Re: Moonsorrow – Jumalten Aika

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Der Ausschnitt aus dem Teaser ist das Intro vom Opener „Jumalten Aika“ und ja, das Album ist insgesamt ziemlich schwarzmetallisch-folkig. Zur Produktion kann ich auch nur sagen, dass ich weder von Moonsorrow noch von sonst irgendeinem Interpreten in dem Genre je einen dermaßen geilen Sound vernommen habe. Schön druckvoll und trotzdem mit genügend Kanten. Gitarre-Stimmen wurden belassen, das Schlagzeug klingt einfach nur richtig schön organisch (nix St. Anger, wie die Jungs vor kurzem auf FB scherzten) und der Bass röhrt herrlich, was zusammen mit den Gitarren einen herrlich schroffes Klangbild ergibt. Kein Vergleich zum viel zu glatten „Varjoina…“.

Zur Musik solltet ihr euch vermutlich selber ’ne Meinung bilden. Ich kann „kurz“ so viel sagen: Qualitativ ist „Jumalten Aika“ für mich absolut mit „Verisäkeet“ pari, was in meinen Augen das bisher stärkste Moonsorrow-Album war. Auch klanglich kann man es am ehesten dort einordnen, wenngleich es durchaus frisch klingt und vor allem in, „Mimisbrunn“ und „Ihmisen Aika“ einige stockfinstere Passagen bereithält, die fast schon in ritualistischen Gefilden anzusiedeln sind.

Weil die Band meinte, es sei wieder deutlich folkiger: Ist es. Aber nicht dudelig-folkig sondern eben folkig im Sinne eines „Verisäkeet“, nur noch eine kleine Schippe mehr, wenn man so will. Wenn ich das richtig vernommen habe, sind auch zwei Gastbeiträge zu hören. Bei Jonne von Korpiklaani bin ich mir ziemlich sicher, die zweite Person dürfte entweder Nygard von Turisas oder Vreth von Finntroll sein, beide zu finden in „Ruttolehto incl. Päivättömän Päivän Kansa“, wobei man da keine Angst haben sollte, da beide in den reinen Folkpassagen werkeln und eher eine melancholische Note einbringen, die in Jonnes Fall also an seine Soloband erinnern und nicht an Korpiklaani.

Schön ist übrigens, dass wieder deutlich mehr Chöre enthalten sind. In „Ruttolehto incl. Päivättömän Päivän Kansa“ tragen sie das Intro, den Mittelteil und das an Wardruna-erinnernde Ende von alleine.

„Jumalten Aika“ hat mir auf jeden Fall eines gezeigt: Dass ich zum ersten Mal eine Rezension von mir nachgängig gerne komplett verwerfen würde. Nach mittlerweile bereits locker 50 Durchgängen von „Jumalten Aika“ weiß ich sicher, dass ich mich in „Varjoina…“ ziemlich getäuscht und diese viel zu gut bewertet habe. „Jumalten Aika“ ist einfach in jedem Belang deutlichst stärker und für mich eigentlich schon perfekt. Bin mir ziemlich sicher, dass das Album viele Leute (bspw. den Sir) anhand seiner musikalischen Ausrichtung weitaus glücklicher machen wird, als es der Vorgänger tat.

Ich hoffe, damit geholfen zu haben. Klingt kitschig und vielleicht auch abgedroschen, aber unterstützt die Jungs, wenn euch das Album gefallen sollte. Da steckt so viel Arbeit, Leidenschaft und vor allem großartiges Songwriting drin, was in dem Genre nicht viele so bewerkstelligen können.

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