Lied plötzlich in einen ziemlich slammigen Brutal Death teil übergeht. Sick! Gegen schluss wirds wieder Postiger, mit wunderbar krankem gekreische, was dann in einer kurzen Noiseeruption endet. Extrem fette sache, gefällt mir sehr gut und kannte ich bisher nicht!
10/10
Master Musicians Of Bukkake – Failed Future
Von dieser Band habe ich tatsächlich schonmal gelesen, wusste aber nicht wie sie klingen und war entsprechend gespannt.
Das ganze beginnt ziemlich Psychodelisch und überrascht mit ziemlich schicken und bösartig klingendem Geflüster. Das erklingt leider viel zu selten für meinen Geschmack, an sonsten verändert sich der Song nicht grossartig. Es kommen zwar immer wieder neue Elemente dazu. Ab der Hälfte verstummt ein Grossteil und nur eine Synthiemelodie mit einigen „Windgeräsuchen“ bleibt, was gegen Ende hin in einen „rockigeren“ Teil mit einem seltsamen Solo übergeht. Anfangs klingt das zwar noch wie eine Gitarre, aber gegen Ende erinnert es mich mehr an eine verzerrte Geige. Alles schön und gut, wirklich mitreissen tut mich das aber nicht. Ist zwar interessant aber es vermittelt mir nicht sonderlich viel ausser das die Band gerne mit etwas spezielleren Sounds experimentiert.
5/10
Sonic Youth – Thème d’Alice
Auch von Sonic Youth habe ich schon einiges gelesen, aber nie reingehört. Was mir hier um die Ohren saust lässt sich wohl in diese Ominöse Post-Punk Schublade stecken. Indiemässige Gitarren treffen auf einen sanften Bass und recht zahmes Drumming. Relativ lange verbleibt man in der gleichen Psychedelisch anmutenden Melodie bis gegen Ende etwas mehr Fahrt auf kommt und alles etwas Hektisch wird. Der Schluss hört sich dann doch etwas anders an, Atmosphärischer, verträumter. Wäre das ganze Lied wie die letzten paar Minuten, der Song würde mir viel mehr geben. Ganz Nett anzuhören aber gibt mir leider auch nicht sonderlich viel. Ah ja, der Song ist Instrumental gehalten, ich denke Vocals hätten hier ganz gut getan.
5/10
Floex – Forget-me-not
Forget-me-not fängt wunderbar verträumt an und gefällt schon von Anfang an sehr gut. Sehr spezielle Leadmelodie, klingt entfernt nach Saxofon, angenehmer Hintergrund Sound und die „Störgeräusche“ sind passend eingebaut und nicht zu Präsent. Mit der Zeit baut sich eine etwas „World-Music-mässige“ Stimmung auf, weiss aber zu gefallen. Könnte mir gut vorstellen sowas morgens auf dem Weg zur Arbeit zu hören. Was ich allerdings zu bemängeln habe ist, das die Musik schnell in den Hintergrund gerät, ich sowas nicht konzentriert hören kann. Ist halt Hintergrundmusik von der ich mich gerne Beschallen lasse, aber bewusst hören könnte ich das nicht über längeren Zeitraum.
7/10
Omega Massif – Im Karst
So Omega Massif war mir natürlich schon im vorraus bekannt, die Geisterstadt hör ich auch sehr sehr gerne. Weshalb es mich mehr wunder die Karpatia verschwitzt zu haben. Im Allgemeinen hat sich kaum etwas geändert am Soundgewand, höchstens das man etwas „Postiger“ geworden ist und die Doomteile kamen mir auch schon schwerer vor. Nichts desto trotz machen Omega Massif hier alles richtig, anfangs noch sehr doomig gehalten explodiert der Song in der Hälfte förmlich. Wunderbarer groove, toller Spannungsaufbau. Der Höhepunkt am Ende zeigt auch wunderbar wieso Omega Massif z.B. den Blackwaves überlegen sind, die haben mir zwar gefallen, aber was hier produziert wird ist Wahnsinnig toll.
10/10
Anna Ternheim – What Remains?
Der entspannte Singer/Songwriter kram (oder wie man das sonst nennt) von Anna Ternheim kommt nach der Aufwühlenden Musik von Omega Massif gerade recht. Wie ich wieder mal merke bin ich in diesem Gebiet überhaupt nicht bewandert, was ich auch sehr schade finde. „What Remains?“ ist ein melancholisches, aber leichtes Lied das an einen sonnigen Herbstspaziergang im Wald erinnert nach dem es eine Woche dauergeregnet hat. Die Stimme und auch die Musik gefällt mir sehr gut, würde ich mir sehr gerne Live ansehen. kann ich mir auch gut vorstellen das Album zu hören.
9/10
Æthenor – One Number Of Destiny In Ninety Nine
Nun sind wir wohl bei düsterem Ambient angelangt. Bereits von Anfang an treffen mehrere Geräusche aufeinander die eigentlich nicht zusammenpassen wollen oder sollten (vorallem das geblaste im Hintergrund), es aber trotzdem irgendwie tut. Nach einiger Zeit artet das ganze ziemlich aus, das Schlagzeug und der Bass verfallen in eine Raserei und auch der restliche Sound wir nervöser. Kurz darauf wendet sich der Sound wieder und wird straighter, doomiger. Besonders dieser Teil gefällt mir sehr gut, auch wenn der Bass etwas drönender hätte sein dürfen. Auch ein ganz klein wenig Drone und Noise dürfen in dem Gemisch natürlich nicht fehlen, war auch abzusehen in diesem bunten, aber in sich erstaunlich stimmigen Mischmasch. Hat sich mir aber erst nach einigen Durchläufen offenbart.
ps: Ich sehe gerade aufgrund von Last.fm das hier unter anderem O’Malley von Sunn O))) und Rygg von Ulver am Werk sind, von dem her eigentlich fast logisch wie das hier klingt.
7/10
Ira – Hydrophobia
Hui was Ira hier fabrizieren lässt sich wohl grob als eine Mischung aus Prog Rock/Metal, Sludge, und etwas Shoegaze beschreiben. Der Gesang ist sehr stimmig und gefällt mir auf Anhieb sehr gut. Zu beginn ist das ganze Musikalisch noch relativ eingängig zwar ein oder andere Ausbrüche aber immer gut fassbar. Ab der Hälfte wird man von einem „noise“ part in Post-Rockig anmutende Gefilde geleitet. Dazu kommt ein auf Deutsch gesprochener Text welcher, wie der Name Hydrophobia vermuten lässt von Wasser, mit Betonung auf das Ertrinken, handelt.
Irgendwie erinnert mich der danach einsetzende Gesang irgendwie an Katatonia oder Ghost Brigade.
Sehr toll, werd mal danach Ausschau halten, möchte gerne das Album davon hören.
10/10
Fennesz &Ryuichi Sakamoto – 0425
Wieder zurück in den Ambient bereicht. Das ganze weiss schon mit den Atmosphärischen, leicht spacigen Elektronikeinsätzen zu beginn zu gefallen. Dass dazukommende und die Führung übernehmende Piano gefällt ebenfalls sehr gut, ich steh auf langsam gespieltes Piano. Durch die leicht wabernde Elektronik im Hintergrund und etwas das wie statisches Rauschen klingt wird die Weltraumatmosphäre nur verstärkt. Herr Moloch damit haben sie genau das getroffen worauf ich momentan Atmosphärentechnisch extrem draufstehe. Auch die Zeitdauer passt mit knapp 7 Minuten gut und wird nicht langweilig.
9/10
The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble – White Eyes
Das Kilimanjaro Darkjazz Ensemble also. Sehr schön standen lange auf meiner „Muss ich mal reinhören“ Liste und so klappt das auch endlich mal.
Was ich höre lässt mich als erstes an eine Mischung aus Bohren & Der Club of Gore und Crippled Black Phoenix denken, wobei CBP die überhand haben. Hätte ich so nicht erwartet, bin von mehr Bohren, mehr „Grossstadtneonlichterindernacht-Jazz“. Gefällt mir aber gut, so vergehen auch die Achteinhalb Minuten im Flug und hinterlassen den Wunsch das ganze Album zu hören.
9/10
too be continued….
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Ich brech mit meiner Nase deine Faust! Yüah!