Homosexualität – Eure Meinung

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  • #5146007  | PERMALINK

    Benson

    Registriert seit: 06.05.2010

    Beiträge: 2,894

    Abrablabla stellt sich gerne dumm um in Diskussionen keine Argumente nutzen zu müssen.

    [B.]

    --

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    #5146009  | PERMALINK

    xkillwithpowerx

    Registriert seit: 25.12.2003

    Beiträge: 7,966

    Benson haut in Diskussionen gern inhaltsleere Einzeiler raus, um nicht auf berechtigte Fragen eingehen zu müssen.

    [K.]

    #5146011  | PERMALINK

    Leukon

    Registriert seit: 14.07.2010

    Beiträge: 1,389

    Bekanntlich gehöre ich ja auch der rechten Forumsfraktion an. Daher versuche ich mal, meine wesentlichen Bedenken gegen die Bildungspläne in BW und Berlin deutlich zu machen:

    1. Die Schülerperspektive: Die konkret in Aussicht stehenden Unterrichtsmethoden laufen, wie Birgit Kelle betont, darauf hinaus, dass die Schamgrenzen zumindest eines Teils der Schüler durchbrochen werden. Das sehe ich als Verletzung der Intimsphäre an, die staatlichen Organen schon von Verfassungs wegen verboten ist. Niemand darf durch ein staatliches System des Schulzwangs genötigt werden, Begriffe und Praktiken des Intimlebens durch Pantomime darzustellen oder sich sonst dazu in der Öffentlichkeit des Klassenraumes dazu zu verhalten.

    2. Die Elternperspektive: Der Koalitionsvertrag der Regierung Baden-Württembergs formuliert folgendes Anliegen: “Schülerinnen und Schüler reflektieren die Darstellung von Geschlechterrollen und sexueller Vielfalt in Medien und Werbung und entwickeln eine Sensibilität für Stereotype“. Damit sind, wie Thorsten Hinz in der JF betont, “das Mann-Frau- beziehungsweise das Vater-Mutter-Kind-Muster gemeint“. Und schon damit haben die Eltern intakter Familien alles Recht der Welt, sich gegen diese Form der Sexual-“Aufklärung“ zu wehren: “Der Staat nimmt ihnen die Wertevermittlung und Sexualerziehung aus der Hand und macht die Elternschaft von Vater und Mutter vor den eigenen Kindern als spießiges Rollenmodell lächerlich“.

    3. Die gesellschaftspolitische Perspektive: Demokratie bedeutet, dass die Regierung den Werten und Anliegen des Volkes verpflichtet ist. Ideologiestaaten à la DDR und BRD drehen den Spieß um; sie machen die Bürger ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig und sehen es gar nicht gerne, wenn wir uns etwa falsch ernähren, zu viel trinken oder rauchen oder eben “unvernünftige“ Ansichten über den politischen Umgang mit Menschen anderer Herkunft oder anderer sexueller Orientierung haben. Das ist doch der eigentliche Hintergrund für diese neu erfundenen Schulfächer. Mit einem sinnvoll und freiheitlich verstandenen Bildungsbegriff lässt sich so etwas nicht vereinbaren. Ich will nicht erleben, dass die Schulen in Deutschland noch mehr zu ideologischen (Um-)Erziehungsanstalten denaturieren, in denen keine Biologie mehr unterrichtet, dafür aber politische Parolen zu Lehrinhalten erhoben werden.

    --

    #5146013  | PERMALINK

    abrakadabra

    Registriert seit: 31.03.2008

    Beiträge: 4,809

    LeukonBekanntlich gehöre ich ja auch der rechten Forumsfraktion an. Daher versuche ich mal, meine wesentlichen Bedenken gegen die Bildungspläne in BW und Berlin deutlich zu machen:

    1. Die Schülerperspektive: Die konkret in Aussicht stehenden Unterrichtsmethoden laufen, wie Birgit Kelle betont, darauf hinaus, dass die Schamgrenzen zumindest eines Teils der Schüler durchbrochen werden. Das sehe ich als Verletzung der Intimsphäre an, die staatlichen Organen schon von Verfassungs wegen verboten ist. Niemand darf durch ein staatliches System des Schulzwangs genötigt werden, Begriffe und Praktiken des Intimlebens durch Pantomime darzustellen oder sich sonst dazu in der Öffentlichkeit des Klassenraumes dazu zu verhalten.

    2. Die Elternperspektive: Der Koalitionsvertrag der Regierung Baden-Württembergs formuliert folgendes Anliegen: “Schülerinnen und Schüler reflektieren die Darstellung von Geschlechterrollen und sexueller Vielfalt in Medien und Werbung und entwickeln eine Sensibilität für Stereotype“. Damit sind, wie Thorsten Hinz in der JF betont, “das Mann-Frau- beziehungsweise das Vater-Mutter-Kind-Muster gemeint“. Und schon damit haben die Eltern intakter Familien alles Recht der Welt, sich gegen diese Form der Sexual-“Aufklärung“ zu wehren: “Der Staat nimmt ihnen die Wertevermittlung und Sexualerziehung aus der Hand und macht die Elternschaft von Vater und Mutter vor den eigenen Kindern als spießiges Rollenmodell lächerlich“.

    3. Die gesellschaftspolitische Perspektive: Demokratie bedeutet, dass die Regierung den Werten und Anliegen des Volkes verpflichtet ist. Ideologiestaaten à la DDR und BRD drehen den Spieß um; sie machen die Bürger ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig und sehen es gar nicht gerne, wenn wir uns etwa falsch ernähren, zu viel trinken oder rauchen oder eben “unvernünftige“ Ansichten über den politischen Umgang mit Menschen anderer Herkunft oder anderer sexueller Orientierung haben. Das ist doch der eigentliche Hintergrund für diese neu erfundenen Schulfächer. Mit einem sinnvoll und freiheitlich verstandenen Bildungsbegriff lässt sich so etwas nicht vereinbaren. Ich will nicht erleben, dass die Schulen in Deutschland noch mehr zu ideologischen (Um-)Erziehungsanstalten denaturieren, in denen keine Biologie mehr unterrichtet, dafür aber politische Parolen zu Lehrinhalten erhoben werden.

    Ad 1,
    Wo steht, dass die Schüler sexuelle Praktiken durch Pantomime darstellen sollen? Die Quellen, derer sich Birgit Kelle bedient, enthalten solche Vorschläge, jedenfalls soweit ich sie durchsucht habe, nicht. Ledlgich das Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ enthält sowas, und das ist mwn. nicht offizieller Unterrichtsinhalt, oder irre ich mich da? Ich kann mir wirklich nur schwer vorstellen, dass sowas ernsthaft Teil des Unterrichts sein sollte (bzw. sogar schon ist, wenn man Kelle glauben kann). Sowas traue ich selbst den Deutschen nicht zu.

    Im Übrigen werden auch heute schon die Schamgrenzen der Schüler durchbrochen, wenn sie das erste mal im Biologieunterricht mit Darstellungen von Vaginas und Penisen konfrontiert werden, und über Sexualität sprechen sollen. Ich kann mich genau erinnern, dass viele meiner Mitschüler sich von dem Thema Sexualität und Fortpflanzung peinlich berührt fühlten.

    ad 2,
    Warum soll die Hinterfragung der Darstellung von Geschlechterrollen in der WERBUNG und Medien bittesehr notwendigerweise die Elternschaft von Vater und Mutter lächerlich machen? Gefällt dir die Darstellung von Frauen in Werbungen etwa? Hat die irgendwas mit echten Frauen zu tun? Könnte man nichts anständiges über zb. die Aufgabenstellung „Analysiere die Darstellung der Geschlechterrollen im Film „Sin City.““ schreiben? Oder über die Darstellung der Frauen in jeder Mineralwasserwerbung?

    ad 3,
    Inwieweit es gerechtfertigt ist, gegen „unvernünftiges“ Handeln der Bürger vorzugehen, ist eine Frage, auf die ich hier allgemein nicht eingehen möchte. Ich bin allerdings etwas autoritärer als du.
    Was allerdings die Infragestellung der Biologie durch die Anhänger geiwsser feministischer bzw. „Gendertheoretischer“ Strömungen angeht, stimme ich mit dir überein. Dass es tatsächlich intelligente, gebildete Menschen gibt, die wirklich denken, dass der einzige Grund dafür, dass Männer stärker sind als Frauen, irgendwelche Gesellschaftlichen normen sind, ist für mich unfassbar. Die Art und Weise auf die solche Thesen verteidigt werden, machen sie auch schwer falsifizierbar („Ja, aber die Studien werden ja auch hauptsächlich von weißen Männern durchgeführt!!!!“), und sollten alleine schon aus diesem Grund mit äußerster Vorsicht genossen werden. Aus meiner Sicht hat das jedenfalls mit richtiger Wissenschaft nichts zu tun, und gehört nicht in ein Klassenzimmer. Was, im Übrigen an solchen Thesen politisch links sein soll, muss mir auch einmal einer erklären. Ich gebe gerne zu, dass solche Ansichten vor allem in linken kreisen weit verbreitet sind, aber das liegt imo. daran, dass linke lieber an den Mensch als „Tabula Rasa“ glauben, und daher diesbezüglich weniger kritisch sind.

    #5146015  | PERMALINK

    abrakadabra

    Registriert seit: 31.03.2008

    Beiträge: 4,809

    BensonAbrablabla stellt sich gerne dumm um in Diskussionen keine Argumente nutzen zu müssen.

    [B.]

    Bisher waren deine einzigen Argumente das laute Schreien von „Arschficken!“ und „Genderhuren!“. Angesichts dessen solltest du dir vielleicht nicht allzu viel auf deine Argumentationsfähigkeit einbilden.

    #5146017  | PERMALINK

    xkillwithpowerx

    Registriert seit: 25.12.2003

    Beiträge: 7,966

    Zu 1) wollte ich sinngemäß dasselbe schreiben wie mein Vorposter. Zu 2) wollte ich anmerken, dass eine seriöse Darstellung von Alternativen zum klassischen Geschlechter- und Familienbild nichts damit zu tun hat, ebendieses als veraltet oder gar lächerlich hinzustellen. Es geht doch eben genau darum, dass dies alles gleichwertige und gleichermaßen daseinsberechtigte Möglichkeiten sind. Die Panik, die Hinz da schiebt, empfinde ich als befremdlich und um ganz ehrlich zu sein, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass er das selbst wörtlich glaubt, was er da schreibt. Klingt für mich nach einem vorgeschobenen Einwand, weil ihm die Entwicklung aus rein emotionalen Gründen einfach nicht passt.

    #5146019  | PERMALINK

    Leukon

    Registriert seit: 14.07.2010

    Beiträge: 1,389

    (1) Der Bildungsplan für Baden-Württemberg ist ja letztlich wegen der Proteste verschoben worden und wird derzeit überarbeitet. Was in Berlin an den Schulen wirklich passiert, weiß ich nicht, und da auch nicht gerade eine Dissertation oder sowas zu diesem Thema vorbereite, sehe ich mich nicht veranlasst, das im Detail auszuforschen. Überhaupt finde ich es unangebracht, dass ich hier gewissermaßen als beweisbelastete Partei behandelt werde. Willst du mir denn wirklich weismachen, dass die SPD und die Grünen überall die Anliegen einschlägiger “Sexualpädagogen‘‘ wie Tuider und Sielert zum Schulstoff machen, nicht aber deren Methoden? I don’t buy that.

    Zur Illustration diese in fünf Minuten ergoogleten Informationen: (a) “Sexualpädagogik der Vielfalt“ wurde den Lehrkräften im Bundeslandes Hamburg vom Hamburger Lehrerinstitut ausdrücklich als Unterrichtsmaterial vorgeschlagen. (Mittlerweile wurde diese Empfehlung auf Nachhaken der CDU im Senat aufgehoben.) (b) In manchen Bundesländern wird die Sexualpädagogik in Kooperation mit privaten Trägern vermittelt (“Pro Familia“ etwa und die Initiative “SchLAu“), die das Buch nutzen und empfehlen. (c) Ein weiteres Beispiel für aggressive Konfrontationsstrategien à la Tuider bietet eine Publikation der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg, worin sich für den Einsatz in der Unterstufe ein sog. “heterosexueller Fragebogen‘‘ findet. Ich zitiere aus der SZ: < >

    Wenn nun Eltern in BW schulpflichtiger Kinder hellhörig geworden sind oder sogar entschieden haben, sich solche Eingriffe in ihr Erziehungsrecht nicht gefallen zu lassen, dann ist das eine völlig nachvollziehbare Reaktion. Man muss sich schon naiv-obrigkeitshörig stellen, um hier nur irrationale Panik am Werk zu sehen.

    (2)

    Warum soll die Hinterfragung der Darstellung von Geschlechterrollen in der WERBUNG und FONT=&quotMedien bittesehr notwendigerweise die Elternschaft von Vater und Mutter lächerlich machen? Gefällt dir die Darstellung von Frauen in Werbungen etwa? Hat die irgendwas mit echten Frauen zu tun? Könnte man nichts anständiges über zb. die Aufgabenstellung „Analysiere die Darstellung der Geschlechterrollen im Film „Sin City.““ schreiben? Oder über die Darstellung der Frauen in jeder Mineralwasserwerbung?

    Das Zitat ist etwas unglücklich, da schon zu spezifisch. Genau genommen wurde im Entwurf des Bildungsplans als Zielvorgabe das “Hinterfragen“ von Klischees und stereotypen Lebensformen, Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen natürlich ohne Beschränkung auf Werbung und Medien aufgenommen. Darin ist das etwa von Uwe Sielert formulierte Anliegen zu erkennen, Kernfamilie und Heterosexualität zu “entnaturalisieren“, und das heißt offenbar im Sinne Siguschs Diktum von der Paläosexualität als vorbewusst, primitiv und im umfassenden Sinne unfrei abzuwerten. Diesem Denken gilt allein die polymorph deviante, promisk ausgelebte, unablässig neu ausgelotete (“postmoderne“) Sexualität als Ausschöpfung des menschlichen Potenzials, indes der Normalmensch mit seiner Normalfamilie in einengenden Rollenerwartungen und Beziehungsstrukturen dumpf vor sich hindämmert. Die traditionelle Familie dagegen wird – cum grano salis – als “bigott und fassadenhaft vorgeführt, errichtet auf Unterdrückung (der Frauen, der eigenen Homosexualität…), auf häuslicher Gewalt, sexistischen Rollenmustern und so weiter“ – das ist eine Formulierung von Michael Klonovsky, und sie trifft ins Schwarze. Aber natürlich, wenn man vollkommen naiv sein will, kann man auch behaupten, es gehe nur um die “seriöse Darstellung von Alternativen“ zu traditionellen Familienstrukturen und –werten. I don’t buy that. Und wieso eigentlich – um alles in der Welt – sollen staatliche Institutionen für das “Hinterfragen“ und “Dekonstruieren“ der Sexual- und Familienwirklichkeit der Leute zuständig sein? Geht’s noch? So etwas gibt es nur einem wildgewordenen Ideologiestaat, der überhaupt keine Grenzen mehr respektiert.

    --

    #5146021  | PERMALINK

    Souls to Deny

    Registriert seit: 11.08.2014

    Beiträge: 997

    LeukonBekanntlich gehöre ich ja auch der rechten Forumsfraktion an.

    😐
    Applaus, ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt und auch ziemlich gleichgültig.

    Leukon
    3. Die gesellschaftspolitische Perspektive: Demokratie bedeutet, dass die Regierung den Werten und Anliegen des Volkes verpflichtet ist. Ideologiestaaten à la DDR und BRD drehen den Spieß um; sie machen die Bürger ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig und sehen es gar nicht gerne, wenn wir uns etwa falsch ernähren, zu viel trinken oder rauchen oder eben “unvernünftige“ Ansichten über den politischen Umgang mit Menschen anderer Herkunft oder anderer sexueller Orientierung haben. Das ist doch der eigentliche Hintergrund für diese neu erfundenen Schulfächer. Mit einem sinnvoll und freiheitlich verstandenen Bildungsbegriff lässt sich so etwas nicht vereinbaren. Ich will nicht erleben, dass die Schulen in Deutschland noch mehr zu ideologischen (Um-)Erziehungsanstalten denaturieren, in denen keine Biologie mehr unterrichtet, dafür aber politische Parolen zu Lehrinhalten erhoben werden.

    Mal zu Punkt 3… wo liegt denn das Problem der Gesellschaft nahezubringen, Menschen eben nicht wegen ihrer Herkunft oder der sexuellen Orientierung abzulehnen? Sind diese „unvernünftigen“ Ansichten unbedingt vonnöten und im 21ten Jahrhundert wirklich noch zeitgemäß? Ich denke eher nicht! Und was bitte für eine ideologische (Um-)Erziehung? Mein bester Freund ist seit ewiger Zeit bei der Jungen Union und ist selber der Auffassung, dass homosexuelle Aufklärungsprogramme absolut ratsam sind.

    Wie schon von mir erwähnt, verstehe ich diese „Proteste“ und sinnfreie Panikmache einfach nicht.
    Ich mein wenn es darum gehen würde, dass die Grünen(Baden-Württemberg) versuchen ein Atomausstieg-Fach oder ein Linksliberalismus-über-alles-Fach in das Schulprogramm einzuführen, okay… dann hätte ich noch für die Demonstrationen Verständnis. Aber das Kinder Homosexualität als etwas völlig normales erleben, sollte etwas Selbstverständliches sein.

    --

    #5146023  | PERMALINK

    Pestbote

    Registriert seit: 09.01.2011

    Beiträge: 5,136

    Ich schließe mich dem an und füge hinzu:
    Meine Aversion gegen diese Demos begründet sich schon dadurch, dass diese von Organsationen/Parteien (AfD, Initiative Familienschutz etc.) veranstaltet werden und von anderen Parteien Zuspruch erhalten (CDU/CSU etc.), die nicht nur Einwände gegen diese Bildungspläne haben, sondern per se gegen jegliche Gleichstellung von Homosexuellen sind, wie zB Adoptionsrecht, Ehe etc.
    Und außerdem geht es (mir) überhaupt nicht darum, das herkömmliche Familienmodell oder die Heterosexualität abzuwerten oder als verklemmt darzustellen oder gar zu „entnaturalisieren“ (man kann es auch übertreiben !!!), wie es Leukon u.a. in seinem Text geschrieben hat. Es geht doch um beidseitige Toleranz und beidseitigen Respekt. Wer im „herkömmlichen“ Familienmodell leben will, soll das tun, aber wer homosexuell/transsexuell etc. ist, sollte genauso in seinem Modell leben können, mit Adoptivkindern oder ohne etc.. Und dies sollte mMn gesellschaftlich genauso akzeptiert sein/werden und rechtlich gleichgestellt sein mit der Ehe von M und F und „herkömmlichen“ Familienmodell.

    --

    She´s got The Jack
    #5146025  | PERMALINK

    Leukon

    Registriert seit: 14.07.2010

    Beiträge: 1,389

    Souls to Deny
    Mal zu Punkt 3… wo liegt denn das Problem der Gesellschaft nahezubringen, Menschen eben nicht wegen ihrer Herkunft oder der sexuellen Orientierung abzulehnen?

    Meine Argumente hast du doch selbst zitiert. Aber ich helfe dir natürlich gerne auf die Sprünge: Mit den Werten einer freien und demokratischen Gesellschaft ist es unvereinbar, wenn sich die Willensbildung nicht vom Volk zur Regierung, sondern von der Regierung zum Volk bezieht. Demokratie bezeichnet dem Ideal nach eine Regierungsform, die dem Demos rechenschaftspflichtig ist; die von mir kritisierte Tendenz zur “Erziehung“ des Volkes bedeutet aber das Gegenteil, nämlich dass die die regierenden Politiker uns ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig machen, besonders gerne indem sie die Moral – oder eher das, was sie dafür halten – für ihre Zwecke beschlagnahmen. Und mit Freiheit ist die Forderung nach “gesellschaftlicher Anerkennung“ bspw. von Homosexualität und Bevölkerungstransformation unvereinbar, weil ein sinnvoll begrenztes Verständnis von Freiheit sich zwar durchaus mit der Regel verträgt, niemand anderen an seinen höchstpersönlichen Lebensgütern Schaden zuzufügen, nicht aber mit der Regel, niemandes Gefühle und Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz zu verletzen.

    Sind diese „unvernünftigen“ Ansichten unbedingt vonnöten und im 21ten Jahrhundert wirklich noch zeitgemäß? Ich denke eher nicht!

    Dir ist klar, dass das Pronomen “diese“ hier nur Sinn ergäbe, wenn du auf etwas schon Erwähntes Bezug nähmest? Von welchen Ansichten ist denn hier überhaupt die Rede?

    Und was bitte für eine ideologische (Um-)Erziehung? Mein bester Freund ist seit ewiger Zeit bei der Jungen Union und ist selber der Auffassung, dass homosexuelle Aufklärungsprogramme absolut ratsam sind.

    Das beweist natürlich zweifelsfrei, dass “homosexuelle Aufklärung“ (was auch immer das nun wieder sein soll) unbedingt angebracht wäre.

    --

    #5146027  | PERMALINK

    abrakadabra

    Registriert seit: 31.03.2008

    Beiträge: 4,809

    „Chantal und Kevin, zeigt mal bitte Analverkehr vor.“ „Ja, sehr gut, der Butt-Plug dient zur Entspannung des Schließmuskels. Das Gleitgel nicht vergessen!“
    Solche Szenarien stelltst du dir (und Benson natürlich auch) doch vor, oder?
    Glaubst du ernsthaft, dass sowas in der Art, auch nur näherungsweise von einem Lehrer, der noch alle Tassen im Schrank hat vor 14-Jährigen „unterrichtet“ werden könnte? Die vollkommene Absurdität dieser Vorstellung ist es, die mich daran zweifeln lässt, und deretwegen ich, damit ich bereit bin das zu glauben, einen Beleg dafür fordere. Wenn ich behauptete, dass in Österreichischen Klassenzimmern Folterungen stattfänden, würdest du von mir auch, und zwar vollkommen zurecht, einen Beleg verlangen. Wenn so etwas, wie du behauptetest, bereits vorkommt, müsste es ENTSETZTE Eltern geben, deren Interviews in Zeitungen mit der Headline „Mein Kind musste in der Waldorfschule Cock and Ball Torture vortanzen!“ beginnen. Sowas gibt es aber nicht.

    Der Umstand, dass das Buch zwar kurzzeitig „empfohlen“ wurde, aber gleich wieder zurückgezogen, kann ich mir viel eher dadurch erklären, dass die Bildungspolitiker das Buch nicht gelesen haben – so wie sie es auch, darauf würde ich wetten, mit anderen Schulbüchern auch machen. Wären die Verantwortlichen wirklich vom Inhalt überzeugt, hätten sie es, davon gehe ich mal aus, zu verteidigen versucht. Hier eine verschwörung der SPD und Grünen gegen die Familien, und zwar
    von Politikern die Hauptsächlich selbst verheiratet sind, und eine klassische Familie haben, zu vermuten, finde ich jedenfalls abwägig.

    Der Fragebogen dient übrigens recht offensichtlich zur Reflektion über diese Art von fragen per se, und verlangt wohl kaum eine richtige Antwort. Natürlich entscheidet sich niemand Heterosexuell zu sein – und genau darum geht es.

    (2)
    Die Schule soll auch nicht für das Hinterfragen der Familienwirklichkeit der Leute zuständig sein, sondern für das Hinterfragen von Klischees und Stereotypen, jedenfalls laut Bildungsplanentwurf. Zwei recht unterschiedliche Sachen, wie ich finde.

    Ganz ehrlich: Ich hätte in der Schule nicht schwul sein wollen. Besonders Schüler aus Muslimischen Familien haben, da gehe ich eine Wette ein, statistisch gesehen relativ wenig Toleranz für Homosexuelle. Da ein bisschen gegenzusteuern, wie es in anderen Ländern mit Rassismusproblematik gemacht wird, finde ich nicht notwendigerweise schlecht.

    #5146029  | PERMALINK

    abrakadabra

    Registriert seit: 31.03.2008

    Beiträge: 4,809

    LeukonUnd mit Freiheit ist die Forderung nach “gesellschaftlicher Anerkennung“ bspw. von Homosexualität und Bevölkerungstransformation unvereinbar, weil ein sinnvoll begrenztes Verständnis von Freiheit sich zwar durchaus mit der Regel verträgt, niemand anderen an seinen höchstpersönlichen Lebensgütern Schaden zuzufügen, nicht aber mit der Regel, niemandes Gefühle und Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz zu verletzen. .

    Stimmt, und wenn man die Achtung solcher Bedürnisse durch Gesetze erzwingen würde, wäre dies in der tat der Fall. Das geschieht aber nicht. Kein Mensch wird dadurch in seiner Freiheit eingeschränkt. Jeder kann nachher noch immer so negative Meinungen zu Homosexuellen haben, wie er will. Der Bildungsplan hat damit nichts zu tun.

    #5146031  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Souls to Denyhttp://www.queer.de/detail.php?article_id=22624

    auch mal ganz interessant zu sehen, wie die ach so „seriöse“ afd, diese demo unterstützt.
    aber noch viel interessanter sind die behauptungen der demonstranten… aufklärung im sexualkundeunterricht soll die sexuellen orientierung beeinflussen? ergibt für mich keinen sinn.

    Diese Klappspaten kann doch alle nicht erst nehmen.

    --

    #5146033  | PERMALINK

    Leukon

    Registriert seit: 14.07.2010

    Beiträge: 1,389

    abrakadabra“Chantal und Kevin, zeigt mal bitte Analverkehr vor.“ „Ja, sehr gut, der Butt-Plug dient zur Entspannung des Schließmuskels. Das Gleitgel nicht vergessen!“
    Solche Szenarien stelltst du dir (und Benson natürlich auch) doch vor, oder?
    Glaubst du ernsthaft, dass sowas in der Art, auch nur näherungsweise von einem Lehrer, der noch alle Tassen im Schrank hat vor 14-Jährigen „unterrichtet“ werden könnte? Die vollkommene Absurdität dieser Vorstellung ist es, die mich daran zweifeln lässt, und deretwegen ich, damit ich bereit bin das zu glauben, einen Beleg dafür fordere. Wenn ich behauptete, dass in Österreichischen Klassenzimmern Folterungen stattfänden, würdest du von mir auch, und zwar vollkommen zurecht, einen Beleg verlangen. Wenn so etwas, wie du behauptetest, bereits vorkommt, müsste es ENTSETZTE Eltern geben, deren Interviews in Zeitungen mit der Headline „Mein Kind musste in der Waldorfschule Cock and Ball Torture vortanzen!“ beginnen. Sowas gibt es aber nicht.

    Der Umstand, dass das Buch zwar kurzzeitig „empfohlen“ wurde, aber gleich wieder zurückgezogen, kann ich mir viel eher dadurch erklären, dass die Bildungspolitiker das Buch nicht gelesen haben – so wie sie es auch, darauf würde ich wetten, mit anderen Schulbüchern auch machen. Wären die Verantwortlichen wirklich vom Inhalt überzeugt, hätten sie es, davon gehe ich mal aus, zu verteidigen versucht. Hier eine verschwörung der SPD und Grünen gegen die Familien, und zwar
    von Politikern die Hauptsächlich selbst verheiratet sind, und eine klassische Familie haben, zu vermuten, finde ich jedenfalls abwägig.

    “In einer Übung [die in Tuiders Buch vorgeschlagen wird; meine Anmerkung] sollen zehn Jahre alte Schüler aufgefordert werden, ihre “Lieblingsstellung/Lieblingssexualpraktik“ mitzuteilen, während sie sich zu dynamischer Musik schwungvoll durch den Raum bewegen“.
    “Kinder sollen zeigen, was sie sexuell immer schon mal ausprobieren wollten. Anweisung an die Pädagogen: „Die Leitung moderiert und nimmt, sofern sie will, an der Übung teil.“
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/experten-warnen-vor-zu-frueher-aufklaerung-von-kindern-13203307-p3.html

    Das kommt dem von dir in vorbildlich blumiger Weise beschriebenen Szenario wohl recht nahe. Auch ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass alle oder auch nur die meisten Lehrer bereit wären, solche Unterrichtsmethoden anzuwenden. An dieser Stelle kommen treten aber die privaten Träger wie “SchLAu“ und Pro Familia auf den Plan, die nach der Konzeption von SPD und Grünen (jedenfalls Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) die “Aufklärungsarbeit“ an den Schulen leisten sollen. Die praktische Ausfüllung des bildungspolitisch abgesteckten Rahmens fällt gewissermaßen den Spezialisten zu, die ihre Konzepte schon in der Schublade haben. Diese Träger machen, wie nur wiederholen kann, keinen Hehl aus ihrer Nähe zu Vordenkern wie Tuider und Sielert. Ob sich der durchschnittliche Grüne oder SPD-Mandatsträger unter Vielfalt und Toleranz so etwas vorstellt, weiß ich nicht; wahrscheinlich eher nicht. Man trägt die Reformen halt mit, weil diese Schlagworte immer ziehen und man sich alles Mögliche darunter vorstellen kann. Daran schuld ist die typische Mischung aus Ignoranz, Selbsttäuschung und Naivität.

    “Der Fragebogen dient übrigens recht offensichtlich zur Reflektion über diese Art von fragen per se, und verlangt wohl kaum eine richtige Antwort. Natürlich entscheidet sich niemand Heterosexuell zu sein – und genau darum geht es“.

    Im Kontext einer ausdrücklich “dekonstruktivistischen“ Sexualpädagogik ist diese Interpretation irrig. Ein konstruktivistisches Weltbild nimmt weder Homo- noch Heterosexualität als etwas Gegebenes, Naturhaftes hin, sondern versteht solche Identitäten als etwas Gemachtes und Manipulierbares. Das politische Anliegen besteht dabei darin, dass das Individuum sich selbst entwerfen lernt, anstatt sich an vorgegebenen und daher “stereotypen“ Rollenerwartungen und Archetypen zu orientieren. Bottom line: Es geht bei diesem Fragebogen nicht darum, dass man solche Fragen nicht stellen darf, sondern das Anliegen ist im Gegenteil, dass sich jeder, besonders der vermeintlich “Normale“, so infrage stellt.

    Kein Mensch wird dadurch in seiner Freiheit eingeschränkt. Jeder kann nachher noch immer so negative Meinungen zu Homosexuellen haben, wie er will. Der Bildungsplan hat damit nichts zu tun.

    Es stimmt zwar, dass die Meinungsfreiheit zumindest nicht schwerwiegend beeinträchtigt wird; die Meinungsfreiheit ist aber bekanntlich nicht die einzige Freiheit, die eine liberale Ordnung gewährleisten muss. Wie das Bundesverfassungsgericht in seiner grundlegenden Sexualkunde-Entscheidung darlegt, greift schulische Sexualerziehung zum einen in das elterliche Erziehungsrecht aus Art. 6 II GG ein. Zum anderen ist das Persönlichkeitsrecht der Schüler (Art. 2 I iVm Art. 1 I GG) berührt: “Diese Vorschriften des Grundgesetzes sichern dem Menschen das Recht zu, seine Einstellung zum Geschlechtlichen selbst zu bestimmen. Er kann sein Verhältnis zur Sexualität einrichten und grundsätzlich selbst darüber befinden, ob, in welchen Grenzen und mit welchen Zielen er Einwirkungen Dritter auf diese Einstellung hinnehmen will…Der Jugendliche ist nicht nur Objekt der elterlichen und staatlichen Erziehung.“

    Zum Spannungsverhältnis zwischen Elternrecht und staatlichem Erziehungsauftrag (ob es den überhaupt gibt, ist übrigens umstritten) führt das Gericht aus, dass die Eltern besondere Zurückhaltung bei der Durchführung der schulischen Sexualerziehung verlangen können; insbesondere müsse der “Versuch einer Indoktrinierung der Schüler mit dem Ziel unterlassen [werden], ein bestimmtes Sexualverhalten zu befürworten oder abzulehnen.“ Bottom line: Der Staat hat kein Recht, den Eltern die Wertevermittlung in der Sexualerziehung aus der Hand zu schlagen, sexuelle Identitäten von Schülern im Sinne Tuiders zu veruneindeutigen und zu “vervielfältigen“ und die Akzeptanz irgendwelcher sexueller Praktiken zu predigen.

    --

    #5146035  | PERMALINK

    salamander

    Registriert seit: 05.02.2010

    Beiträge: 337

    ihr schreibt viel zu viel…

    Hell yeah! ähh Christ yeah!

    --

    !!! Rock'n'Roll Blitzkrieg - Stukas überm Mittelaltermarkt !!!
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