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So, hier mal meine Ergebnisse des diesjährigen Samplers. Ich hatte den Sampler vom Deathbanger. Dabei sind viele Tracks, deren Alben ich selber auch im Regal stehen habe. Allerdings auch einige Sachen, in die ich noch mehr reinhören werde und ggf zuschlagen werde. Im Grunde genommen eine gute Mischung aus Death und Black Metal Songs.
Auf Deathbangers Sampler waren folgende Tracks:
1) Obscura – Vortex Omnivium
2) Belphegor – Possessed Burning Eyes
3) Thulcandra – Aeon Of Darkness
4) Opeth – I Feel The Fire
5) Shining – FFF
6) Taake – Fra Vadested Til Vandesmed
7) Nocte Obducta – Tiefrote Rufe
8) Hate Eternal – Lake Ablaze
9) Heretoir – Heretoir
10) Lantlos – Intrauterin
11) Burzum – Valen
12) Agrypnie – Augenblick
13) Farsot – Empyrean
14) Bonjour Tristesse – Wieder Allein
15) Dornenreich – Wolfpuls
1) Obscura – Vortex Omnivium
Los geht’s mit der deutschen Prog (Melodic) Death Metal Band Obscura. Hauptarbeitgeber von Thulcandras Steffen Kummerer. Der Song geht gut ab, und wird durch Chöre immer wieder aufgelockert. Dadurch wird er nicht langweilig. Übermässige Soli und Soundfrickeleien bleiben bei diesem Track zum Glück aus. Diese würden den Song nur in unnötige Länge ziehen. Trotz alledem handelt es sich bei Vortex Omnivium um einen sehr melodischen Song. Hab das Album selber im Schrank stehen, hat aber bislang noch nicht wirklich gezündet. Nach diesem Song jedoch werd ich mich mal mehr mit dem Album beschäftigen. 7/10
2) Belphegor – Possessed Burning Eyes
Zu Anfang des letzten Jahres haben uns die beiden Ösis von Belphegor den bereits 9ten Longplayer kredenzt. Was muss man noch zu Belphegor sagen. Denke wer sich eine Belphegor Platte kauft, weiss was ihn erwartet. Guter Black/ Death Metal – nicht mehr und nicht weniger. Bei vorliegendem Song auch nicht anders. Rasiermesserscharfe Riffs, dazu Helmuths perverse Vocals. Das ganze spielt sich für Belphegor-verhältnisse in ruhigeren Gefilden ab. Kurzum ein guter Song von einem soliden Album. Allerdings: ein zweites Lucifer Incestus wird es wohl nicht mehr geben. 7/10
3) Thulcandra – Aeon Of Darkness
Thulcandra: seit 2003 die neue Spielwiese von Obscuras Steffen Kummerer. Oft als Dissection Kopie oder gar Abklatsch abgetan. Aber warum auch nicht, schliesslich hat man Jahrelang auf ein zweites „Storm Of The Lights Bane“ gewartet und wurde mit Reinkaos doch recht enttäuscht. Diese Lücke wurde dann recht gut durch das Thulcandra Debut geschlossen.. So auch vorliegendes Liedchen vom Zweitling. Es herrscht eine Atmosphäre wie auf Dissections Storm Of The Lights Bane: Düster, nahezu bedrohlich. Dazu wird dazu technisch sehr guter Blackened Death Metal geboten, den man anno 2006 auf der letzten Dissection Platte erwartet hätte, aber leider nicht bekam. Allerdings finde ich, dass Thulcandra auf diesem Werk nicht mehr ganz so nach am schwedischen Original sind. 9/10
4) Opeth – I Feel The Dark
Nun folgt an vierter Stelle mal ein Nicht metallischer Song, nebenbei der mit Abstand ruhigste Song des Samplers. Opeth – The Heritage: Ein in unserem Forum sehr diskutiertes Album. Im Grunde genommen ging es meistens um den Weggang der Schweden vom bisher gespielten Progressive Death Metal der hin zum Prog Rock. Auf I Feel The Dark wird recht schnell deutlich, dass es eher in die Richtung Led Zeppelin und Deep Purple geht, als in die Richtung der Vorgänger. Ein relativ hoher Anteil an Akustischer Musik ist zu vernehmen. Im Grunde genommen ein Song, um mit einem guten Buch im Sessel zu versinken. Werd auf alle Fälle mal weitere Songs des Albums anchecken. 6/10
5) Shining – FFF
Kvarforth und seine depressiven Jungs veröffentlichten im Mai 2011 mit VII: Född Förlorare, wie der Name schon sagt, ihr bereits siebtes Album. Der Song FFF beginnt recht ruhig mit Akustikgitarre und Kvarforths klarem Gesang ehe es nach 1:40 Minuten mit Doublebass und „Kreisch“ Gesang los geht. Im Refrain vernehme ich jammernde Frauen. Zum Schluss des Songs kommt noch eine Orgel zum Einsatz. Kurz gesagt, einer der besseren Songs des Albums. Auch wenn Shining so ziemlich die ersten auf dem Gebiet des DSBM sind, so gibt es viele Veröffentlichungen, die um einiges besser sind als vorliegendes Werk. Kurzum, ein guter Song, aber zum nebenbei Pulsadern aufschneiden reichts dann doch nicht. 6-7/10
6) Taake – Fra Vadested Til Vandesmed
Im Grunde genommen kann man sagen, wo Taake drauf steht, ist auch Taake drin. Das ist in meinen Augen auch gut so. So ist es auch auf vorliegendem Track Fra Vadested Til Vandesmed. Melodische Gitarren, Drums im Midtempobereich, obgleich das Tempo hier und da mal angezogen wird. Dazu Hoests Gekeife. Gegen Ende des Songs kommt auch noch mal eine Geige zum Einsatz. Guter Song. Werd mal etwas mehr in das Album reinhören, ggf zuschlagen. 8/10
7) Nocte Obducta – Tiefrote Rufe
Nocte Obducta, wohl die Überraschung des letzten Jahres. Hat sich die Band doch eigentlich aufgelöst, wurde im November 2011 mit „Verderbnis – Der Schnitter kratzt an jeder Tür“ neues Futter im Zeichen der Ananas auf die Fans losgelassen. Geboten wird, wie man es von der Band nicht anders kennt, Avantgarde-BM vom allerfeinsten. Bei vorliegendem Song siehts von daher auch nicht anders aus. Beginnend mit einem Keyboard Intro setzen nach ca 10 Sekunden die Gitarren sein. Das Ganze spielt sich in eher langsamen Gefilden ab. Die Jungs haben ihren Job gemacht. 9/10
8) Hate Eternal – Lake Ablaze
So, nun kommt mit den Jungs um Eric Rutan mal US Death Metal an die Reihe. Hier ist nix mit Progressive oder Soundfrickeleien, hier gibt’s einfach auf die Fresse. Für zwischendurch ganz Ok. Da ich allerdings eher auf Schwedendeath a la Dismember stehe, nicht so ganz meins. Liegt aber nicht an den Fähigkeiten der Jungs oder an der Qualität der Musik. 3/10
9) Heretoir – Heretoir
Das Jahr 2011 war wohl das Jahr des sogenannten Shoegaze/ Post-Rock Black Metal (gern auch Studentenblackmetal genannt). Fleißigster Protaonist dieser Szene scheint Neige (Alcest, Amessoeurs) zu sein. Jedoch gab es auch Bands ohne seine Beteiligung. So auch das deutsche Projekt Heretoir. Welches 2011 sein Debut rausgebracht hatte. Allerdings liegen meines Erachtens zwischen Neiges Bandprojekten und Heretoir Welten. So finde ich dümpelt der Titeltrack eher vor sich hin, ohne dass wirklich „Herbststimmung“ aufkommen will. Für Zwischendurch mal ganz nett. 4/10
10) Lantlos – Intrauderin
Dies machen die Landleute von Lantlos auf Agape um Längen besser. Mag vielleicht auch dran liegen, dass bei diesem Projekt ebenfalls Neige seine Finger mit im Spiel hat. Beiliegender Song Intrauderin zeigt dies gleich recht deutlich. Nach einem ca 2 minütigen Sample Intro steigen langsame, schwere – fast doomige Gitarren und Growls ein. Ab 5 Minuten wird es ruhiger. Eine recht melanchonische Stimmung umgibt den ganzen Song. 7,5/10
11) Burzum – Vallen
Burzum´s Chef hatte ja im Knast reichlich Zeit um an neuem Material zu schreiben. So gab es letztes Jahr mit Belus sein Comeback. Nur ein Jahr später folgt mit Fallen, das nächste Album. Allerdings wird eine gänzlich andere Richtung eingeschlagen wie noch zu Filosofem oder gar Det Som Engang War Zeiten. Den Anfang machte Glemselens Elv vom Belus Album. Die Musik auf Fallen geht eher in Richtung Pagan/ Folk Metal. Varg singt vorranging mit Klarer Stimme. Kreischgesang kommt nurmehr selten bis gar nicht mehr zum Einsatz. Gutes Beispiel dafür ist der Song Vallen. Allerdings ist Vallen definitiv einer der besseren Songs des Albums. Alleinstehend für diesen Song: 8/10
12) Agrypnie – Augenblick
Agrypnie: Quasi der kleine Bruder von Nocte Obducta. Spiel(t)en doch einige ehemalige NO Mitgleider bei den Hessen mit. Allerdings müssen sich Agrypnie mit Tracks wie Augenblick nicht hinter Nocte Obducta verstecken. Schlägt die Musik von Agrypnie doch in eine ähnliche Kerbe, wenn auch nicht ganz so Klasse wie Nocte Obducta. Black Metal mit deutschen Texten. Auf Augenblick wechseln sich schnelle und langsame Passagen abmwobei sich der Track maximal im Midtempo bewegt. Macht definitiv Lust auf mehr. Werd mal weiter in die EP reinlauschen. 8/10
13) Farsot – Empyrean
Auf Platz 13 hat es auch ein Track vom neuen Farost Output, namentlich Insects auf den Sampler geschafft. Empyrean ist ein sehr schöner Song. Er ist umgeben von einer düster-melanchonischen Atmosphäre. Vom Gesang her wechseln sich Gekreische und beschwörende Chöre im ab. Der Song an sich ist eher schleppend, ohne dass aufs Gaspedal getreten wird. Kurzum, ein interessantes, wenn auch teils schwer zugängliches Werk. In Zukunft gerne mehr davon. 8/10
14) Bonjour Tristesse – Wieder Allein
Bonjour Tristesse: wieder ein Projekt aus dem Fahrwasser von Nocte Obducta und Agrypnie. Diesmal wird jedoch DSBM zelebriert, welcher klirrend kalt und atmosphärisch daherkommt. Der Track Wieder Allein vom Album Par Un Sourire ist neben dem Nocte Track auf jeden Fall das Highlight des Samplers. Schöne melodische Gitarren, dazu Nathanael´s Gekreische. Album wird auf jeden Fall noch besorgt. DSBM vom Feinsten 9/10
15) Dornenreich – Wolfpuls
Den Abschluss von Deathbangers Sampler macht Wolfpuls von Dornenreichs Flammentriebe. Auf diesem präsentieren sich die Ösis wieder etwas metallischer, obgleich sie an ihre Frühwerke nicht ganz heranreichen. Allerdings ist mit Wolfpuls einer der besseren Songs auf dem Sampler vertreten. Könnte vom musikalischen her auch auf das Her von Welken Album Nächten passen. Langsamer Avantgarde Black Metal mit Violineneinsatz. Dem Song alleine geb ich 7/10
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Fazit zu Deathbangers Sampler:
Bis auf 2-3 Durchhänger war es ein sehr guter Sampler, an dem ich viel Spass hatte. Vieles kannte ich bereits, da ich entsprechende Platte selber im Schrank habe. In einige Alben/ EPs wird ich weiter reinhören (Agrypnie, Bonjour Tristesse oder Opeth). Im Falle der Obscura werde ich der Platte doch noch mal mehr Aufmerksamkeit widmen. Die Bewertungen zum Schluss beziehen sich nur auf den entsprechenden Song, nicht aufs ganze Album/ die ganze EP.
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Plattensammlung Diskutiere nie mit Idioten. Zuerst ziehen sie dich auf ihr Niveau herunter und anschliessend schlagen sie dich mit ihrer Erfahrung.